Der Baryton ist ein seltenes Streichinstrument aus der Familie der Gamben (Viola da Gamba), das seit dem 17. Jahrhundert bekannt ist. Es hat einen tiefen, warmen Klang und ist vor allem durch seine zusätzlichen Resonanzsaiten hinter dem Hals bekannt, die neben dem Bogenspiel auch mit dem Daumen gezupft werden können. Der Baryton entstand vermutlich in England und wurde vor allem am Hof der Fürsten Esterházy in Österreich berühmt, wo Joseph Haydn über 100 Werke für das Instrument komponierte. Es ist ein anspruchsvolles Instrument, das sowohl Streich- als auch Zupftechnik erfordert und eine einzigartige, vielschichtige Klangwelt schafft.
Wie klingt der Baryton?
Der Klang des Barytons ist einzigartig und unverwechselbar. Es hat einen tiefen, warmen und vollen Klang, der sich von anderen Instrumenten unterscheidet. Ein wesentlicher Teil dieses charakteristischen Klangs entsteht durch die Resonanzsaiten hinter dem Hals, die beim Streichen der Hauptsaiten leicht mitschwingen und dem Ton einen schimmernden, hallartigen Unterton verleihen. Der Klang des Barytons ist sehr melodisch und hat eine starke Präsenz, die es zu einem idealen Begleit- und Kammermusikinstrument macht. Er ist zudem sehr flexibel: Je nachdem, ob die Resonanzsaiten mitschwingen oder gezielt gezupft werden, verändert sich die Klangfarbe spürbar.
Woraus besteht der Baryton?
Der Baryton hat einen Korpus in der Größe einer Bassgambe, meist aus Ahorn oder Fichte gefertigt, mit einem flachen Boden und abfallenden Schultern, wie es für Instrumente der Gambenfamilie typisch ist. Auf dem Griffbrett sitzen wie bei der Gambe Bünde. Gespielt werden sechs bis sieben Darmsaiten mit dem Bogen. Die Besonderheit des Barytons liegt auf der Rückseite des Halses: Dort ist er offen gebaut und beherbergt zusätzlich 9 bis 24 dünne Metallsaiten, die sogenannten Resonanzsaiten. Diese schwingen entweder frei mit den gestrichenen Saiten mit oder können vom Spieler mit dem Daumen der linken Hand gezupft werden, während gleichzeitig gestrichen wird. Wie bei der Gambe sind auf dem Griffbrett Bünde aus Darmsaiten befestigt, die um den Hals gebunden und bei Bedarf verschoben werden können. Die gestrichenen Hauptsaiten werden ähnlich einer Bassgambe gestimmt, die genaue Stimmung der Resonanzsaiten variierte jedoch von Instrument zu Instrument und wurde häufig auf die jeweils gespielten Tonarten abgestimmt.
Wie spielt man den Baryton?
Das Baryton ist ein tiefes Streichinstrument aus der Gambenfamilie mit sechs bis sieben Saiten, das vor allem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts am Hof der Esterházys populär war und heute vereinzelt in der historischen Aufführungspraxis gespielt wird. Das Besondere am Baryton ist sein zusätzliches Resonanzsystem: Hinter dem offenen Hals sind 9 bis 24 frei schwingende Metallsaiten angebracht.
Um das Baryton zu spielen, setzt der Musiker das Instrument zwischen die Knie, ähnlich wie eine Gambe oder ein Cello, und hält den Hals mit der linken Hand. Mit den Fingern der linken Hand greift er die Bünde auf dem Griffbrett, während er mit der rechten Hand den Bogen über die Saiten führt. Zusätzlich kann er mit dem Daumen der linken Hand über den offenen Rücken des Halses greifen und die Resonanzsaiten zupfen.
Aufgrund dieser doppelten Technik, Streichen mit der rechten und gleichzeitiges Zupfen mit der linken Hand, ist das Baryton ein sehr anspruchsvolles Instrument. Der Spieler muss beide Techniken koordinieren, um die vollen klanglichen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Am bekanntesten wurde das Baryton durch Joseph Haydn, der als Hofkapellmeister der Familie Esterházy über 100 Kompositionen für das von Fürst Nikolaus Esterházy selbst gespielte Instrument schrieb, darunter zahlreiche Trios für Baryton, Viola und Cello. Auch der Musiker Andreas Lidl, der selbst als Barytonvirtuose an Esterházys Hof wirkte, komponierte eigene Werke für das Instrument.
Typische Musikstile mit dem Baryton
Das Baryton ist heute vor allem für sein Repertoire aus der Wiener Klassik bekannt. Joseph Haydns zahlreiche Baryton-Trios bilden den Kern des überlieferten Repertoires und wurden speziell für Fürst Nikolaus Esterházy komponiert, der das Instrument selbst spielte. Daneben existieren einzelne Werke anderer Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts, die das Baryton als Soloinstrument oder in kleinen Kammermusikbesetzungen einsetzten. Nach dem Tod Fürst Nikolaus Esterházys im Jahr 1790 verlor das Instrument rasch an Bedeutung, da kaum ein anderer Auftraggeber ein vergleichbares Interesse an ihm zeigte.
Da das Baryton außerhalb dieses historischen Repertoires kaum verbreitet war, spielt es in der modernen Musik praktisch keine Rolle. Es wird heute fast ausschließlich von Spezialisten der historischen Aufführungspraxis auf originalgetreuen Nachbauten gespielt, um die höfische Kammermusik des 18. Jahrhunderts originalgetreu wiederzugeben.
Bekannte Lieder mit dem Baryton
Da das Baryton ein historisches Nischeninstrument der Wiener Klassik ist, gibt es keine bekannten populären Lieder, die auf ihm gespielt werden. Bekannt ist es stattdessen durch sein klassisches Repertoire: die zahlreichen Baryton-Trios Joseph Haydns, die er für Fürst Nikolaus Esterházy schrieb. Heute wird dieses Repertoire vor allem von spezialisierten Ensembles der historischen Aufführungspraxis aufgeführt und eingespielt.




