Schlagzeug für Anfänger

6 Min. Lesezeit
Blick von oben auf ein Schlagzeug mit Becken und Trommeln, Hände halten die Sticks. Foto: wal_172619 / Pixabay.
Blick von oben auf ein Schlagzeug mit Becken und Trommeln, Hände halten die Sticks. Foto: wal_172619 / Pixabay.

Zusammenfassung

Ein Einsteiger-Set beim Schlagzeug reduziert den vollständigen Aufbau auf Bassdrum, Snare, ein bis zwei Toms, Hi-Hat und ein Becken. Wichtiger als die Markenwahl sind für Anfänger die Wohnsituation, stabile Hardware und die richtige Sitzhöhe. Wer in einer Mietwohnung übt, kommt an E-Drums oder gedämpften Fellen kaum vorbei. Dieser Artikel ordnet Einsteiger-Set, Klangweg, Zubehör und typische Kauffehler.

Ein Einsteiger-Set beim Schlagzeug reduziert den vollständigen Aufbau auf die wichtigsten Teile: Bassdrum, Snare, ein bis zwei Toms, Hi-Hat und ein Becken. Diese fünf bis sechs Teile decken jeden Grundgroove ab, ohne dass ein Anfänger von Anfang an in Ständer und Becken investiert, die er in den ersten Monaten kaum spielt. Ob akustisch oder elektronisch gespielt wird, hängt stärker von der Wohnsituation ab als bei jedem anderen Instrument, weil ein akustisches Set schon im Nahfeld über 100 Dezibel erreicht. Stabile Hardware und die richtige Sitzhöhe entscheiden dabei mehr über den Lernerfolg als die Markenwahl.

5-6Teile im Einsteiger-Set
7Teile im vollständigen Set
5Agängige Stickgröße
100-115 dBLautstärke Akustikset

Was macht ein Einsteiger-Set beim Schlagzeug aus?

Ein Einsteiger-Set beim Schlagzeug lässt gegenüber dem vollständigen Aufbau bewusst Teile weg, ohne dabei ein anderes Instrument zu sein. Der vollständige Aufbau umfasst sieben Teile: Bassdrum, Snare, Hängetom, Standtom, Hi-Hat, Ride und Crash. Ein Einsteiger-Set spart meist einen der beiden Toms und ein Becken ein und kommt so mit Bassdrum, Snare, einem bis zwei Toms, Hi-Hat und einem einzelnen Becken aus, das Aufgaben von Ride und Crash gemeinsam übernimmt.

KaufkriteriumWorauf Anfänger achten sollten
UmfangBassdrum, Snare, ein bis zwei Toms, Hi-Hat und ein Becken genügen für den Start
Klangwegakustisch oder elektronisch, abhängig von der Wohnsituation
WohnsituationMietwohnung mit Nachbarn spricht eher für E-Drums oder gedämpfte Felle
Hardwarestabile Ständer und Spannschrauben, die sich nicht von selbst lösen
SitzhöheHocker mit stufenloser Verstellung, keine feste Höhe
Direktzubehöreigene Sticks in passender Größe, Gehörschutz, ggf. Übungspad

Dieser reduzierte Umfang reicht aus, weil die Grundgrooves der ersten Monate ohnehin nur Bassdrum, Snare und Hi-Hat gleichzeitig verlangen. Ein zweites Tom und ein zweites Becken kommen erst mit Fills und komplexeren Stücken zum Tragen, ein vollständiges Set mit mehr Zubehör lohnt sich deshalb meist erst, wenn diese Elemente im Spiel auch gebraucht werden.

Einsteiger-Set Bassdrum Snare ein bis zwei Toms Hi-Hat ein Becken Vollständiges Set Bassdrum Snare Hängetom Standtom Hi-Hat Ride Crash Das Einsteiger-Set spart ein Tom und ein Becken gegenüber dem vollständigen Set ein.
Ein Einsteiger-Set reduziert den vollständigen Aufbau um ein Tom und ein Becken, die restlichen Teile bleiben gleich.

Akustisches Schlagzeug oder E-Drums für den Einstieg?

Für den Einstieg eignen sich sowohl ein akustisches Schlagzeug als auch E-Drums, die Entscheidung hängt vor allem von der Lautstärke am Übungsort ab. Ein akustisches Set liefert den unmittelbaren Rückprall echter Felle und Becken, verlangt dafür aber Gehörschutz und einen Raum, der über 100 Dezibel im Nahfeld verträgt. E-Drums nehmen den Luftschall über Kopfhörer fast vollständig heraus, Pads mit Mesh-Fellen kommen dem Spielgefühl eines echten Fells dabei näher als harte Gummipads. Wer beide Wege ausführlich gegenüberstellen möchte, findet Klang, Übe-Feeling und Bühnentauglichkeit in einem eigenen Vergleichsartikel.

Welche Rolle spielt die Wohnsituation beim Schlagzeugkauf?

Die Wohnsituation entscheidet bei kaum einem anderen Instrument so stark über die Kaufentscheidung wie beim Schlagzeug. Ein akustisches Set erreicht im Nahfeld etwa 100 bis 115 Dezibel, das übersteigt in einer Mietwohnung mit Nachbarn schnell das Zumutbare. Für diese Situation sprechen E-Drums mit Kopfhörer oder ein akustisches Set mit Mesh-Fellen und leisen Becken, das den Aufbau und das Spielgefühl unverändert lässt, aber deutlich leiser bleibt. Kopfhörer allein lösen dabei nur den Luftschall, nicht den Trittschall von Bassdrum-Pedal und Hi-Hat-Maschine, der über den Boden in die Nachbarwohnung übertragen wird. Wie sich Übezeiten, Trittschall und die einzelnen Dämpfungswege im Detail zueinander verhalten, beschreibt der Artikel zum Schlagzeug lernen.

Welches Zubehör braucht ein Anfänger direkt zum Schlagzeug?

Direkt zum Schlagzeug braucht ein Anfänger eigene Sticks in passender Größe, einen verstellbaren Hocker und häufig ein Übungspad, unabhängig davon, ob das Set selbst schon vorhanden ist.

  • Eigene Sticks in mittlerer Stärke, üblicherweise die Größe 5A, passen für die meisten Anfänger. Ein im Set mitgeliefertes Paar reicht für den Dauerbetrieb selten, weil Sticks durch Übung verschleißen und regelmäßig ersetzt werden.
  • Hocker oder Thron mit stufenloser Höhenverstellung gehört von Anfang an dazu, weil die Sitzhöhe die Haltung von Armen und Beinen am gesamten Set bestimmt. Ein zu niedriger oder zu fest fixierter Hocker lässt sich nicht an wechselnde Spieler oder wachsende Kinder anpassen.
  • Übungspad bildet den Rückprall eines Fells nach und bleibt dabei leise genug für jede Wohnung. Es eignet sich für Handtechnik und Timing, bevor oder neben dem eigentlichen Set gespielt wird.
  • Gehörschutz gehört ab dem ersten Tag am akustischen Set dazu, weil die Lautstärke dort dauerhaft über der Grenze liegt, ab der das Gehör Schaden nimmt.

Welches weitere Zubehör über diese direkte Erstausstattung hinaus sinnvoll ist, etwa Kopfhörer, Metronom oder Dämpfungsmatte, ordnet ein eigener Zubehör-Artikel des Clusters.

Welche Kauffehler machen Anfänger beim Schlagzeugkauf?

Zwei Fehler erschweren Anfängern den Einstieg beim Schlagzeugkauf am häufigsten: ein zu kleines Set mit schlechter Hardware und eine falsch eingestellte Sitzhöhe.

  • Zu kleines oder instabiles Einsteiger-Set: Manche besonders günstigen Sets sparen nicht nur bei Trommeln und Becken, sondern auch bei Ständern, Spannreifen und Stimmschrauben. Solche Hardware löst sich beim Spielen von selbst, das Set verstimmt sich schnell und Ständer wackeln unter dem Anschlag. Das kostet einen Anfänger vor allem Zeit zum Nachstellen statt zum Üben.
  • Falsche Sitzhöhe: Sitzt der Hocker zu niedrig, drücken die Oberschenkel gegen die Unterseite der Snare und blockieren die Bewegung der Arme. Sitzt er zu hoch, verlieren die Beine den festen Kontakt zu den Pedalen von Bassdrum und Hi-Hat. Die Oberschenkel sollten von der Hüfte aus leicht nach vorn abfallen, das lässt sich nur mit einem stufenlos verstellbaren Hocker zuverlässig einstellen.

Ein größeres Set ersetzt keine stabile Hardware. Ständer, Spannreifen und Pedale entscheiden stärker über den Übekomfort als die Zahl der Trommeln. Ein reduziertes Einsteiger-Set mit solider Hardware bringt einen Anfänger weiter als ein großes Set, das ständig nachjustiert werden muss.

Häufige Fragen zum Schlagzeug für Anfänger

Was gehört zu einem Einsteiger-Set beim Schlagzeug?

Zu einem Einsteiger-Set beim Schlagzeug gehören meist Bassdrum, Snare, ein bis zwei Toms, Hi-Hat und ein Becken. Das ist gegenüber dem vollständigen Aufbau aus sieben Teilen um ein Tom und ein Becken reduziert. Für die Grundgrooves der ersten Monate reicht dieser Umfang aus, ein vollständiges Set mit mehr Zubehör lohnt sich meist erst später.

Eignen sich E-Drums für Anfänger besser als ein akustisches Schlagzeug?

Ob E-Drums oder ein akustisches Schlagzeug für einen Anfänger besser geeignet sind, hängt vor allem von der Wohnsituation ab. E-Drums nehmen den Luftschall über Kopfhörer fast vollständig heraus und eignen sich deshalb für Mietwohnungen. Ein akustisches Set liefert dafür den unmittelbaren Rückprall echter Felle und Becken, verlangt aber Gehörschutz und einen Raum, der die Lautstärke verträgt.

Wie laut ist ein Schlagzeug für Anfänger in der Wohnung?

Ein akustisches Schlagzeug erreicht im Nahfeld etwa 100 bis 115 Dezibel und ist in einer Mietwohnung mit Nachbarn kaum spielbar. Kopfhörer an E-Drums senken zwar den Luftschall fast auf null, gegen den Trittschall der Pedale helfen sie aber nicht. Nur eine mechanische Entkopplung über ein Podest reduziert diesen Trittschall wirksam.

Welche Sitzhöhe braucht ein Anfänger am Schlagzeug?

Ein Anfänger braucht am Schlagzeug eine Sitzhöhe, bei der die Oberschenkel von der Hüfte aus leicht nach vorn abfallen und die Füße die Pedale von Bassdrum und Hi-Hat vollständig erreichen. Ein zu niedriger Hocker blockiert die Snare, ein zu hoher Hocker lässt die Beine den Kontakt zu den Pedalen verlieren. Ein stufenlos verstellbarer Hocker gehört deshalb zur Grundausstattung.

Weitere Artikel in Schlaginstrumente

Schlagzeug für Kinder

Schlagzeug für Kinder

Ein festes Mindestalter für das Schlagzeugspiel gibt es nicht, entscheidend sind Koordination, Kraft und Interesse des Kindes statt ein Geburtsjahr. Ein Junior-Set mit durchgehend kleineren Kesselgrößen passt besser zu einem Kind als ein volles Erwachsenenset, weil Reichweite und Kraftaufwand sonst nicht zum Spielen passen. Ein verstellbarer Hocker sorgt dafür, dass die Fußmaschine trotz wachsender Beinlänge sauber erreichbar bleibt. Bei der Lautstärke helfen E-Drums mit Kopfhörer oder gedämpfte Übungsfelle auf dem akustischen Set, und stabile Ständer und Hardware verhindern, dass beim Spielen etwas kippt.

Schlagzeug kaufen

Schlagzeug kaufen

Der Kaufratgeber erklärt, worauf es bei einem akustischen Schlagzeug und bei E-Drums ankommt: Kesselgrößen, Kesselmaterial und Fellqualität auf der einen Seite, Pads, Klangmodul und Kopfhöreranschluss auf der anderen. Dazu die üblichen Preisklassen als Spannen und die wichtigsten Prüfpunkte beim Gebrauchtkauf.

Schlagzeug- und E-Drums-Marken

Schlagzeug- und E-Drums-Marken

Der Markt für Schlagzeuge teilt sich in traditionsreiche japanische, US-amerikanische, deutsche und taiwanische Hersteller, die überwiegend akustische Schlagzeuge bauen, und in zwei Marken, die sich ausschließlich auf E-Drums spezialisiert haben. Pearl, Tama und Yamaha stammen aus Japan, DW und Gretsch aus den USA, Sonor aus Deutschland und Mapex aus Taiwan; Sonor ist mit der Gründung 1875 die älteste Marke in diesem Überblick. Roland und Alesis bauen dagegen keine akustischen Kessel, sondern ausschließlich E-Drums. Dieser Überblick nennt zu jeder Marke Gründungsjahr, Herkunftsland und Sortimentsschwerpunkt als Fakten über das Angebot, ohne eine Rangfolge aufzustellen.

Schlagzeug oder E-Drums?

Schlagzeug oder E-Drums?

Akustisches Schlagzeug und E-Drums erzeugen ihren Klang auf grundlegend unterschiedliche Weise: Das akustische Set schwingt über Felle und Becken, E-Drums wandeln den Schlag über Sensoren, ein Klangmodul und Lautsprecher oder Kopfhörer in Ton um. Der wichtigste Unterschied für die Kaufentscheidung ist die Lautstärke, denn ein akustisches Set liegt über 100 Dezibel und ist in Mietwohnungen kaum spielbar, während sich E-Drums über Kopfhörer nahezu lautlos üben lassen. Spielgefühl, Bühnentauglichkeit und Kosten unterscheiden sich ebenfalls, ohne dass eine Seite grundsätzlich im Vorteil ist. Wer beide Merkmale kennt, entscheidet nach Wohnsituation und Einsatzzweck statt nach vermeintlicher Qualität.