Johnny Cash

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Ein Mikrofon und Kopfhörer in Schwarzweiß-Aufnahme. Foto: Pexels / Pixabay.
Ein Mikrofon und Kopfhörer in Schwarzweiß-Aufnahme. Foto: Pexels / Pixabay.

Zusammenfassung

Johnny Cash war ein US-amerikanischer Sänger und Rhythmusgitarrist aus Arkansas, geboren 1932 und gestorben 2003. Seine tiefe Bass-Bariton-Stimme und der treibende Boom-Chicka-Boom-Rhythmus seiner Begleitband machten ihn zu einer der prägendsten Figuren der Countrymusik. Ab 1955 nahm er für Sun Records in Memphis auf, ab 1958 für Columbia Records. Weil er auf der Bühne fast ausschließlich Schwarz trug, wurde er als Man in Black bekannt. Zu seinen wichtigsten Alben zählen At Folsom Prison von 1968 und American Recordings von 1994.

Johnny Cash war ein US-amerikanischer Sänger und Rhythmusgitarrist aus Arkansas, geboren 1932 und gestorben 2003. Seine tiefe Bass-Bariton-Stimme und der treibende Rhythmus seiner Begleitband prägten den sogenannten Boom-Chicka-Boom-Sound und machten ihn zu einer der wichtigsten Figuren der Countrymusik. Ab 1955 nahm er für das Label Sun Records in Memphis auf, ab 1958 für Columbia Records. Weil er auf der Bühne fast ausschließlich Schwarz trug, wurde er als Man in Black bekannt.

1932 bis 2003Lebensdaten
Bass-BaritonStimmlage
1955Debüt bei Sun Records
Boom-Chicka-BoomKlangmerkmal

Wer war Johnny Cash?

Johnny Cash wurde 1932 in Kingsland im US-Bundesstaat Arkansas geboren und wuchs in der Ansiedlung Dyess auf, wo seine Familie Baumwolle anbaute. Von 1950 bis 1954 diente er in der US Air Force und war als Funker im bayerischen Landsberg am Lech stationiert, wo er seine erste Band gründete. Nach der Rückkehr in die USA zog er nach Memphis, Tennessee, arbeitete zunächst als Vertreter für Haushaltsgeräte und sprach 1955 beim Label Sun Records vor. Cash starb 2003 in Nashville, Tennessee.

MerkmalJohnny Cash
Lebensdaten1932 bis 2003
HerkunftKingsland und Dyess, Arkansas
Instrument und StimmeGesang im Bass-Bariton, Rhythmusgitarre
BegleitbandTennessee Two, später Tennessee Three
GenreCountry, Rockabilly, Folk, Gospel
Prägende AlbenAt Folsom Prison (1968), American Recordings (1994)
BesonderheitBoom-Chicka-Boom-Rhythmus ohne Schlagzeug, durchgehend schwarze Bühnenkleidung

Wie verlief die Karriere von Johnny Cash?

Sam Phillips nahm Johnny Cash 1955 für sein Label Sun Records unter Vertrag und stellte ihm die Musiker Luther Perkins und Marshall Grant zur Seite, die gemeinsam mit ihm als Tennessee Two auftraten. Noch im selben Jahr erschien die erste Single mit Hey Porter und Cry! Cry! Cry!, es folgten Folsom Prison Blues und I Walk the Line, das 1956 Platz eins der US-Country-Charts erreichte. 1958 wechselte Cash zu Columbia Records, wo er bis in die 1980er Jahre unter Vertrag blieb.

1963 erreichte Ring of Fire, geschrieben von June Carter und Merle Kilgore, Platz eins der US-Country-Charts. Cash und Carter heirateten 1968 und traten von da an regelmäßig gemeinsam auf. Im selben Jahr erschien das Livealbum At Folsom Prison, aufgenommen vor Inhaftierten im Folsom State Prison in Kalifornien, das zu einem der erfolgreichsten Livealben der Countrymusik wurde. Von 1969 bis 1971 moderierte Cash mit der Johnny Cash Show eine eigene Fernsehsendung beim Sender ABC.

In den 1980er Jahren trat Cash gemeinsam mit Waylon Jennings, Willie Nelson und Kris Kristofferson als The Highwaymen auf. Ab 1994 nahm er mit dem Produzenten Rick Rubin die Reihe American Recordings auf, die seine Musik auf Stimme und akustische Gitarre reduzierte und ihn einem jüngeren Publikum bekannt machte. Johnny Cash starb im September 2003 in Nashville.

Welche Alben prägen das Werk von Johnny Cash?

Fünf Alben stehen für zentrale Abschnitte seines Werks:

  • Johnny Cash with His Hot and Blue Guitar! (1957) ist sein erstes Studioalbum, aufgenommen bei Sun Records mit den Tennessee Two.
  • At Folsom Prison (1968) hält ein Konzert vor Inhaftierten im Folsom State Prison fest und gilt als Wendepunkt seiner Karriere.
  • At San Quentin (1969) entstand im gleichnamigen Staatsgefängnis in Kalifornien und enthält A Boy Named Sue.
  • American Recordings (1994) ist die erste Aufnahme der Reihe mit Rick Rubin, eingespielt nur mit Stimme und akustischer Gitarre.
  • American IV: The Man Comes Around (2002) enthält die Coverversion von Hurt, einem Stück der Band Nine Inch Nails.

Was macht den Sound von Johnny Cash aus?

Johnny Cash sang im Bass-Bariton, tief und mit wenig Vibrato. Wo andere Sänger einen Ton lange aushalten, spricht Cash die Silben eher, als dass er sie singt, wodurch seine Aufnahmen näher am Erzählen als am klassischen Country-Gesang klingen.

Den Bandklang der Tennessee Two prägt das sogenannte Boom-Chicka-Boom-Muster. Marshall Grant spielte auf dem Kontrabass zu jeder Zählzeit einen tiefen Grundton, Luther Perkins dämpfte die Saiten seiner E-Gitarre mit der Handkante und schlug dazwischen einen kurzen, perkussiven Achtel an. Ohne Schlagzeug entstand daraus ein Rhythmus, der an eine fahrende Eisenbahn erinnert.

Ein Takt im Boom-Chicka-Boom-Rhythmus Kontrabass E-Gitarre 1 2 3 4 Boom Chick Der Kontrabass setzt den tiefen Ton auf jede Zählzeit, die gedämpfte Gitarre folgt auf der Achtel danach.
Der Kontrabass spielt auf jeder Zählzeit einen tiefen Ton, die E-Gitarre dämpft die Saiten und schlägt auf der Achtel danach. Zusammen ergibt das den Boom-Chicka-Boom-Rhythmus ohne Schlagzeug.

Boom-Chicka-Boom entsteht ohne Schlagzeug. Die Tennessee Two spielten in den frühen Sun-Jahren zu zweit, Kontrabass und gedämpfte E-Gitarre teilten sich die rhythmische Aufgabe eines Schlagzeugs. Erst Anfang der 1960er Jahre kam mit W.S. Holland ein Schlagzeuger dazu, seither trat die Band als Tennessee Three auf.

Wie bei anderen Aufnahmen des Labels legte Produzent Sam Phillips auch auf Cashs frühe Titel ein kurzes Bandecho, das sogenannte Slapback-Echo. Es verdoppelt die Stimme um einen kurzen, klar getrennten Nachschlag und verstärkt so den Eindruck einer größeren Aufnahme, ohne die Textverständlichkeit zu verringern.

Welchen Einfluss hatte Johnny Cash auf die Musik?

Johnny Cash gilt als eine der wenigen Personen, die in Country, Rock and Roll und Folk gleichermaßen anerkannt sind. Die Country Music Hall of Fame nahm ihn 1980 auf, die Rock and Roll Hall of Fame folgte 1992.

Mit At Folsom Prison setzte Cash das live in einem Gefängnis aufgenommene Album als eigenes Format durch. Die späten American Recordings mit Rick Rubin zeigten, dass ein reduziertes, fast ausschließlich akustisches Arrangement auch außerhalb der Countrymusik ein Publikum erreicht, und beeinflussten damit, wie andere Musiker ihr Spätwerk anlegten.

Häufige Fragen zu Johnny Cash

Wer war Johnny Cash, kurz erklärt?

Johnny Cash war ein US-amerikanischer Sänger und Rhythmusgitarrist aus Arkansas, der von 1932 bis 2003 lebte. Er gehört zu den prägendsten Namen der Countrymusik und wurde für seine tiefe Bass-Bariton-Stimme und den Boom-Chicka-Boom-Rhythmus seiner Begleitband bekannt. Ab 1955 nahm er für Sun Records auf, ab 1958 für Columbia Records.

Warum wird Johnny Cash Man in Black genannt?

Johnny Cash trug auf der Bühne fast ausschließlich schwarze Kleidung und erklärte diese Wahl 1971 im Lied Man in Black als Zeichen der Solidarität mit Armen, Gefangenen und Kriegsopfern. Der Titel wurde danach zu seinem festen Beinamen.

Was ist der Boom-Chicka-Boom-Sound von Johnny Cash?

Der Boom-Chicka-Boom-Sound bezeichnet den Rhythmus, den Johnny Cashs Begleitband Tennessee Two ohne Schlagzeug erzeugte. Der Kontrabass spielte zu jeder Zählzeit einen tiefen Grundton, die gedämpfte E-Gitarre schlug dazwischen einen kurzen Achtel an. Zusammen ergibt das einen Rhythmus, der an eine fahrende Eisenbahn erinnert.

Welche Alben von Johnny Cash gelten als die wichtigsten?

Zu den wichtigsten Alben von Johnny Cash zählen sein Debüt Johnny Cash with His Hot and Blue Guitar! von 1957, die Livealben At Folsom Prison von 1968 und At San Quentin von 1969 sowie American Recordings von 1994 und American IV: The Man Comes Around von 2002 aus seiner späten Zusammenarbeit mit Rick Rubin.

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