Pipa

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Bild: Jiafan Li / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Pipa ist ein chinesisches Zupfinstrument (Chordophon) aus der Familie der Lauten: eine viersaitige, birnenförmige Knickhalslaute, die ausschließlich gezupft und niemals mit einem Bogen gespielt wird. Ihr Name setzt sich aus den Silben "Pi" (Anschlagen der Saite nach vorn) und "Pa" (Zurückziehen nach hinten) zusammen, den beiden grundlegenden Zupfrichtungen des Instruments. Ihre Geschichte reicht mindestens bis in die Zeit der nördlichen Wei-Dynastie (386-534 n.

Die Pipa ist ein chinesisches Zupfinstrument (Chordophon) aus der Familie der Lauten: eine viersaitige, birnenförmige Knickhalslaute, die ausschließlich gezupft und niemals mit einem Bogen gespielt wird. Ihr Name setzt sich aus den Silben "Pi" (Anschlagen der Saite nach vorn) und "Pa" (Zurückziehen nach hinten) zusammen, den beiden grundlegenden Zupfrichtungen des Instruments. Ihre Geschichte reicht mindestens bis in die Zeit der nördlichen Wei-Dynastie (386-534 n. Chr.) zurück; sie geht auf zentralasiatische und westasiatische Lautentypen wie die persische Barbat zurück, die über die Seidenstraße nach China gelangten und dort zur heutigen Pipa weiterentwickelt wurden. Wegen ihres enormen Tonumfangs von annähernd vier Oktaven und ihrer technischen Vielseitigkeit gilt sie bis heute als eines der wichtigsten Soloinstrumente der chinesischen Musik und wird oft als "König der chinesischen Nationalinstrumente" bezeichnet.

Wie klingt die Pipa?

Der Klang der Pipa ist perkussiv, hell und außergewöhnlich artikuliert, ein Ergebnis des Zupfens mit fünf einzelnen Fingernagel-Plektren statt eines Bogens. Sie kann von zartem, schwebendem Tremolo (Lunzhi) bis zu harten, geradezu perkussiven Anschlägen ein enormes dynamisches Spektrum abdecken, das in der "zivilen" (wen) Spielweise sanft und lyrisch, in der "kriegerischen" (wu) Spielweise dagegen laut, rhythmisch und geradezu kämpferisch klingt. Im Westen wird die Pipa manchmal vereinfachend als "chinesische Laute" bezeichnet, doch ihr trockener, präziser Anschlag unterscheidet sie deutlich vom weicheren Klang europäischer Lauten oder Gitarren. Bünde erlauben zudem präzise chromatische Tonhöhen über gut drei Oktaven, während gezielte Bendings und Vibrati der Saite zusätzliche mikrotonale Färbungen ermöglichen.

Woraus besteht die Pipa?

Der Korpus der Pipa ist birnenförmig und wird meist aus einem Stück Hartholz (häufig Rosenholz oder Sandelholz) geschnitzt, die Decke besteht traditionell aus leichtem Paulownia-Holz. Der Hals ist leicht nach hinten geknickt und trägt zusammen mit der Decke insgesamt zwischen zwölf und einunddreißig Bünden, sechs größere "Xiang"-Bünde auf dem Hals und weitere kleinere "Pin"-Bünde auf der Decke -, die eine chromatische Bespielung ermöglichen.

Die vier Saiten liefen historisch aus Seide, werden heute jedoch meist aus nylonumsponnenem Stahl gefertigt und über einen Steg am unteren Korpusende sowie Wirbel am gebogenen Kopf gespannt. Gestimmt wird üblicherweise A-d-e-a. Gespielt wird nicht mit einem Bogen, sondern mit fünf kleinen Plektren (Jiǎ) aus Kunststoff oder früher Schildpatt, die an den Fingerkuppen der rechten Hand befestigt werden.

Historisch besaß die Pipa nur wenige Bünde und war weitgehend auf die pentatonische Tonleiter beschränkt; erst im 20. Jahrhundert wurde sie durch die Hinzufügung zahlreicher zusätzlicher Halb- und Ganztonbünde chromatisch spielbar gemacht, was ihr Repertoire erheblich erweiterte und das Zusammenspiel mit westlich gestimmten Instrumenten und Orchestern ermöglichte. Das komplette Instrument ist rund 96 Zentimeter lang; der gebogene Kopf ist häufig mit geschnitzten Ornamenten oder Einlegearbeiten aus Perlmutt verziert.

Wie spielt man die Pipa?

Die Spielerin oder der Spieler hält die Pipa nahezu senkrecht auf dem Schoß, den Hals leicht nach oben geneigt. Mit den fünf Fingerplektren der rechten Hand werden die Saiten einzeln oder in schnellen Folgen gezupft; die charakteristische Tremolotechnik Lunzhi, ein blitzschnelles, gleichmäßiges Anschlagen einer Saite mit allen fünf Fingern nacheinander, erzeugt einen scheinbar gehaltenen, fließenden Ton, da die Pipa selbst keinen Bogen und damit keinen echten Dauerton kennt.

Die linke Hand drückt die Saiten auf Hals und Decke gegen die Bünde und erzeugt durch seitliches Ziehen der Saite (Rouxian) charakteristische Vibrati und Tonhöhenbeugungen. Für die kriegerischen (wu) Stücke kommen zudem perkussive Techniken wie das harte "Saoxian"-Streichen mit dem Handrücken über alle vier Saiten hinzu, das an Trommel- und Kampfgeräusche erinnert. Bünde und Fingertechnik zusammen erlauben Einzelnoten, Akkorde und schnelle melodische Läufe über den gesamten Tonumfang des Instruments.

Vor dem Spiel wird die Pipa über die vier Wirbel am gebogenen Kopf gestimmt; traditionell orientierten sich Notation und Fingersatz an der chinesischen Ziffernnotation Jianpu, während die moderne Ausbildung zunehmend auch westliche Notenschrift nutzt. Als Soloinstrument bewältigt die Pipa vollständige mehrstimmige Kompositionen, als Ensembleinstrument liefert sie in der Jiangnan-Sizhu-Kammermusik oder im chinesischen Nationalorchester präzise rhythmische Akzente und melodische Verzierungen zugleich.

Typische Musikstile mit der Pipa

Traditionell unterscheidet man zwei große Stilrichtungen: die lyrischen, ruhigen "wen"-Stücke und die dramatischen, kriegerischen "wu"-Stücke, die oft historische Schlachten schildern. Die Pipa ist zentraler Bestandteil der Jiangnan-Sizhu-Kammermusik sowie der Begleitensembles der Peking-Oper und wird bis heute sowohl solistisch als auch in großen chinesischen Orchestern eingesetzt.

In der zeitgenössischen Musik hat vor allem die Virtuosin Wu Man die Pipa international bekannt gemacht: Sie arbeitet regelmäßig mit dem Kronos Quartet und Yo-Yo Mas Silk Road Ensemble zusammen, das 2017 mit dem Album "Sing Me Home" einen Grammy Award gewann, und hat zahlreiche neue Werke für das Instrument angeregt, unter anderem von Komponisten wie Tan Dun, Zhou Long und Lou Harrison, dessen Concerto for Pipa with String Orchestra eigens für sie entstand. Dadurch ist die Pipa auch außerhalb der traditionellen chinesischen Musik fest etabliert und regelmäßig in zeitgenössischen Konzertsälen zu hören.

Bekannte Lieder mit der Pipa

1. "Shí Miàn Mái Fú" (十面埋伏, "Hinterhalt aus zehn Richtungen"): Das bekannteste Stück des kriegerischen wu-Repertoires, ein virtuoses Klangbild der Schlacht von Gaixia (202 v. Chr.), das Kriegstrommeln, galoppierende Pferde und Kampfgetümmel imitiert. Es gilt als eines der technisch anspruchsvollsten Stücke des gesamten Pipa-Repertoires und wird traditionell nur von fortgeschrittenen Virtuosinnen und Virtuosen aufgeführt. 2. "Bà Wáng Xiè Jiǎ" (霸王卸甲, "König Chu legt seine Rüstung ab"): Das dramaturgische Gegenstück zu "Shí Miàn Mái Fú", dieselbe Schlacht, erzählt aus der Perspektive des unterlegenen Feldherrn Xiang Yu, musikalisch getragen von schwereren, klagenderen Passagen statt reiner Kampfdynamik. 3. "Yángchūn Báixuě" (阳春白雪, "Frühlingssonne, weißer Schnee"): Ein klassisches Stück des lyrischen wen-Repertoires und eines der bekanntesten Solostücke überhaupt, das mit fließenden, ornamentierten Linien den Frühlingsanbruch schildert. 4. Wu Man: Die weltweit renommierteste zeitgenössische Pipa-Virtuosin, bekannt für ihre Zusammenarbeit mit dem Silk Road Ensemble und dem Kronos Quartet sowie für die Uraufführung zahlreicher neuer, eigens für sie komponierter Werke. 5. Liu Fang: chinesisch-kanadische Pipa- und Guzheng-Virtuosin, die sowohl traditionelles als auch zeitgenössisches Repertoire für die Pipa international bekannt gemacht hat und regelmäßig mit westlichen Orchestern zusammenarbeitet.

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