Saung

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Bild: aodaodaodaod / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Saung (Saung-gauk) ist die traditionelle Bogenharfe Myanmars (Birma) und gilt als Nationalinstrument des Landes. Es handelt sich um ein reines Zupfinstrument, niemals ein gestrichenes: Ein bootsförmiger, hohler Klangkörper aus Padouk-Holz, der mit Hirschleder bespannt ist, trägt einen weit geschwungenen, halbmondförmigen Hals, über den 13 bis 16 Seiden- oder Nylonsaiten gespannt sind.

Der Saung (Saung-gauk) ist die traditionelle Bogenharfe Myanmars (Birma) und gilt als Nationalinstrument des Landes. Es handelt sich um ein reines Zupfinstrument, niemals ein gestrichenes: Ein bootsförmiger, hohler Klangkörper aus Padouk-Holz, der mit Hirschleder bespannt ist, trägt einen weit geschwungenen, halbmondförmigen Hals, über den 13 bis 16 Seiden- oder Nylonsaiten gespannt sind. Der Saung zählt zu den ältesten noch gespielten Harfentypen Asiens; Abbildungen bogenharfenartiger Instrumente in Steinreliefs aus der Zeit des Königreichs Pyu und der frühen Bagan-Periode deuten auf eine sehr lange Geschichte hin, und über Jahrhunderte war der Saung fester Bestandteil der birmanischen Hofmusik.

Wie klingt der Saung?

Der Klang des Saung ist weich, schimmernd und leicht perlend, mit einem sanften, an Glockenspiel erinnernden Nachklang, der durch die Seidensaiten und den ledernen Resonanzkörper entsteht. Charakteristisch sind gezogene, gleitende Töne, mit denen der Spieler den Klang an die menschliche Stimme annähert, der Saung begleitet traditionell den Gesang in einem eng verwobenen, heterophonen Zusammenspiel.

Woraus besteht der Saung?

Der Resonanzkörper des Saung ist bootsförmig aus einem Stück Padouk-Holz gehöhlt und mit gegerbter Hirsch- oder Ziegenhaut bespannt. Aus ihm erhebt sich ein weit geschwungener, an eine Mondsichel erinnernder Hals, über den 13 bis 16 Saiten laufen, ursprünglich aus gedrehter Seide, heute meist Nylon; ältere Instrumente besaßen historisch teils deutlich weniger Saiten, ihre Zahl wurde über Jahrhunderte schrittweise erweitert. Die Saiten werden am Hals mit dicken Schnurwicklungen (Kyar) befestigt, die eine Feinstimmung durch Verschieben erlauben; ein Instrument mit nur zwei Saiten, das mit einem Bogen gespielt wird, wie in älteren Fehlbeschreibungen behauptet, entspricht nicht dem historischen oder heutigen Saung.

Korpus und Hals sind traditionell mit rotem Lack und Blattgold verziert, oft ergänzt durch Quasten aus Baumwolle.

Wie spielt man den Saung?

Der Saung wird im Sitzen gespielt, der Korpus liegt auf dem Schoß des Spielers, der Hals zeigt nach links oben. Die rechte Hand zupft die Saiten mit Daumen und Zeigefinger, während die linke Hand von der gegenüberliegenden Seite Saiten abdämpft oder durch seitlichen Druck die Tonhöhe leicht anhebt ("Sa-cha"), eine Technik, die dem Saung seine charakteristischen Gleittöne verleiht. Der Saung wird traditionell zur Begleitung des klassischen Gesangsrepertoires Mahagita gespielt, wobei Harfe und Stimme sich in freier, improvisatorischer Heterophonie eng umspielen.

Typische Musikstile mit dem Saung

Der Saung ist untrennbar mit dem Mahagita ("Große Lieder") verbunden, dem klassischen birmanischen Gesangsrepertoire, das sich in Untergattungen wie Kyo, Bwe, Thachin-gan, Yodaya (thailändisch beeinflusst), Pat-Pyo und Mon-Gesänge gliedert. Historisch war der Saung vor allem an den Königshöfen der Konbaung-Dynastie beheimatet und wurde von professionellen Hofmusikern gespielt und in mündlicher Tradition weitergegeben. Nach einem Rückgang im 20. Jahrhundert bemühen sich heute Musikschulen in Mandalay und Yangon aktiv um die Bewahrung und Weitergabe der Saung-Tradition. Da die Mahagita-Gesänge über Jahrhunderte primär mündlich von Meister zu Schüler weitergegeben wurden, gilt die persönliche Unterweisung bis heute als wichtigster Weg, sowohl das Repertoire als auch die charakteristische Zusammenspiel-Technik von Harfe und Stimme zu erlernen.

Bekannte Lieder mit dem Saung

  1. "Mahagita: Harp and Vocal Music of Burma", Aufnahme von Inle Myint Maung (Saung) und Yi Yi Thant (Gesang), erschienen bei Smithsonian Folkways, gilt als Referenzaufnahme des Genres.
  2. Das Repertoire von Inle Myint Maung, einem der bekanntesten Saung-Meister des 20. Jahrhunderts und Schüler des legendären U Ba Than.
  3. Kyo-Gesänge, eine der ältesten und als besonders kunstvoll geltenden Untergattungen des Mahagita-Repertoires.
  4. Yodaya-Gesänge, eine Repertoiregattung, die auf thailändische Einflüsse an birmanischen Königshöfen zurückgeht.
  5. Die überlieferten Hofkompositionen der Konbaung-Ära, die bis heute mündlich von Saung-Meistern an ihre Schüler weitergegeben werden.

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