Huqin

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A Chinese huqin family bowed fiddle: round wood soundbox with snakeskin face. Bild: KI generiert.
A Chinese huqin family bowed fiddle: round wood soundbox with snakeskin face. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Der Huqin ist die Bezeichnung für eine große Familie chinesischer Streichinstrumente mit meist zwei Saiten, zu der unter anderem der bekannte Erhu gehört. Die Ursprünge des Huqin reichen in die Tang- und Song-Zeit zurück; er entwickelte sich aus Streichinstrumenten, die über die Seidenstraße aus Zentralasien nach China gelangten.

Der Huqin ist die Bezeichnung für eine große Familie chinesischer Streichinstrumente mit meist zwei Saiten, zu der unter anderem der bekannte Erhu gehört. Die Ursprünge des Huqin reichen in die Tang- und Song-Zeit zurück; er entwickelte sich aus Streichinstrumenten, die über die Seidenstraße aus Zentralasien nach China gelangten. Ein Huqin besteht aus einem kleinen, runden oder sechseckigen Resonanzkörper aus Holz, der meist mit Schlangenhaut bespannt ist, sowie einem langen, dünnen Hals, der als Stachel durch den Resonanzkörper hindurchgeführt wird. Charakteristisch ist, dass die Bogenhaare zwischen den beiden Saiten hindurchlaufen und nicht vom Instrument getrennt werden können. Der Huqin wird traditionell in chinesischen Orchestern und Ensembles gespielt und zählt zu den bekanntesten Instrumentenfamilien der chinesischen Musik.

Wie klingt der Huqin?

Der Klang des Huqin ist einzigartig und unverwechselbar. Er hat einen warmen, oft leicht nasalen Klang, der sich durch seine zwei Saiten und den kleinen, meist mit Schlangenhaut bespannten Resonanzkörper auszeichnet. Der Klang ist sehr melodisch, kann der menschlichen Stimme erstaunlich nahekommen und hat eine starke emotionale Wirkung. Je nach Bauart und Region reicht der Ton vom weichen, singenden Klang des Erhu bis zu helleren, schärferen Klangfarben anderer Huqin-Varianten. Der Klang des Huqin ist ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Musik und wird in traditionellen wie modernen Stücken gleichermaßen eingesetzt.

Woraus besteht der Huqin?

Ein Huqin besteht aus einem kleinen, runden oder sechseckigen Resonanzkörper, meist aus Holz, dessen eine Öffnung mit Schlangenhaut, häufig Pythonhaut, bespannt ist. Durch den Resonanzkörper hindurch verläuft ein langer, dünner Hals aus Holz, der am unteren Ende als Stachel aus dem Korpus herausragt - dieser Bautyp wird deshalb als Stachelgeige bezeichnet. Am oberen Ende des Halses sitzen zwei Stimmwirbel, an denen die zwei Saiten befestigt sind, die traditionell aus Seide, heute meist aus Metall oder Nylon bestehen. Ein kleiner Steg auf der bespannten Membran überträgt die Schwingungen der Saiten auf den Resonanzkörper. Der Bogen besteht aus einer gebogenen Bambusrute, die mit Pferdehaar bespannt ist, wobei die Bogenhaare zwischen den beiden Saiten hindurchgefädelt sind und so fest mit dem Instrument verbunden bleiben.

Wie spielt man den Huqin?

Der Huqin wird meist im Sitzen gespielt, mit dem Resonanzkörper auf dem Oberschenkel abgestützt und dem Hals nach oben. Da die Bogenhaare zwischen den beiden Saiten verlaufen, wird eine Saite gestrichen, indem der Bogen gegen sie gedrückt wird - für die andere Saite drückt man den Bogen in die entgegengesetzte Richtung. Diese Bauweise erlaubt einen fließenden Wechsel zwischen den beiden Saiten, ohne den Bogen abzusetzen.

Die linke Hand greift die Saiten nicht auf ein Griffbrett - der Huqin besitzt keines -, sondern drückt sie frei in der Luft, direkt über dem Hals. Dadurch lassen sich Vibrato und gleitende Tonhöhenwechsel besonders ausdrucksstark spielen, was dem Huqin seinen oft gesangsähnlichen Klang verleiht.

Die beiden Saiten sind üblicherweise im Abstand einer Quinte zueinander gestimmt. Da beide Saiten stets in Reichweite des Bogens liegen, lassen sich auch Doppelgriffe und schnelle Saitenwechsel spielen, die dem Spiel rhythmische und harmonische Vielfalt verleihen.

Das Erlernen des Huqin erfordert vor allem ein sicheres Gefühl für die Bogenführung zwischen den beiden Saiten sowie für die Fingerposition der linken Hand, da es keine Bünde oder ein Griffbrett gibt, an denen man sich orientieren könnte.

Typische Musikstile mit dem Huqin

Zur Huqin-Familie zählen zahlreiche regionale Bauformen, die sich in Größe, Klangfarbe und Einsatzgebiet unterscheiden. Der bekannteste Vertreter ist der Erhu, der sowohl solistisch als auch im chinesischen Orchester eine tragende Rolle spielt. Weitere Mitglieder der Familie sind unter anderem der tiefere Zhonghu, der in der Pekingoper eingesetzte, hellere Jinghu sowie der Banhu und der Gaohu, die vor allem in regionalen Opern- und Volksmusiktraditionen verbreitet sind.

Huqin-Instrumente werden traditionell in der chinesischen Oper zur Begleitung von Gesang und Handlung eingesetzt, ebenso in Kammermusikensembles und im modernen chinesischen Orchester, in dem sie häufig die Rolle der Streicherstimmen übernehmen, die im westlichen Orchester Violinen und Bratschen zufällt. Seit dem 20. Jahrhundert gibt es zudem ein eigenständiges Solorepertoire für Erhu und andere Huqin, das sowohl traditionelle als auch von westlicher klassischer Musik beeinflusste Kompositionen umfasst.

Bekannte Lieder mit dem Huqin

Zum bekanntesten Repertoire für Huqin-Instrumente, vor allem für den Erhu, gehören Stücke wie "Er Quan Ying Yue" (Der Mond spiegelt sich in der Doppelquelle) des blinden Straßenmusikers Abing, das als eines der bedeutendsten Erhu-Werke überhaupt gilt, sowie "Sai Ma" (Pferderennen) von Huang Haihuai, das die Bogentechnik des Instruments virtuos zur Geltung bringt. Diese Stücke gehören bis heute zum festen Repertoire chinesischer Musikschulen und Konzertsäle und werden regelmäßig von Erhu-Solistinnen und -Solisten in Orchestern und auf internationalen Bühnen gespielt.

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