Eine Grand Concert Westerngitarre trägt die Größenkennung 00, die auf den Gitarrenhersteller Martin zurückgeht, und bildet die zweitkleinste der vier Grundgrößen im sogenannten Nullen-System. Der Korpus fällt kleiner aus als bei einer Auditorium-Gitarre (000) und deutlich kleiner als bei einer Dreadnought, aber etwas größer als bei einer Concert-Gitarre (0). Die ausgeprägte Taille und der kompakte Klangkörper liefern einen fokussierten, ausgewogenen Ton mit klarer Trennung der einzelnen Töne statt der druckvollen Bässe größerer Korpusformen. Fingerpicking-Spieler und Musiker mit kleinerem Körperbau greifen deshalb häufig zu diesem Modell.
Wie groß ist eine Grand Concert Westerngitarre im Vergleich zu anderen Korpusformen?
Eine Grand Concert Westerngitarre ist größer als eine Concert-Gitarre (0), aber kleiner als eine Auditorium-Gitarre (000) und eine Dreadnought. Der Hersteller Martin führte im 19. Jahrhundert für die Westerngitarre ein Nummernsystem ein, bei dem die Anzahl der Nullen die Korpusgröße anzeigt: 0 kennzeichnet die kleinste Größe dieser Reihe, 00 die nächstgrößere, 000 eine noch größere Stufe. Je mehr Nullen die Bezeichnung trägt, desto größer fällt der Korpus aus und desto mehr Volumen liefert das Instrument.
| Merkmal | Concert (0) | Grand Concert (00) | Auditorium (000) |
|---|---|---|---|
| Korpusgröße | kleinste Größe der Reihe | etwas größer als Concert | größer als Grand Concert, kleiner als Dreadnought |
| Klangcharakter | hell, zurückhaltend im Bass | ausgewogen, fokussiert | voller, mehr Druck im Bass |
| Bevorzugte Spielweise | Fingerpicking | Fingerpicking, feines Anschlagspiel | Fingerpicking und kräftiges Anschlagspiel |
| Sitzkomfort | sehr kompakt | kompakt | mittelgroß |
Wie klingt eine Grand Concert Westerngitarre?
Eine Grand Concert Westerngitarre klingt fokussiert und ausgewogen, mit klarer Trennung zwischen den einzelnen Tönen. Der kleinere Korpus schwingt mit weniger Volumen als eine Auditorium- oder Dreadnought-Gitarre, dämpft dadurch aber auch überschwingende Obertöne, die bei größeren Korpusformen mehrere Töne ineinander verschwimmen lassen können. Im Vergleich zur noch kleineren Concert-Gitarre (0) liefert die Grand Concert etwas mehr Körper und Wärme im Bassbereich, ohne dabei die Klarheit der Höhen einzubüßen. Diese Eigenschaft macht sie zu einer beliebten Wahl für Studioaufnahmen, weil sie sich in einer Mischung aus mehreren Instrumenten nicht mit dröhnenden Bässen in den Vordergrund drängt.
Eine Grand Concert Westerngitarre liefert nicht mehr Lautstärke als eine Dreadnought, sondern mehr Kontrolle über den einzelnen Ton. Der kompakte Korpus reduziert überschwingende Obertöne und trennt die Noten klar voneinander, statt sie zu einem dichten Klangteppich zu verschmelzen.
Welche Form hat der Korpus einer Grand Concert Westerngitarre?
Der Korpus einer Grand Concert Westerngitarre besitzt eine deutlich ausgeprägte Taille zwischen dem oberen und dem unteren Korpusteil. Diese Taillierung fällt stärker aus als bei einer Dreadnought, deren Schultern breiter und deren Taille flacher ausgeführt sind. Der untere Korpusteil bleibt trotzdem voll genug, um dem Instrument gegenüber der noch kleineren Concert-Gitarre mehr Klangvolumen zu verleihen. Am Markt bestehen sowohl Modelle mit Halsansatz am zwölften als auch am vierzehnten Bund: Bei zwölf Bünden klingt der Ton wärmer und runder, bei vierzehn Bünden moderner und direkter.
Für wen eignet sich eine Grand Concert Westerngitarre?
Eine Grand Concert Westerngitarre eignet sich besonders für Fingerpicking, weil die klare Tontrennung einzelne Zupfmuster gut hörbar macht, ohne dass sie in einem dichten Bassfundament verschwinden. Solo-Auftritte und Songwriting gehören zu den typischen Einsatzbereichen, weil der ausgewogene Ton auch ohne Begleitband trägt. Der kompakte Korpus liegt zudem im Sitzen angenehmer am Körper an als eine Auditorium- oder Dreadnought-Gitarre, was das Instrument für kleinere Spieler und für längere Übungssitzungen attraktiv macht. Wer dagegen kräftige Rhythmusakkorde in einer Band ohne Verstärkung durchsetzen muss, ist mit einer größeren Bauform wie einer Dreadnought oder Auditorium meist besser bedient.
Woher stammt die Bezeichnung Grand Concert?
Die Bezeichnung Grand Concert stammt vom US-amerikanischen Gitarrenhersteller Martin, der im 19. Jahrhundert Korpusgrößen mit einer wachsenden Anzahl von Nullen kennzeichnete. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten kamen in den historischen Preislisten des Unternehmens die Größen 0, 00 und 000 hinzu, wobei genaue Jahreszahlen je nach Quelle voneinander abweichen. Nicht zu verwechseln ist die Grand Concert (00) mit der Grand Auditorium: Diese größere, an Bässen reichere Bauform stammt von einem anderen Hersteller, Taylor, und gehört nicht zum ursprünglichen Nullen-System von Martin.




