Pjotr Iljitsch Tschaikowski

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Porträtfoto von Pjotr Iljitsch Tschaikowski aus dem Pariser Fotostudio Reutlinger, Émile Reutlinger zugeschrieben, entstanden 1888. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.
Porträtfoto von Pjotr Iljitsch Tschaikowski aus dem Pariser Fotostudio Reutlinger, Émile Reutlinger zugeschrieben, entstanden 1888. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Zusammenfassung

Pjotr Iljitsch Tschaikowski war ein russischer Komponist der Romantik, dessen Ballette, Sinfonien und Konzerte bis heute zum Kernrepertoire der klassischen Musik gehören. Er studierte am Sankt Petersburger Konservatorium und unterrichtete anschließend zwölf Jahre lang am Moskauer Konservatorium. Mit Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker hob er die Ballettmusik auf das Niveau der Sinfonie. Von 1876 bis 1890 finanzierte ihm die Mäzenin Nadeschda von Meck ein Leben ganz für die Komposition, ohne dass sich beide je persönlich trafen. Tschaikowski starb 1893 in Sankt Petersburg, wenige Tage nach der Uraufführung seiner 6. Sinfonie.

Pjotr Iljitsch Tschaikowski war ein russischer Komponist der Romantik, dessen Ballette, Sinfonien und Konzerte bis heute zum Kernrepertoire der klassischen Musik gehören. Er studierte am neu gegründeten Sankt Petersburger Konservatorium und unterrichtete anschließend zwölf Jahre lang am Moskauer Konservatorium. Mit Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker hob er die Ballettmusik, die zuvor als musikalische Randgattung galt, auf das Niveau der Sinfonie. Seine Werke verbinden breite, unmittelbar erkennbare Melodien mit einer für seine Zeit ungewöhnlich farbigen Orchestrierung. Tschaikowski starb 1893 in Sankt Petersburg, wenige Tage nach der Uraufführung seiner 6. Sinfonie.

1840geboren
1893gestorben
6nummerierte Sinfonien
3Ballette

Wer war Pjotr Iljitsch Tschaikowski?

Pjotr Iljitsch Tschaikowski war Komponist und Dirigent und gehörte 1865 zum ersten Absolventenjahrgang des Sankt Petersburger Konservatoriums. Er komponierte Sinfonien, Ballette, Opern, Konzerte und Ouvertüren und zählt zu den meistgespielten Komponisten der klassischen Musik überhaupt. Von 1876 bis 1890 unterstützte ihn die wohlhabende Witwe Nadeschda von Meck mit einer festen jährlichen Zuwendung, wodurch er die Lehrtätigkeit aufgeben und sich ganz dem Komponieren widmen konnte. Die beiden führten einen umfangreichen Briefwechsel, vermieden aber auf eigenen Wunsch ein persönliches Treffen.

MerkmalPjotr Iljitsch Tschaikowski
Lebensdaten1840 bis 1893
GeburtsortWotkinsk, Russisches Kaiserreich
SterbeortSankt Petersburg
EpocheRomantik
AusbildungSankt Petersburger Konservatorium bei Anton Rubinstein
WirkungsstättenSankt Petersburg, Moskau, Klin
WerkgattungenSinfonie, Ballett, Oper, Konzert, Ouvertüre, Kammermusik
Besonderheitdirigierte 1891 beim Eröffnungskonzert der Carnegie Hall in New York

Wie verlief Tschaikowskis Werdegang?

Tschaikowski wuchs als Sohn eines Bergbauingenieurs auf und besuchte in Sankt Petersburg zunächst die Rechtsschule, die auf eine Beamtenlaufbahn vorbereitete. Nach dem Abschluss arbeitete er kurze Zeit im russischen Justizministerium, bevor er sich 1862 am neu eröffneten Sankt Petersburger Konservatorium einschrieb. Dort studierte er Komposition bei Anton Rubinstein und schloss 1865 als einer der ersten Absolventen der Einrichtung ab.

1866 holte ihn Nikolai Rubinstein, der Bruder seines Lehrers, an das neu gegründete Moskauer Konservatorium, wo Tschaikowski zwölf Jahre lang Musiktheorie unterrichtete. 1877 heiratete er überstürzt Antonina Miljukowa, die Ehe zerbrach jedoch bereits nach wenigen Wochen. Ab 1885 lebte er zurückgezogen bei Klin nahe Moskau; sein letztes Wohnhaus dort ist heute ein Museum. Von dort aus unternahm er ausgedehnte Konzertreisen durch Europa und 1891 auch in die USA, wo er beim Eröffnungskonzert der neu gebauten Carnegie Hall in New York dirigierte.

Welche Werke prägen Tschaikowskis Ruf?

Tschaikowskis bekannteste Werke verteilen sich auf Ballett, Sinfonie, Konzert und Oper. Am stärksten prägen ihn bis heute drei Ballette und sein erstes Klavierkonzert.

  • Schwanensee (1877) ist Tschaikowskis erstes Ballett. Die Uraufführung am Moskauer Bolschoi-Theater fiel durch, erst eine Neueinstudierung 1895 am Sankt Petersburger Mariinski-Theater machte es zum festen Repertoirestück.
  • Dornröschen (1890) entstand in Zusammenarbeit mit dem Choreografen Marius Petipa.
  • Der Nussknacker (1892) vertont die Weihnachtsgeschichte nach E.T.A. Hoffmann und zählt heute zu den meistaufgeführten Ballettmusiken weltweit.
  • Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll (1875) für Klavier und Orchester lehnte Nikolai Rubinstein, dem Tschaikowski es zunächst widmete, als unspielbar ab. Die Uraufführung fand stattdessen 1875 in Boston statt.
1875 Klavierkonzert Nr. 1 1877 Schwanensee 1879 Jewgeni Onegin 1890 Dornröschen 1892 Der Nussknacker 1893 6. Sinfonie Zwischen 1890 und 1893 erscheinen drei Hauptwerke innerhalb von nur vier Jahren.
Tschaikowskis wichtigste Uraufführungen zwischen 1875 und 1893, nach Jahren auf der Zeitachse verteilt. Die letzten Werke folgen deutlich dichter aufeinander als die früheren.

Von seinen sechs nummerierten Sinfonien werden die vierte, fünfte und sechste am häufigsten gespielt. Die 6. Sinfonie mit dem Beinamen Pathétique dirigierte Tschaikowski 1893 selbst bei der Uraufführung in Sankt Petersburg, wenige Tage vor seinem Tod. Die Oper Jewgeni Onegin nach dem Versroman von Alexander Puschkin und die Ouvertüre 1812, die mit Kanonenschüssen den Sieg über Napoleons Armee schildert, gehören ebenfalls zu seinen bekanntesten Werken. Für Cello und Orchester schrieb er die Variationen über ein Rokoko-Thema, die der Cellist Wilhelm Fitzenhagen nach der Fertigstellung eigenmächtig veränderte.

Was kennzeichnet Tschaikowskis Kompositionsstil?

Tschaikowskis Musik lebt von langen, gesanglich geführten Melodien, die sich über mehrere Takte hinweg steigern, statt sich in kurzen Motiven zu erschöpfen. Diese Melodik prägt seine Sinfonien ebenso wie seine Ballette und macht einzelne Themen, etwa aus Schwanensee oder dem ersten Klavierkonzert, auch ohne Werktitel wiedererkennbar.

Sein Orchester setzt Holzbläser und Blech gezielt als eigenständige Klangfarben ein, statt sie nur zu verdoppeln, und das Schlagwerk übernimmt in Werken wie der Ouvertüre 1812 eine tragende statt einer schmückenden Rolle. Anders als Frédéric Chopin, der fast ausschließlich für Klavier solo schrieb, dachte Tschaikowski von Anfang an in der Klangfülle des großen Orchesters.

Tschaikowski behandelte das Ballett wie eine Sinfonie für die Bühne. Vor ihm galt Ballettmusik meist als austauschbare Begleitung zum Tanz. Seine drei Ballette verbinden einzelne Tänze durch wiederkehrende Themen zu größeren musikalischen Bögen und heben die Gattung damit auf den Rang seiner sinfonischen Werke.

Wie wirkt Tschaikowski bis heute nach?

Tschaikowskis Ballette bestimmen bis heute den Spielplan praktisch jeder großen Ballettkompanie. Der Nussknacker läuft in den USA seit einer Inszenierung von George Balanchine 1954 für das New York City Ballet als feste Weihnachtsproduktion und füllt dort bis heute alljährlich die Häuser.

Seit 1958 vergibt der nach ihm benannte Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau international beachtete Preise unter anderem für Klavier, Violine, Cello und Gesang und gehört zu den bekanntesten Musikwettbewerben weltweit. Zu Lebzeiten stand Tschaikowski in einem Spannungsverhältnis zum Mächtigen Häuflein um Mili Balakirew, das eine eigenständige russische Tonsprache ohne westeuropäisches Vorbild suchte, weil er am Konservatorium ausgebildet war und russische Melodik mit westeuropäischer Kompositionstechnik verband. Die Musikgeschichte ordnet ihn heute nicht mehr diesem Gegensatz unter, sondern zählt ihn neben weiteren Komponisten der Romantik zu den meistgespielten Namen des klassischen Konzertrepertoires.

Häufige Fragen zu Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Wie schreibt man den Namen Tschaikowski richtig?

Der Name Tschaikowski wird im Deutschen überwiegend ohne "y" am Ende geschrieben, weil diese Form aus dem russischen Пётр Ильич Чайковский über eine deutsche Lautumschrift entsteht und nicht über die englische Transkription Tchaikovsky. Beide Schreibweisen bezeichnen dieselbe Person. Deutschsprachige Nachschlagewerke und Konzertprogramme verwenden überwiegend die Form Tschaikowski.

Welche Werke gehören zu Tschaikowskis bekanntesten Kompositionen?

Zu Tschaikowskis bekanntesten Werken zählen die Ballette Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker, das Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll, die Oper Jewgeni Onegin und die Ouvertüre 1812. Auch seine 6. Sinfonie, die Pathétique, gehört zum festen Bestand des Konzertrepertoires.

Wo studierte Tschaikowski Musik?

Tschaikowski studierte am 1862 gegründeten Sankt Petersburger Konservatorium bei Anton Rubinstein und gehörte 1865 zum ersten Absolventenjahrgang der Einrichtung. Ab 1866 unterrichtete er selbst zwölf Jahre lang Musiktheorie am neu gegründeten Moskauer Konservatorium.

Wer unterstützte Tschaikowski finanziell?

Von 1876 bis 1890 unterstützte die wohlhabende Witwe Nadeschda von Meck Tschaikowski mit einer festen jährlichen Zuwendung und ermöglichte ihm damit, die Lehrtätigkeit aufzugeben. Die beiden führten einen umfangreichen Briefwechsel, vermieden aber auf eigenen Wunsch ein persönliches Treffen.

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