Die Sanxian ist eine chinesische Langhalslaute mit drei Saiten, die ausschließlich gezupft und niemals gestrichen wird, der Name bedeutet wörtlich "drei Saiten". Sie stammt aus China und zählt zu den ältesten chinesischen Zupfinstrumenten; ihr langer, bundloser Hals endet in einem kleinen, beidseitig mit Pythonhaut bespannten Resonanzkörper. Die Sanxian gibt es in einer großen, tiefer klingenden Version (Da Sanxian) sowie einer kleineren, höher gestimmten Variante (Xiao Sanxian); beide werden traditionell mit den Fingernägeln oder einem kleinen Plektrum angeschlagen.
Wie klingt die Sanxian?
Der Klang der Sanxian ist trocken, perkussiv und obertonreich, mit einem scharfen Anschlag und einem hellen, leicht schnarrenden Sustain, das durch die straff gespannte Schlangenhaut des Resonanzkörpers entsteht. Die tiefere Da-Sanxian klingt voll und resonant, während die kleinere Xiao-Sanxian einen helleren, präsenteren Ton hat, der sich gut zur Begleitung von Gesang eignet.
Woraus besteht die Sanxian?
Der Korpus der Sanxian ist ein flaches, meist rundlich-rechteckiges Rahmenstück aus Hartholz, das auf beiden Seiten mit gegerbter Python- oder Schlangenhaut bespannt ist, nicht mit Schildkrötenpanzer, wie in älteren fehlerhaften Beschreibungen behauptet wurde. Der lange, bundlose Hals aus Hartholz trägt drei Saiten, historisch aus gedrehter Seide, heute meist aus Nylon oder umsponnenem Metall, die über einen einfachen Steg auf der Schlangenhaut verlaufen und am oberen Ende mit seitlich angebrachten Wirbeln gestimmt werden.
Ein elektrischer Tonabnehmer, wie er in älteren Beschreibungen fälschlich erwähnt wurde, gehört nicht zur traditionellen Bauweise; die Sanxian ist ein rein akustisches Instrument. Über den engen Handel entlang der südchinesischen Küste gelangte ein Vorläufer der Sanxian vermutlich schon vor Jahrhunderten auf die Ryukyu-Inseln, wo daraus das Sanshin entstand, das wiederum die Grundlage für das japanische Shamisen bildete, sodass die Sanxian als gemeinsame Wurzel einer ganzen ostasiatischen Instrumentenfamilie gilt.
Wie spielt man die Sanxian?
Gespielt wird die Sanxian im Sitzen, den Korpus meist auf dem Oberschenkel abgestützt und den Hals schräg nach oben gerichtet. Die rechte Hand zupft die Saiten mit den Fingernägeln oder einem kleinen Plektrum (Bozi), während die linke Hand auf dem bundlosen Hals Töne greift und durch Gleiten (Glissando) sowie Vibrato ausdrucksstarke Verzierungen erzeugt. Charakteristisch ist zudem das schnelle Tremolo (Lunzhi) einzelner Saiten, mit dem sich ein gehaltener Ton simulieren lässt. Ein Streichen der Saiten mit einem Bogen, wie es in älteren Texten irrtümlich beschrieben wurde, widerspricht der Bauweise und Spielpraxis der Sanxian vollständig, sie ist und bleibt ein Zupfinstrument.
Typische Musikstile mit der Sanxian
Die Sanxian ist ein zentrales Begleitinstrument der chinesischen Erzählgesangskünste (Shuochang): In der Suzhou-Tanci-Tradition (Teil des Pingtan-Erzählgesangs) begleiten sich die Vortragenden traditionell selbst auf Pipa und Sanxian, während in der nordchinesischen Beijing-Dagu-Tradition die kleinere Xiao-Sanxian das charakteristische Begleitinstrument ist. Auch im Begleitensemble der Peking-Oper hat die Sanxian gemeinsam mit Jinghu und Yueqin ihren festen Platz. Darüber hinaus ist sie fester Bestandteil des modernen chinesischen Orchesters sowie zahlreicher Minderheiten-Musiktraditionen, etwa der mongolischen und der Naxi-Musik.
Bekannte Lieder mit der Sanxian
- "Shiba Ban" ("Achtzehn Schläge"), eines der bekanntesten traditionellen Solostücke für Sanxian.
- Die Suzhou-Tanci-Tradition (Pingtan), berühmte Erzählgesangskunst aus Suzhou, in der sich Sängerinnen und Sänger selbst auf Pipa und Sanxian begleiten.
- Beijing Dagu, nordchinesische Erzählgesangskunst, in der die kleine Xiao-Sanxian die charakteristische Begleitung liefert.
- Das Begleitensemble der Peking-Oper, in dem Sanxian, Jinghu und Yueqin gemeinsam das melodische Fundament bilden.
- Überlieferungen von Aisin Gioro Yuhuan, einer Nachfahrin der Qing-Kaiserfamilie, die die höfische Sanxian-Spielweise Pekings bewahrte und weitergab.



