Saw ou

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Bild: Pokpong Khamprasert / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Saw ou (auch Saw U) ist eine der beiden zweisaitigen Stachelgeigen der thailändischen Streicherfamilie, ein Chordophon, das mit einem Bogen gestrichen wird, und mit dem englischen Wort "saw" für Säge nichts zu tun hat: "Saw" (ซอ) ist schlicht der thailändische Sammelbegriff für gestrichene Streichinstrumente. Der Saw ou bildet die tiefere, dunklere Stimme im Vergleich zum helleren Saw duang und wird seit vermutlich dem 15.

Der Saw ou (auch Saw U) ist eine der beiden zweisaitigen Stachelgeigen der thailändischen Streicherfamilie, ein Chordophon, das mit einem Bogen gestrichen wird, und mit dem englischen Wort "saw" für Säge nichts zu tun hat: "Saw" (ซอ) ist schlicht der thailändische Sammelbegriff für gestrichene Streichinstrumente. Der Saw ou bildet die tiefere, dunklere Stimme im Vergleich zum helleren Saw duang und wird seit vermutlich dem 15. Jahrhundert in Thailand gespielt; seine Bauweise weist deutliche Einflüsse chinesischer Stachelgeigen wie der Erhu auf. Resonanzkörper ist eine schräg angeschnittene Kokosnussschale, die mit Tierhaut bespannt ist; zwei Seidensaiten laufen über einen dünnen Halsstab, und der Bogen wird zwischen den beiden Saiten hindurchgeführt.

Wie klingt der Saw ou?

Der Klang des Saw ou ist weich, gedämpft und leicht nasal, mit einem warmen, tiefen Grundton, der sich deutlich vom helleren, durchdringenderen Klang des Saw duang abhebt. Durch das Fehlen eines Griffbretts und die feine Streichtechnik entsteht ein fließender, an die menschliche Stimme erinnernder Ton mit ausgeprägtem Vibrato.

Woraus besteht der Saw ou?

Der Resonanzkörper des Saw ou besteht aus einer schräg abgeschnittenen Kokosnussschale mit vergleichsweise großer Öffnung, die mit dünner Kalbs- oder Ziegenhaut bespannt ist. Durch die Schale führt ein dünner Halsstab (Spieß), an dessen oberem Ende zwei Wirbel zwei Seiden- oder Nylonsaiten im Quintabstand halten. Es gibt kein Griffbrett und keine Bünde; die Saiten schweben frei über dem Hals.

Der Bogen besteht aus Pferdehaar, das über einen leichten Bambus- oder Holzstab gespannt ist, und wird, wie bei der chinesischen Erhu, zwischen den beiden Saiten hindurchgeführt, sodass ein und derselbe Bogenzug wahlweise die eine oder die andere Saite zum Klingen bringt. Mit einer Säge im eigentlichen Wortsinn, also einem Werkzeug zum Schneiden von Material, hat das Instrument nichts gemein.

Wie spielt man den Saw ou?

Der Saw ou wird aufrecht auf dem Oberschenkel des sitzenden Spielers abgestützt. Die rechte Hand führt den zwischen den Saiten liegenden Bogen, während die linke Hand die Saiten mit den Fingerkuppen berührt, ohne sie, mangels Griffbrett, fest auf einen Untergrund zu drücken. Charakteristisch sind ausgeprägtes Vibrato und gleitende Übergänge zwischen den Tönen. Im Ensemble übernimmt der Saw ou meist die tiefere Mittelstimme unterhalb des Saw duang und des Hackbretts Khim. Weil beide Instrumente ohne Bünde und mit sehr ähnlicher Bogentechnik gespielt werden, wechseln erfahrene Musiker häufig zwischen Saw duang und Saw ou; dennoch gilt der Saw ou wegen seines dunkleren Timbres und der etwas größeren, schwerer zu kontrollierenden Kokosnussschale als das anspruchsvollere der beiden Instrumente.

Typische Musikstile mit dem Saw ou

Der Saw ou ist fester Bestandteil der thailändischen Streicherensembles Khruang sai und des höfischen Mahori-Ensembles, in denen er gemeinsam mit dem Saw duang, dem Hackbrett Khim und weiteren Instrumenten das melodische Geflecht bildet. Diese Ensembles begleiten traditionell auch das klassische thailändische Tanztheater Lakhon sowie höfische Zeremonien, anders als das ältere, überwiegend perkussive Piphat-Ensemble, das primär Xylophone und Gong-Kreise einsetzt und Saitenspieler wie den Saw ou nicht enthält.

Bekannte Lieder mit dem Saw ou

  1. Aufnahmen des Khruang-Sai-Ensembles, in denen der Saw ou gemeinsam mit dem höher gestimmten Saw duang die charakteristische zweistimmige Streicherstruktur bildet.
  2. Das höfische Mahori-Ensemble, historisch die Kammerensemble-Tradition der thailändischen Königshöfe, in der der Saw ou seinen festen Platz hat.
  3. "Thao"-Kompositionen, traditionelle, mehrteilige Formen mit unterschiedlichen Tempostufen, die zum Kernrepertoire von Khruang sai und Mahori gehören.
  4. Begleitmusik zum klassischen Tanztheater Lakhon, in dem der Saw ou gemeinsam mit Gesang und dem Xylophon Ranat die Handlung musikalisch untermalt.
  5. Aufnahmen des Ensembles Fong Naam (u. a. die Reihe "The Sound of Thai Music"), das historisches thailändisches Hof- und Ensemblerepertoire einschließlich der Saw-ou-Stimme dokumentiert hat.

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