Bohemian Rhapsody ist ein Stück der britischen Rockband Queen, das 1975 auf dem Album A Night at the Opera erschien. Freddie Mercury schrieb es. Das Stück reiht sechs deutlich verschiedene Abschnitte aneinander: unbegleiteten Gesang, eine Klavierballade, ein Gitarrensolo, einen vielstimmigen Chorsatz nach Opernvorbild, einen harten Rockteil und einen leisen Schluss. Ein Refrain, der zwischen den Teilen wiederkehrt, fehlt. Mit rund fünf Minuten und 55 Sekunden lief das Stück weit über die Länge, die eine Single damals üblicherweise hatte.
Was ist Bohemian Rhapsody?
Bohemian Rhapsody ist ein Rocktitel aus dem Jahr 1975 und das bekannteste Stück des Albums A Night at the Opera. Freddie Mercury, Sänger und Pianist von Queen, schrieb es. Brian May spielt darin die Gitarre, John Deacon den Bass, Roger Taylor das Schlagzeug. Roy Thomas Baker produzierte das Album gemeinsam mit der Band. Das Stück gehört zum Rock, arbeitet aber mit Satztechniken, die sonst im Chor und in der Oper vorkommen.
| Merkmal | Bohemian Rhapsody |
|---|---|
| Interpret | Queen |
| Urheber | Freddie Mercury |
| Erscheinungsjahr | 1975 |
| Album | A Night at the Opera |
| Produktion | Roy Thomas Baker und Queen |
| Spieldauer | rund 5 Minuten 55 Sekunden |
| Besetzung | Gesang, Klavier, E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug, Gong |
| Form | sechs aufeinanderfolgende Abschnitte, kein Refrain |
| Genre | Rock |
Wie ist Bohemian Rhapsody aufgebaut?
Bohemian Rhapsody besteht aus sechs Abschnitten, die nacheinander stehen und einander nicht wiederholen. Ein übliches Popstück wechselt zwischen Strophe und Refrain und kommt mit zwei Bauteilen aus. Hier folgt auf jeden Abschnitt ein neuer, der Besetzung, Tempo und Lautstärke ändert. Nur Anfang und Schluss ähneln einander, weil beide leise sind.
Die sechs Abschnitte im Einzelnen:
- Eingangschor ohne Begleitung. Am Anfang klingen ausschließlich Stimmen, kein Instrument. Sie stehen mehrstimmig übereinander und antworten einander in kurzen Einwürfen. Gegen Ende des Abschnitts setzt das Klavier ein.
- Balladenteil mit Klavier. Das Klavier begleitet eine einzelne Singstimme, der Bass kommt hinzu, das Schlagzeug erst deutlich später. Das Tempo bleibt ruhig, die Lautstärke wächst mit jedem Instrument, das einsetzt. Dieser Teil ist der längste des Stücks.
- Gitarrensolo. Die E-Gitarre löst die Singstimme ab und spielt eine eigene Melodie über Bass und Schlagzeug. Die Band spielt lauter als zuvor, und der Abschnitt bricht am Ende unvermittelt ab.
- Chorteil im Opernstil. Vielstimmiger Chorgesang wechselt mit einzelnen Stimmen, wie Chor und Solist in einer Opernszene. Lautstärke und Tempo springen mehrfach, die Tonart wechselt, und die Stimmen steigen in Stufen aufwärts. Klavier, Bass und Schlagzeug setzen Akzente, statt durchgehend zu begleiten.
- Rockteil. Die verzerrte Gitarre spielt eine kurze, wiederkehrende Figur, Schlagzeug und Bass gehen ins volle Tempo, die Singstimme liegt hoch. Das ist die lauteste Stelle des Stücks.
- Ruhiger Schluss. Das Tempo geht zurück, die Gitarre spielt eine langsame Melodie, das Klavier kehrt wieder, und eine einzelne Stimme singt leise. Ein Gongschlag beendet das Stück.
Bohemian Rhapsody hat keinen Refrain. Kein Abschnitt kehrt später wieder, keine Zeile wiederholt sich als Wiedererkennungsmarke. Was ein Popstück sonst durch Wiederholung zusammenhält, hält hier die Reihenfolge zusammen: Jeder Abschnitt bereitet den nächsten vor.
Wie entstand der Chorklang von Bohemian Rhapsody?
Der Chorklang im Opernteil entstand im Mehrspurverfahren, nicht durch einen Chor. Mehrspuraufnahme heißt: Das Tonband trägt mehrere Spuren nebeneinander, und jede Aufnahme belegt eine eigene. Die Spuren lassen sich einzeln bespielen, einzeln löschen und beim Abmischen einzeln in Lautstärke und Stereoposition einstellen.
Ein Overdub ist eine Aufnahme, die zu bereits bespielten Spuren hinzukommt, während diese über Kopfhörer mitlaufen. Der Sänger hört also, was schon steht, und legt eine weitere Stimme darüber. Für den Opernteil wiederholten drei Sänger diesen Vorgang so oft, bis aus drei Personen ein Chor wurde.
Dass daraus ein Chor wird und keine bloß lautere Einzelstimme, liegt an den kleinen Abweichungen jeder Wiederholung. Einsatz, Tonhöhe und Klangfarbe treffen nie exakt gleich, und das Ohr hört diese Streuung als mehrere Personen.
Live ließ sich der Abschnitt nicht herstellen. Queen verließ bei Konzerten die Bühne, spielte den Opernteil vom Band ein und kam für den Rockteil zurück.
Warum war Bohemian Rhapsody als Single ungewöhnlich?
Bohemian Rhapsody widersprach zwei Regeln des Singlegeschäfts. Die erste betrifft die Länge: Singles liefen Mitte der siebziger Jahre meist etwa drei Minuten, weil Rundfunksender kurze Titel häufiger spielten. Bohemian Rhapsody dauert rund sechs Minuten und erschien ungekürzt.
Die zweite betrifft den Refrain. Eine Single lebte davon, dass eine Stelle nach dem ersten Hören hängen bleibt und im Verlauf wiederkehrt. Bohemian Rhapsody bietet keine solche Stelle, sondern sechs Abschnitte, die jeder für sich stehen. Der Titel erreichte in Großbritannien trotzdem Platz eins und hielt ihn über den Jahreswechsel 1975/76.
Wovon handelt der Text von Bohemian Rhapsody?
Wovon der Text handelt, ist nicht geklärt. Freddie Mercury schrieb ihn, legte sich zu Lebzeiten aber nicht auf eine Deutung fest und ließ Nachfragen nach der Bedeutung ausdrücklich offen.
Die zahlreichen Deutungen, die zu dem Stück kursieren, stammen deshalb von Dritten: von Journalisten, Biografen und Hörern, nicht vom Urheber. Dieser Artikel nennt keine davon als die richtige, weil keine belegt ist.
Sicher beschreiben lässt sich die Form. Der Text steht auf Englisch und erzählt in der Ich-Form. Im Mittelteil wechselt er zwischen Zurufen des Chores und Antworten der Solostimme, wie ein Wortwechsel auf der Bühne. Eine Zeile, die als Refrain wiederkehrt, gibt es nicht.
Wie wirkte Bohemian Rhapsody nach?
Für Bohemian Rhapsody ließ die Band 1975 einen kurzen Werbefilm drehen und schickte ihn statt eines eigenen Auftritts ins Fernsehen. Solche Filme gab es vorher schon, doch dieser erreichte ein sehr großes Publikum und gilt seither als früher Vertreter des Musikvideos.
Nach dem Tod von Freddie Mercury 1991 erschien der Titel erneut als Single und stand in Großbritannien ein zweites Mal auf Platz eins.
Häufige Fragen zu Bohemian Rhapsody
Wie viele Abschnitte hat Bohemian Rhapsody?
Bohemian Rhapsody hat sechs Abschnitte: einen Eingangschor ohne Begleitung, einen Balladenteil mit Klavier, ein Gitarrensolo, einen Chorteil im Opernstil, einen Rockteil und einen ruhigen Schluss. Sie stehen nacheinander, und keiner von ihnen kehrt später wieder.
Hat Bohemian Rhapsody einen Refrain?
Bohemian Rhapsody hat keinen Refrain. Kein Abschnitt wiederholt sich, und keine Zeile kehrt als Wiedererkennungsmarke zurück. Den Zusammenhalt stiftet die Reihenfolge der sechs Abschnitte, nicht die Wiederholung.
Wer sang den Chor in Bohemian Rhapsody?
Den Chor in Bohemian Rhapsody sangen drei Mitglieder von Queen: Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor. Ein Chor war nicht beteiligt. Die drei sangen ihre Stimmen viele Male nacheinander auf eigene Spuren, sodass beim Abmischen ein vielstimmiger Satz entsteht.
Wovon handelt Bohemian Rhapsody?
Wovon Bohemian Rhapsody handelt, ist nicht geklärt. Freddie Mercury schrieb den Text und legte sich zu Lebzeiten nicht auf eine Deutung fest. Die kursierenden Deutungen stammen von Dritten, nicht vom Urheber. Belegt ist nur die Form: Der Text steht auf Englisch, erzählt in der Ich-Form und verzichtet auf eine wiederkehrende Refrainzeile.




