Schlagzeugfelle

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Die Spitze eines Drumsticks auf einem abgespielten, sichtbar verschlissenen Trommelfell. Foto: flockine / Pixabay.
Die Spitze eines Drumsticks auf einem abgespielten, sichtbar verschlissenen Trommelfell. Foto: flockine / Pixabay.

Zusammenfassung

Schlagzeugfelle bestehen heute aus einer Kunststofffolie (PET, meist Mylar) statt aus der früher üblichen Tierhaut und sind das Verschleißteil des Schlagzeugs. Einlagige Felle klingen heller und resonanter, zweilagige dunkler und robuster, coated Felle sind rau beschichtet für Besen-Spiel und wärmeren Klang, clear Felle klingen heller mit mehr Attack. Bassdrum, Snare und Tom-Toms verlangen jeweils andere Felle. Dieser Ratgeber ordnet Materialien, Bauweisen und Wechselintervalle ein.

Ein Schlagzeugfell ist die gespannte Kunststofffolie, die über den Kessel einer Trommel gezogen wird und beim Schlag des Sticks in Schwingung gerät. Anders als der Kessel darunter ist das Fell ein Verschleißteil: Es dehnt sich mit der Zeit, verliert Spannung und verlangt einen regelmäßigen Wechsel. Zwei Eigenschaften bestimmen seinen Klang und seine Haltbarkeit am stärksten, die Zahl der Folienlagen und die Oberfläche, beschichtet oder klar. Bassdrum, Snare und Tom-Toms stellen dabei jeweils andere Anforderungen an ihr Fell.

PETKunststofffolie moderner Felle (Mylar)
2Bauweisen: einlagig oder zweilagig
2Oberflächen: beschichtet oder klar
2 bis 6Monate typisches Wechselintervall

Woraus bestehen moderne Schlagzeugfelle?

Moderne Schlagzeugfelle bestehen aus einer dünnen Folie aus Polyester (PET), die in der Fellindustrie meist unter dem Markennamen Mylar bekannt ist. Ein Metallring am Rand, der Spannreifenkanal, hält die Folie gefasst, sodass sie sich über den Kessel spannen und mit den Stimmschrauben des Spannreifens auf Zug bringen lässt. Vor der Kunststofffolie bestanden Felle über Jahrhunderte aus Tierhaut, meist Kalb- oder Ziegenhaut, die auf Luftfeuchtigkeit und Temperatur empfindlich reagierte und sich beim Stimmen ungleichmäßig verhielt. Seit den 1950er-Jahren verdrängt die Kunststofffolie die Tierhaut, weil sie witterungsunabhängig gleichbleibend klingt und sich in großer Stückzahl fertigen lässt.

Was unterscheidet einlagige und zweilagige Schlagzeugfelle?

Ein einlagiges Fell besteht aus einer einzigen Folienlage und klingt heller, offener und resonanter, weil die dünne Folie mehr Obertöne durchlässt und länger nachschwingt. Ein zweilagiges Fell besteht aus zwei dünneren Folien, die übereinanderliegen, und klingt dunkler und kontrollierter, weil die zweite Lage hohe Obertöne dämpft und den Ausklang verkürzt. Die zusätzliche Lage macht das Fell zugleich robuster gegenüber kräftigem Anschlag, weshalb zweilagige Felle vor allem als Schlagfelle bei Bassdrum und Snare sowie im Rock und Metal verbreitet sind. Einlagige Felle bleiben die verbreitetere Wahl für Resonanzfelle und für Musikstile, in denen Offenheit und Sustain wichtiger sind als Kontrolle, etwa Jazz.

FelltypKlangcharakterTypischer Einsatz
Einlagighell, offen, viele Obertöne, langes SustainResonanzfelle, Jazz, leichtes bis mittleres Spiel
Zweilagigdunkler, kontrolliert, kurzer Ausklang, mehr PunchSchlagfelle bei Bassdrum und Snare, Rock und Metal
Coated (beschichtet)wärmer, leicht gedämpft, raue OberflächeBesen-Spiel, Snare-Schlagfell, Jazz und Akustik
Clear (klar)heller Attack, mehr Sustain, glatte OberflächeRock, Metal, Live-Situationen mit viel Durchsetzungskraft
Einlagig eine Folienlage Spannreifenkanal hell, resonant, langes Sustain Zweilagig zwei Folienlagen Spannreifenkanal dunkler, kontrolliert, kurzer Ausklang
Im Kantenquerschnitt trägt ein einlagiges Fell eine Folie zwischen den Spannreifenkanälen, ein zweilagiges Fell zwei dünnere Folien übereinander; die zweite Lage dämpft Obertöne und verkürzt den Ausklang.

Was bedeutet coated gegenüber clear bei Schlagzeugfellen?

Coated bezeichnet ein Fell mit einer aufgesprühten, meist weißlichen Beschichtung, die der glatten Kunststofffolie eine raue, mattierte Oberfläche gibt. Diese Rauheit ist Voraussetzung für das Spiel mit Besen, denn nur auf der strukturierten Fläche erzeugen die Drähte des Besens das charakteristische Rauschen, während der Besen auf einem glatten Fell nahezu stumm bleibt. Die Beschichtung dämpft zugleich hohe Obertöne leicht, sodass ein coatetes Fell wärmer und etwas gedeckter klingt als dieselbe Folie ohne Beschichtung. Clear-Felle bleiben unbeschichtet und durchsichtig, klingen dadurch heller, mit schärferem Attack und länger nachklingenden Obertönen, und kommen deshalb häufig dort zum Einsatz, wo sich das Schlagzeug gegen laute Verstärker durchsetzen muss.

Welche Rolle spielt das Fell bei Bassdrum, Snare und Tom-Toms?

Bassdrum, Snare und Tom-Toms stellen jeweils andere Anforderungen an ihr Fell, weil sie unterschiedliche Aufgaben im Set übernehmen.

  • Bassdrum: Das Schlagfell der Basstrommel ist meist zweilagig oder trägt eine eigene Dämpfungsschicht, oft als aufgeklebten Filzring oder Dämpfungspunkt, damit der tiefe Schlag kurz und trocken bleibt statt lange nachzuschwingen. Das Resonanzfell auf der gegenüberliegenden Seite trägt häufig ein rundes Sound-Loch, durch das Luft entweicht und durch das ein Mikrofon nah an den Schlägel heranrückt.
  • Snare: Das Schlagfell der kleinen Trommel ist meist dünner als ein Tom-Fell, damit der Stick sofort Ansprache bekommt und feine Anschläge hörbar bleiben, und oft coated, weil die Snare das klassische Besen-Instrument des Sets ist. Auf der Unterseite sitzt ein eigenes, sehr dünnes Resonanzfell, das gegen den Schnarrteppich schwingt und dessen Ansprache mitbestimmt.
  • Tom-Toms: Bei den Tom-Toms richtet sich die Wahl nach der Stimmung des gesamten Sets. Wer Bassdrum, Standtom und Hängetom klanglich gestaffelt hören will, wählt Dicke und Lagenzahl so, dass sich die Toms hörbar gegen Snare und Bassdrum absetzen, ohne sie zu übertönen.

Wie oft sollte man Schlagzeugfelle wechseln?

Wie oft ein Schlagzeugfell einen Wechsel braucht, hängt vor allem von der Spielhäufigkeit ab. Wer mehrmals wöchentlich probt und zusätzlich regelmäßig live spielt, wechselt Felle häufig etwa alle zwei Monate, weil Schlagfelle unter täglicher Belastung schneller ermüden. Bei gelegentlichem Spiel zu Hause reicht meist ein Wechsel alle sechs Monate oder seltener. Snare-Schlagfelle verschleißen am schnellsten und stehen bei regelmäßigen Spielern oft alle drei bis sechs Monate zum Tausch an, Tom-Felle halten mit sechs bis zwölf Monaten länger, und das Bassdrum-Fell, das meist mit einem weicheren Schlägel getroffen wird, hält häufig ein bis zwei Jahre. Nach jedem Fellwechsel muss das neue Fell gleichmäßig eingestimmt werden, wie der Artikel zum Schlagzeug am Beispiel der Snare beschreibt.

Dellen im Fell lassen sich nicht wegstimmen. Ein Fell mit sichtbaren Einschlagstellen, Rissen oder dumpfem Klang trotz frisch nachgezogener Stimmschrauben braucht einen Wechsel, unabhängig davon, wie lange es schon hängt. Kalenderintervalle sind nur ein Richtwert, der Zustand des Fells entscheidet.

Häufige Fragen zu Schlagzeugfellen

Woraus bestehen Schlagzeugfelle?

Schlagzeugfelle bestehen heute aus einer dünnen Folie aus Polyester (PET), die unter dem Markennamen Mylar bekannt ist und von einem Metallring am Rand gefasst wird. Vor der Kunststofffolie wurden Felle aus Tierhaut gefertigt, meist Kalb- oder Ziegenhaut. Seit den 1950er-Jahren hat sich die Kunststofffolie durchgesetzt, weil sie witterungsunabhängig gleichbleibend klingt.

Was ist der Unterschied zwischen einlagigen und zweilagigen Schlagzeugfellen?

Ein einlagiges Schlagzeugfell besteht aus einer Folienlage und klingt heller, offener und resonanter mit längerem Sustain. Ein zweilagiges Fell besteht aus zwei übereinanderliegenden Folien, klingt dunkler und kontrollierter, weil die zweite Lage hohe Obertöne dämpft, und hält kräftigem Anschlag besser stand.

Was bedeutet coated bei einem Schlagzeugfell?

Coated bezeichnet bei einem Schlagzeugfell eine aufgesprühte, raue Beschichtung auf der glatten Kunststofffolie. Sie ist Voraussetzung für das Spiel mit Besen, weil nur die strukturierte Oberfläche das charakteristische Rauschen erzeugt, und dämpft zugleich hohe Obertöne, sodass das Fell wärmer klingt als ein unbeschichtetes Clear-Fell.

Wie oft muss man Schlagzeugfelle wechseln?

Wie oft man Schlagzeugfelle wechseln muss, hängt von der Spielhäufigkeit ab: bei regelmäßigem Proben und Auftreten etwa alle zwei Monate, bei gelegentlichem Spiel alle sechs Monate oder seltener. Snare-Schlagfelle verschleißen am schnellsten, Bassdrum-Felle halten am längsten. Unabhängig vom Kalender zeigen Dellen, Risse oder ein dumpfer Klang trotz nachgezogener Stimmschrauben an, dass ein Fellwechsel fällig ist.

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