Der Khim ist ein thailändisches Hackbrett: Zwei leichte Bambusschlägel mit weicher Lederspitze schlagen Metallsaiten an, die über einen trapezförmigen Holzkorpus gespannt sind. Das Instrument geht auf den chinesischen Yangqin zurück, der seinerseits vom persischen Santur abstammt. Nach Thailand gelangte der Khim über den Handel mit China und wurde dort an die einheimische Musik angepasst, auch wenn sich der genaue Zeitpunkt der Einführung nicht auf ein Jahr festlegen lässt. Heute gehört er vor allem zum Streichensemble Khruang Sai, wo er als spätere Ergänzung zur ursprünglichen Besetzung hinzukam.
Wie ist der Khim aufgebaut?
Der Khim zählt zur weltweiten Familie der Hackbretter: Chordophone, deren Saiten nicht gezupft oder gestrichen, sondern angeschlagen werden. Der Korpus hat die Form eines Trapezes und besteht aus einem Rahmen mit dünnem Resonanzboden aus Weichholz, den Schalllöcher zusätzlich öffnen. Über den Rahmen sind Messing- oder Stahlsaiten gespannt, in der gängigen Bauform 14 Gruppen zu je drei Saiten, insgesamt also 42 Einzelsaiten. Größere Konzertversionen bringen es auf bis zu 22 Saitengruppen und 66 Saiten. Zwei Reihen beweglicher Holzstege teilen die Saiten in Abschnitte und legen so die Tonhöhen fest; die Standardstimmung deckt diatonisch etwa drei Oktaven ab.
| Merkmal | Khim |
|---|---|
| Familie | Hackbrett, geschlagene Zither (Chordophon) |
| Korpus | Trapezförmiger Holzrahmen mit Weichholz-Resonanzboden und Schalllöchern |
| Saiten | Messing oder Stahl, meist 14 Gruppen zu je drei Saiten (42 Saiten) |
| Tonumfang | Etwa drei Oktaven, diatonische Stimmung |
| Schlägel | Zwei leichte Bambusstäbe mit weicher Lederspitze |
| Herkunft | China (Yangqin), letztlich persischer Santur |
| Ensemble | Khruang Sai (Streichensemble) |
Wie erzeugt der Khim seinen Klang?
Der Khim erzeugt seinen Ton, indem der Schlägel die Saite kurz anschlägt und wieder abhebt, statt sie wie bei einem Zupfinstrument auszulenken und loszulassen. Aus dieser perkussiven Anregung und dem hellen, metallischen Material der Saiten ergibt sich ein heller, obertonreicher Klang, den der Resonanzboden verstärkt. Die linke Stegreihe wird auch hinter den Stegen angeschlagen und liefert dadurch zwei Oktaven, während die rechte Reihe eine Oktave beisteuert. Ein Dämpfer wie beim Klavier fehlt dem Khim, deshalb klingt jede angeschlagene Saite frei aus, bis sie von selbst verstummt oder erneut angeschlagen wird.
Wie spielt man den Khim?
Der Spieler sitzt auf dem Boden mit dem Khim davor oder setzt sich auf einen Stuhl, während das Instrument auf einem eigenen Ständer steht. In jeder Hand liegt locker ein Bambusschlägel; für einen einzelnen Ton reicht ein kurzer, präziser Schlag auf eine Saitengruppe. Weil die Saiten schnell verklingen und kein Dämpfer zur Verfügung steht, greifen Spieler zum Tremolo: Beide Schlägel schlagen abwechselnd und schnell auf dieselbe Saitengruppe, sodass der Ton hörbar bestehen bleibt, solange es die Melodie verlangt. Für Melodien wechselt der Spieler zwischen den Saitengruppen und verbindet einzelne Schläge, Tremoli und Läufe über mehrere benachbarte Gruppen hinweg.
Woher stammt der Khim?
Der Khim geht auf den persischen Santur zurück, der über die Handelsrouten der Seidenstraße nach China gelangte und dort zum Yangqin wurde. Von China aus erreichten erste Formen des Instruments vermutlich gegen Ende der Ayutthaya-Zeit auch Thailand, wo Handelsbeziehungen zu chinesischen Kaufleuten und die aufkommende chinesische Oper den Khim bekannt machten. Auf welches Jahr sich die Einführung genau festlegen lässt, ist unklar; breiter etabliert und im Land populär wurde der Khim aber erst im Verlauf des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sein Name stammt aus einem südchinesischen Dialekt und bedeutet Musik oder Musikinstrument, was dem Mandarin-Wort Qin entspricht. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs seine Bekanntheit in Thailand zusätzlich durch den Roman Khu Kam und dessen Verfilmungen, in denen eine Hauptfigur das Instrument spielt.
In welchem Ensemble spielt der Khim?
Der Khim ist kein Bestandteil des klassischen Piphat-Ensembles. Piphat setzt sich ausschließlich aus der Kegeloboe Pi, Xylophonen, Gongkreisen und Trommeln zusammen und kennt damit von vornherein kein Saiteninstrument. Der Khim ergänzt stattdessen das Streichensemble Khruang Sai, dessen ursprüngliche Besetzung aus den beiden Streichfiedeln Saw Duang und Saw U, der Zither Jakhe, der Kernspaltflöte Khlui sowie Handtrommeln besteht. Als der Khim im 20. Jahrhundert populär wurde, übernahmen Khruang-Sai-Ensembles ihn als klangliche Erweiterung, ohne dass er zur ursprünglichen Kernbesetzung gehörte.
Der Khim gehört nicht zum Piphat-Ensemble. Piphat kennt nur die Oboe Pi, Xylophone, Gongkreise und Trommeln, aber kein Saiteninstrument. Der Khim spielt stattdessen im Streichensemble Khruang Sai.
Wie unterscheidet sich der Khim von Yangqin, Santur und Cimbalom?
Der Khim teilt seine Grundbauart mit dem chinesischen Yangqin, von dem er abstammt: Beide haben einen trapezförmigen Korpus, Saitenchöre und Schlägel. Der moderne Yangqin baut seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch meist größer und mit mehr Saitenchören als der vergleichsweise kompakte Khim.
Mit dem Santur verbindet den Khim ein gemeinsamer Ursprung, denn Yangqin und Khim gehen beide auf dieses persische Hackbrett zurück. Der Santur wird jedoch mit leichten Holzschlägeln ohne Lederpolster gespielt, während die Bambusschlägel des Khim mit weichem Leder bespannt sind und dadurch einen runderen Anschlag erzeugen.
Das ungarische Cimbalom gehört zur selben Familie der Hackbretter, unterscheidet sich aber deutlich in der Bauform: Die Konzertversion steht auf vier Beinen, deckt einen größeren Tonumfang ab und besitzt ein Dämpferpedal. Der Khim kennt keinen Dämpfer, weshalb seine Saiten frei ausklingen und nur das Tremolo einen Ton länger hörbar hält.
Häufige Fragen zum Khim
Was ist ein Khim?
Der Khim ist ein thailändisches Hackbrett mit trapezförmigem Holzkorpus und Metallsaiten, die mit zwei leichten, lederbespannten Bambusschlägeln angeschlagen werden. Er geht auf den chinesischen Yangqin zurück und damit letztlich auf den persischen Santur.
Woher kommt der Khim?
Der Khim stammt ursprünglich aus Persien, wo der Santur seinen Ursprung hat, und gelangte über China als Yangqin nach Thailand. Erste Formen erreichten Thailand vermutlich gegen Ende der Ayutthaya-Zeit, breiter etabliert wurde der Khim aber erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Wie spielt man den Khim?
Der Khim wird mit zwei leichten Bambusschlägeln gespielt, die der Musiker locker in beiden Händen hält. Weil die angeschlagenen Saiten schnell verklingen und das Instrument keinen Dämpfer besitzt, hält ein schnelles Tremolo aus abwechselnden Schlägen auf derselben Saitengruppe einen Ton hörbar.
In welchem Ensemble wird der Khim gespielt?
Der Khim spielt im thailändischen Streichensemble Khruang Sai, wo er als spätere Ergänzung zu den Streichfiedeln Saw Duang und Saw U, der Zither Jakhe und der Flöte Khlui hinzukam. Zum älteren Piphat-Ensemble ohne Saiteninstrumente gehört er dagegen nicht.




