Band gründen

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Redaktion
Zwei E-Gitarren auf Ständern, ein Verstärker, ein Schlagzeug und ein Mikrofonständer in einem Proberaum mit Schallschutzmatten an den Wänden. Bild: KI generiert.
Zwei E-Gitarren auf Ständern, ein Verstärker, ein Schlagzeug und ein Mikrofonständer in einem Proberaum mit Schallschutzmatten an den Wänden. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Eine Band unterscheidet sich von einer Jam-Runde durch eine feste Besetzung, ein gemeinsames Repertoire und verabredete Ziele. Die Rockbesetzung aus Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang deckt vier musikalische Aufgaben ab, und die Rhythmusgruppe steht dabei zuerst. Mitspieler finden sich über Musikschulen, Proberaumzentren, Aushänge, Onlinebörsen und Hochschulen. Vier Absprachen entscheiden über den Bestand der Gruppe: die Rechte an den Songs, die Verteilung der Einnahmen, der Bandname und die gemeinsam angeschaffte Technik.

Eine Band unterscheidet sich von einer Jam-Runde durch drei Festlegungen: eine feste Besetzung, ein gemeinsames Repertoire und verabredete Ziele. In einer Jam-Runde spielt, wer Zeit hat, und das Material entsteht im Moment. Eine Band probt dieselben Stücke auf einen verabredeten Auftritt hin.

4Rockbesetzung
2Rhythmusgruppe
45 Minerstes Programm
4Absprachen vorab

Welche Besetzung braucht eine Band?

Eine Rockbesetzung deckt vier Aufgaben ab: Puls, Harmoniegrund, Akkorde und Melodie. Das Schlagzeug hält den Puls, der E-Bass spielt den Grundton der Harmonie, die E-Gitarre legt die Akkorde darüber, der Gesang trägt die Melodie. Eine zweite Gitarre oder Tasten verdoppeln eine dieser Aufgaben.

MerkmalBand
Kernbesetzung im RockSchlagzeug, Bass, Gitarre, Gesang
RhythmusgruppeSchlagzeug und Bass
Probenrhythmusfester Wochentag, feste Länge
Proberaumeigener Raum oder Stunden in einem Proberaumzentrum
Erstes Auftrittsprogrammrund 45 Minuten, also etwa zwölf bis fünfzehn Stücke
Vorab zu klärenSongrechte, Einnahmen, Bandname, gemeinsame Technik
Erste BühnenBandcontests, Kneipen, Vereins- und Hochschulfeste, Vorband

Die Rhythmusgruppe aus Schlagzeug und Bass steht zuerst, weil Tempo und Grundton aus ihr kommen. Ohne beides spielt die Gitarre keine Begleitung und der Sänger hält kein Stück durch. Schlagzeuger sind zugleich am schwersten zu finden, weil ihr Instrument einen lauten Raum braucht und dort stehen bleibt.

In anderen Stilen übernehmen andere Instrumente dieselben vier Aufgaben.

  • Jazz-Combo. Kontrabass und Klavier übernehmen Harmoniegrund und Akkorde, ein Blasinstrument die Melodie.
  • Bigband. Schlagzeug, Bass, Klavier und Gitarre bilden die Rhythmusgruppe, darüber liegen Sätze aus Saxofonen, Posaunen und Trompeten.
  • Elektronische Musik. Ein Drumcomputer liefert den Puls, ein Synthesizer den Bass.
  • Akustische Gruppen. Cajon, Akustikgitarre und Kontrabass treten an die Stelle der elektrischen Instrumente.

Daneben fallen organisatorische Aufgaben an: Termine, Technik, Kasse und Kommunikation nach außen.

Musikalische Aufgaben Organisatorische Aufgaben Puls Schlagzeug Harmoniegrund Bass Akkorde Gitarre oder Tasten Melodie Gesang oder Melodieinstrument Termine Proben, Auftritte, Absagen Technik Anlage, Kabel, Auf- und Abbau Kasse Miete, Anschaffungen, Gagen Kommunikation nach außen Anfragen, Veranstalter, Kanäle Die linke Spalte hängt am Instrument, die rechte nicht. Beide werden getrennt verteilt.
Die musikalischen Aufgaben hängen am Instrument, die organisatorischen nicht. Wer den Puls hält, muss nicht die Kasse führen.

Wo findet eine Band ihre Mitspieler?

Mitspieler findet eine neue Band dort, wo Musiker ohnehin zusammenkommen.

  • Musikschulen. Lehrkräfte kennen ihre fortgeschrittenen Schüler, und Bandklassen bringen fertige Besetzungen hervor.
  • Proberaumzentren. Ein Aushang am schwarzen Brett erreicht dort Leute, die schon einen Raum bezahlen und regelmäßig proben.
  • Aushänge im Musikgeschäft. Wer Saiten, Felle und Kabel kauft, spielt regelmäßig.
  • Onlinebörsen für Musikersuche. Dort suchen Musiker nach Instrument, Stil und Postleitzahl, und dort zählt die genaueste Anzeige.
  • Hochschulen. Musikhochschulen, Hochschulgruppen und Fachschaften bringen Leute zusammen, die feste Termine einhalten.

Vor dem Probespiel schickt die Band zwei bis drei Stücke zu und spielt sie dann gemeinsam durch.

Was braucht eine Band im Proberaum?

Ein Proberaum kostet Miete, dämpft den Schall und lagert die Instrumente. Vier Punkte klärt die Band vorher.

  • Miete. Sie läuft monatlich weiter, auch in Monaten ohne Probe. Wer den Vertrag unterschreibt, haftet allein, sobald andere aussteigen.
  • Schallschutz. Das Schlagzeug ist der lauteste Punkt und entscheidet über den Raum. In Wohnhäusern scheitert eine Bandprobe an der Nachbarschaft. Gewerbehöfe und Proberaumzentren lösen das, weil dort die Nachbarn ebenfalls proben.
  • Lagerung. Verstärker, Schlagzeug und Anlage bleiben zwischen den Proben im Raum, deshalb zählen Einbruchsicherheit und Feuchtigkeit. Kellerräume ziehen Nässe, und die schadet Holz, Fellen und Elektronik.
  • Gemeinsame Anschaffungen. Gesangsanlage, Mikrofone, Ständer und Kabel braucht die Band als Ganzes, nicht ein Einzelner.

Welche Absprachen halten eine Band zusammen?

Vier Absprachen entscheiden darüber, ob eine Band einen Streit übersteht: die Rechte an den Songs, die Verteilung der Einnahmen, der Bandname und die gemeinsam angeschaffte Technik. Alle vier lassen sich in Ruhe besprechen, solange nichts davon Geld einbringt.

  • Wem die Songs gehören. Die Band verabredet, wer als Urheber eines Stücks gilt. Der häufigste Streitfall: Eine Person bringt die Grundidee mit, die anderen arbeiten ihre Stimmen dazu aus. Beide Antworten sind vertretbar, alles zu gleichen Teilen oder Text und Melodie getrennt vom Arrangement. Entscheidend ist, dass die Antwort vor dem ersten eigenen Stück feststeht.
  • Wie die Einnahmen geteilt werden. Gagen, Verkäufe am Merchandise-Stand und Ausschüttungen aus dem Streaming fließen zu verschiedenen Zeitpunkten. Die Band legt fest, ob sie zu gleichen Teilen aufteilt oder nach Aufwand, wer Fahrtkosten vorher abzieht und welcher Anteil in die Bandkasse geht.
  • Wer den Bandnamen weiterführt. Der Name bleibt nach einer Trennung übrig und behält seinen Wert. Die Band klärt, ob er an die Gründer gebunden ist, an die Mehrheit der aktuellen Besetzung oder an niemanden. Sonst treten im schlechtesten Fall zwei Gruppen unter demselben Namen auf.
  • Wem die gemeinsame Technik gehört. Anlage und Proberaumausstattung entstehen meist aus der Bandkasse, also aus Geld, das allen gehörte. Die Band führt eine Liste, wer was bezahlt hat, und verabredet vorher, was beim Ausstieg passiert: Auszahlung des Anteils oder Verbleib bei der Gruppe.

Diese vier Punkte lassen sich schriftlich festhalten, solange sich alle einig sind. Kommt es später zum Streit, ist anwaltliche Beratung nötig.

Die Absprachen entstehen, bevor Geld im Spiel ist. Solange eine Band nur probt, kostet die Frage nach Songrechten und Bandnamen zwanzig Minuten am Ende einer Probe. Nach dem ersten bezahlten Auftritt steht neben jeder Antwort ein Betrag.

Wie kommt eine neue Band zum ersten Auftritt?

Der Weg führt in drei Schritten: erste Proben, dann ein Programm, dann die Bühne. Das Ziel der ersten Proben ist kleiner, als die meisten erwarten, nämlich gemeinsam anfangen und gemeinsam aufhören. Dafür eignen sich zwei oder drei bekannte Stücke, die alle im Ohr haben. Jede Probe bekommt einen festen Wochentag und eine feste Länge, sonst zerfasert sie.

Das erste Programm richtet sich nach der Bühne. Ein Auftrittsslot dauert häufig rund 45 Minuten, und bei drei bis vier Minuten je Stück ergibt das zwölf bis fünfzehn Titel. So viele eigene Stücke hat kaum eine junge Band, deshalb beginnt fast jede mit bekanntem Material.

Der erste Auftritt ist selten ein Festival, sondern ein Bandcontest, eine kleine Kneipenbühne oder der Vorband-Slot bei einer befreundeten Gruppe. Für die Anfrage genügen zwei aufgenommene Stücke, ein kurzer Text und ein Foto. Auf die Bühne gehören ein Bühnenplan, der zeigt, wer wo steht, und eine Kanalliste, die dem Tontechniker die anzuschließenden Instrumente und Mikrofone nennt. Wer aus dieser Arbeit später einen Beruf machen will, findet die Wege dorthin in der Übersicht zu den Möglichkeiten, mit Musik zu arbeiten.

Häufige Fragen zur Bandgründung

Wie viele Musiker braucht eine Band?

Eine Rockband braucht vier Musiker, weil vier Aufgaben zu besetzen sind: Puls, Harmoniegrund, Akkorde und Melodie. Übernimmt eine Person Gesang und Gitarre zugleich, genügen drei. In elektronischer Musik reichen zwei Personen, weil Drumcomputer und Sequenzer den Puls übernehmen.

Wie findet man Mitglieder für eine neue Band?

Mitglieder für eine neue Band finden sich über Musikschulen, Proberaumzentren, Aushänge in Musikgeschäften, Onlinebörsen für Musikersuche und Hochschulen. Die Anzeige nennt Instrument, Stil mit zwei bis drei Bezugsbands, Ort, Probenrhythmus, Erfahrungsstand und Ziel.

Was sollte eine Band regeln, bevor sie auftritt?

Eine Band sollte vier Punkte regeln, bevor sie auftritt: wem die Songs gehören, wie die Einnahmen geteilt werden, wer den Bandnamen weiterführen darf und wem die gemeinsam angeschaffte Technik gehört. Diese Verabredungen lassen sich schriftlich festhalten, solange sich alle einig sind. Kommt es später zum Streit, ist anwaltliche Beratung nötig.

Wie lange dauert es bis zum ersten Auftritt einer neuen Band?

Bis zum ersten Auftritt vergehen bei wöchentlicher Probe in der Regel mehrere Monate. Der Grund liegt im Programm: Ein Slot von rund 45 Minuten verlangt zwölf bis fünfzehn Stücke, die sicher sitzen. Bands verkürzen die Zeit, indem sie mit bekanntem Material anfangen und eigene Titel später dazwischenschieben.

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