Ajaeng

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Bild: Miinam / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Ajaeng ist eine traditionelle koreanische Streichzither und gehört damit zur Familie der Wölbbrettzithern, trotz ihres Aussehens, das sie oberflächlich mit gezupften Instrumenten gemeinsam hat, wird sie nicht gezupft, sondern gestrichen. Der lange Resonanzkörper aus Paulownia-Holz ist mit sieben Seidensaiten bespannt, die mit einem eigens präparierten, mit Kolophonium bestrichenen Forsythienstab gestrichen werden, nicht mit einem klassischen Pferdehaarbogen wie bei Violine oder Cello.

Die Ajaeng ist eine traditionelle koreanische Streichzither und gehört damit zur Familie der Wölbbrettzithern, trotz ihres Aussehens, das sie oberflächlich mit gezupften Instrumenten gemeinsam hat, wird sie nicht gezupft, sondern gestrichen. Der lange Resonanzkörper aus Paulownia-Holz ist mit sieben Seidensaiten bespannt, die mit einem eigens präparierten, mit Kolophonium bestrichenen Forsythienstab gestrichen werden, nicht mit einem klassischen Pferdehaarbogen wie bei Violine oder Cello. Die Ajaeng ist ein sehr altes Instrument, das schon seit Jahrhunderten in Korea verwendet wird, um eine tiefe, warme und einzigartige Klangfarbe zu erzeugen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der koreanischen Musikkultur und wird sowohl in der höfischen Musik (Jeongak) als auch in der virtuosen Solotradition Sanjo gespielt.

Wie klingt die Ajaeng?

Der Klang der Ajaeng ist tief, rau und vibrierend, mit einer für Streichinstrumente ungewöhnlich kratzigen, erdigen Note, die durch das Streichen mit dem kolophonierten Forsythienstab entsteht. Er hat einen warmen, satten Grundton, der sich durch alle sieben Saiten des Instruments zieht. Der Klang der Ajaeng wird oft mit einer Mischung aus Kontrabass und Cello verglichen, unterscheidet sich davon aber durch seine markante, leicht raue Textur. Sie hat eine starke Präsenz und eine große dynamische Bandbreite, die sie zu einem sehr eigenständigen Instrument innerhalb der koreanischen Musik macht.

Woraus besteht die Ajaeng?

Die Ajaeng ist eine Wölbbrettzither, deren langer, schmaler Resonanzkörper aus Paulownia-Holz gefertigt ist. Über den Korpus sind sieben Saiten gespannt, traditionell aus gedrehter Seide, die an einem Ende an einer Holzplatte befestigt sind und am anderen Ende über bewegliche Stege laufen, mit denen jede Saite einzeln gestimmt werden kann. Die unterschiedliche Dicke der Saiten sorgt für unterschiedliche Tonhöhen.

Gestrichen wird die Ajaeng nicht mit einem Bogen aus Pferdehaar, sondern mit einem etwa 65 Zentimeter langen Stab aus Forsythienholz, der mit Kolophonium präpariert wird, damit er die Saiten zum Schwingen bringt. Dieser besondere Streichstab ist eines der markantesten Merkmale, das die Ajaeng von westlichen Streichinstrumenten unterscheidet.

Wie spielt man die Ajaeng?

Die Ajaeng wird häufig in der koreanischen Hofmusik ebenso wie in der Sanjo-Solotradition eingesetzt. Beim Spielen wird das Instrument leicht schräg vor dem am Boden sitzenden Musiker auf zwei niedrigen Holzstützen abgelegt.

Die sieben Saiten werden mit dem kolophonierten Forsythienstab gestrichen, ähnlich wie bei einem Streichinstrument, jedoch mit deutlich mehr Druck, was dem Klang seine charakteristische Rauheit verleiht. Da die Ajaeng keine Bünde besitzt, muss der Musiker die Fingerposition auf den Saiten sorgfältig kontrollieren, um die richtigen Töne zu treffen. Die Tonhöhe wird zusätzlich durch das Anspannen und Lösen der Saiten mit der linken Hand variiert.

Der Spieler kann verschiedene Techniken einsetzen, um den Klang zu modulieren: Er kann einzelne Saiten mit der linken Hand abdämpfen oder ihre Schwingung gezielt beeinflussen, um unterschiedliche Klangfarben und charakteristische Vibrato-Effekte zu erzeugen.

Die Ajaeng hat einen melodischen und zugleich perkussiv-erdigen Charakter, der sie zu einem markanten Instrument in der koreanischen Musik macht. Sie wird sowohl solistisch als auch in Ensembles mit anderen traditionellen Instrumenten wie der Geige oder dem Gayageum eingesetzt, um komplexe musikalische Arrangements zu schaffen.

Typische Musikstile mit der Ajaeng

In der koreanischen Hofmusik (Jeongak) übernimmt die Ajaeng traditionell eine tragende, bassnahe Rolle im Ensemble und begleitet zeremonielle und höfische Kompositionen mit ruhigem, gleichmäßigem Klang. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich daneben eine eigenständige Sanjo-Tradition für Ajaeng entwickelt, eine virtuose, improvisatorisch geprägte Solomusik mit wechselnden Rhythmuszyklen, die ursprünglich für andere koreanische Instrumente wie das Gayageum entstand und später auf die Ajaeng übertragen wurde.

Auch in der zeitgenössischen koreanischen Musik, die traditionelle Instrumente wie die Geige oder das Gayageum mit modernen Kompositionsformen verbindet, findet die Ajaeng zunehmend Verwendung, etwa in Fusion-Ensembles und in Filmmusik.

Bekannte Lieder mit der Ajaeng

Die Ajaeng ist vor allem durch ihre Rolle in zwei Traditionen bekannt: als Bassinstrument der höfischen Jeongak-Ensembles und als Soloinstrument der Ajaeng-Sanjo-Tradition, in der erfahrene Musiker über feste rhythmische Zyklen (Jangdan) frei improvisieren. Diese Sanjo-Stücke tragen meist keine festen, einzeln benannten Songtitel, sondern werden nach ihrem Rhythmuszyklus und der jeweiligen Schule benannt, der der Musiker folgt.

Wer den charakteristischen Klang der Ajaeng kennenlernen möchte, findet ihn am ehesten in Aufnahmen von Ajaeng-Sanjo oder in Ensembleaufnahmen traditioneller koreanischer Hofmusik, in denen das Instrument seine tiefe, erdige Klangfarbe voll entfalten kann.

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