Akustisches Schlagzeug und E-Drums erzeugen ihren Klang auf grundlegend unterschiedliche Weise. Das akustische Schlagzeug bringt Felle und Becken durch den Schlag zum Schwingen, E-Drums wandeln denselben Schlag über einen Sensor im Pad in ein Signal um, das erst ein Klangmodul zu einem Ton macht. Daraus folgt der wichtigste Punkt für die Kaufentscheidung: Ein akustisches Set liegt über 100 Dezibel und ist in einer Mietwohnung kaum spielbar, während sich E-Drums über Kopfhörer nahezu lautlos üben lassen. Spielgefühl, Bühnentauglichkeit und Kosten unterscheiden sich ebenfalls, ohne dass eine Seite grundsätzlich im Vorteil ist. Dieser Artikel stellt beide Typen nebeneinander, ohne eines als das bessere Set einzustufen.
Worin unterscheiden sich akustisches Schlagzeug und E-Drums klanglich?
Akustisches Schlagzeug und E-Drums erzeugen ihren Ton auf grundsätzlich verschiedene Weise. Beim akustischen Schlagzeug versetzt der Schlag das Fell in Schwingung, diese Schwingung wird über den Kessel zu einem eigenständigen Klang, den Material und Spannung des Fells prägen. Becken schwingen zusätzlich als Ganzes und geben ihren Ton ab, ohne dass ein weiteres Gerät dazwischensteht.
Bei E-Drums entsteht der Ton nicht im Pad. Ein Sensor unter der Schlagfläche misst nur, wie hart der Schlag auftrifft, und meldet diesen Wert an ein Klangmodul. Erst das Modul ruft eine gespeicherte Aufnahme ab und gibt sie über Lautsprecher oder Kopfhörer aus. Das Pad selbst gibt kaum Klang von sich, deshalb hängt der Ton von der Qualität der Aufnahmen im Modul ab und nicht vom Material des Pads.
Welches Set ist lauter, und was bedeutet das für Nachbarn und Mietwohnung?
Ein akustisches Schlagzeug ist deutlich lauter als E-Drums: Es erreicht über 100 Dezibel und lässt sich kaum leiser spielen, ohne den Klang selbst zu verändern. In einer Mietwohnung überschreitet dieser Pegel schnell das, was Nachbarn zumutbar ist, und zwar zu jeder Tageszeit.
E-Drums lösen dieses Problem über den Kopfhörer: Der Klang läuft direkt vom Modul an die Ohren, nach außen bleibt nur das Klopfen auf der Anschlagfläche übrig. Vollständig lautlos werden beide Varianten dadurch aber nicht. Bassdrum-Pedal und Hi-Hat-Maschine geben ihre Tritte als Erschütterung über den Boden weiter, dieser Trittschall bleibt sowohl beim akustischen Set als auch bei E-Drums ein Thema und lässt sich nur durch ein vom Boden entkoppeltes Podest wirklich dämpfen.
Wie unterscheidet sich das Spielgefühl zwischen Fell und Pad?
Das Spielgefühl unterscheidet sich vor allem im Rückprall des Sticks. Ein gespanntes Fell gibt den Schlag direkt zurück und reagiert auf jede Anschlagstärke sofort, dieser natürliche Rebound ist die Grundlage für schnelle Wirbel ebenso wie für leise Anschläge.
Bei E-Drums hängt das Spielgefühl von der Bauart des Pads ab. Pads mit Netzfell, sogenannte Mesh-Pads, spannen ein feines Gewebe über einen Rahmen und kommen dem Rückprall eines echten Fells damit näher als Pads mit einer massiven Gummiauflage. Gummipads geben den Schlag härter und ohne echten Nachschwung zurück, und auch Beckenpads aus Gummi oder Kunststoff schwingen nicht wie Metall nach.
Welches eignet sich besser für Auftritte und Bandproben?
Ein akustisches Schlagzeug ist auf der Bühne ohne zusätzliche Technik einsatzbereit: Aufbauen, stimmen und spielen genügt, den Rest übernimmt die Lautstärke des Sets selbst, ein Mikrofon nimmt sie bei Bedarf nur ab, statt sie zu erzeugen.
E-Drums brauchen für einen Auftritt eine Verstärkung oder eine Anbindung an die PA-Anlage, weil das Modul sonst nur die eigenen Kopfhörer speist. Dafür bieten sie mehr Optionen: Der Schlagzeuger wechselt Klangsätze auf Knopfdruck, hört sich selbst und eine Klickspur ausschließlich über Kopfhörer und stört bei der Bandprobe niemanden außerhalb des Raums, solange auch der Trittschall gedämpft ist.
| Merkmal | Akustisches Schlagzeug | E-Drums |
|---|---|---|
| Klangerzeugung | Felle und Becken schwingen selbst | Sensor, Klangmodul und Lautsprecher oder Kopfhörer |
| Lautstärke ohne Zusatzmaßnahme | über 100 Dezibel | am Modul regelbar, über Kopfhörer nahezu lautlos |
| Trittschall von Pedal und Fußmaschine | bleibt vorhanden | bleibt vorhanden |
| Spielgefühl der Anschlagfläche | natürlicher Rebound des Fells | je nach Pad, Mesh-Pads am nächsten am Fell |
| Einsatz auf der Bühne | ohne Zusatztechnik einsatzbereit | braucht Verstärkung oder PA-Anbindung |
| Klangvielfalt | ein Satz Trommeln und Becken | mehrere Klangsätze im Modul wählbar |
Wie unterscheiden sich die Kosten grob?
E-Drums-Einstiegssets kosten in der Anschaffung oft weniger als ein vergleichbares akustisches Einstiegsset, weil ein einzelnes Klangmodul mehrere Klänge liefert und kein zusätzliches Fell- oder Beckenset dazukommt. Diese Faustregel gilt aber nur für den Einstieg.
Bei beiden Typen ist die Preisspanne insgesamt groß: Vom einfachen Einsteigerset bis zum Instrument für den professionellen Einsatz liegen bei akustischen Sets ebenso wie bei E-Drums mehrere Ausstattungsstufen dazwischen, die sich in Materialqualität, Sensorik beziehungsweise Kesselbau und Zubehör unterscheiden. Ein konkreter Betrag lässt sich deshalb keiner der beiden Varianten pauschal zuordnen.
Kann man mit beiden gleich gut anfangen zu lernen?
Ja, mit akustischem Schlagzeug und mit E-Drums lässt sich gleich gut mit dem Lernen anfangen. Die Grundlagen wie Haltung, Wechselschlag und die Koordination von Händen und Füßen entstehen auf beiden Typen in derselben Reihenfolge, unabhängig davon, ob am Ende ein Fell oder ein Pad unter dem Stock liegt.
Die Wahl hängt bei diesem Instrument stärker als bei den meisten anderen Instrumenten von der Wohnsituation ab, weil ein akustisches Set in einer Mietwohnung schon in den ersten Übungswochen an die Grenze des Zumutbaren stößt. Wer frei über die eigenen vier Wände verfügt oder einen Proberaum nutzt, kann direkt auf dem akustischen Set beginnen. Wer in einer Mietwohnung übt, kommt an E-Drums, Mesh-Fellen oder zumindest einem Übungspad kaum vorbei. Wege zum Üben selbst beschreibt der Artikel Schlagzeug lernen.
Nicht die Lernschwierigkeit unterscheidet akustisches Schlagzeug und E-Drums, sondern die Wohnsituation. Beide sind für den Einstieg gleich gut geeignet, doch nur E-Drums lassen sich in einer Mietwohnung ohne Rücksicht auf Nachbarn üben. Welcher Typ passt, entscheidet deshalb eher der Übungsort als das Instrument selbst.
Häufige Fragen zu Schlagzeug und E-Drums
Ist ein akustisches Schlagzeug lauter als E-Drums?
Ein akustisches Schlagzeug ist deutlich lauter als E-Drums, weil Felle und Becken den Ton selbst erzeugen und über 100 Dezibel erreichen. E-Drums geben ihren Klang über ein Klangmodul aus, das sich am Regler oder über Kopfhörer nahezu lautlos einstellen lässt.
Kann man E-Drums in einer Mietwohnung spielen?
E-Drums lassen sich in einer Mietwohnung über Kopfhörer nahezu lautlos spielen, weil der Klang nicht über Lautsprecher nach außen dringen muss. Der Trittschall von Fußmaschine und Hi-Hat-Pedal bleibt dabei trotzdem bestehen und lässt sich nur durch ein vom Boden entkoppeltes Podest wirklich dämpfen.
Fühlt sich ein E-Drums-Pad wie ein echtes Fell an?
Ein E-Drums-Pad fühlt sich je nach Bauart unterschiedlich an: Mesh-Pads mit gespanntem Netzgewebe kommen dem Rückprall eines echten Fells näher, Pads mit massiver Gummiauflage geben den Schlag härter zurück. Kein Pad ahmt den Rebound eines Fells vollständig nach, Mesh-Pads liegen aber deutlich näher am akustischen Spielgefühl.
Sind E-Drums für einen Auftritt geeignet?
E-Drums sind für einen Auftritt geeignet, brauchen dafür aber eine Verstärkung oder eine Anbindung an die PA-Anlage, weil das Klangmodul sonst nur die Kopfhörer speist. Ein akustisches Schlagzeug ist dagegen ohne zusätzliche Technik einsatzbereit, bietet im Gegenzug aber keine wechselbaren Klangsätze.




