Kalimba

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Redaktion
Hände spielen die gestimmten Metallzungen einer Kalimba mit Holzkorpus. Foto: wal_172619 / Pixabay.
Hände spielen die gestimmten Metallzungen einer Kalimba mit Holzkorpus. Foto: wal_172619 / Pixabay.

Zusammenfassung

Die Kalimba ist ein Lamellophon aus gestimmten Metallzungen auf einem Resonanzkörper aus Holz, die der Spieler mit den Daumennägeln zupft. Sie gehört zur Familie der afrikanischen Lamellophone, zu der auch die Mbira der Shona in Simbabwe zählt, ist mit dieser aber nicht identisch: Die heute weltweit verbreitete Bauform mit 17 Zungen in C-Dur geht auf eine Standardisierung im 20. Jahrhundert zurück. Die Zungen stehen nicht der Reihe nach, sondern mit dem tiefsten Ton in der Mitte und abwechselnd nach rechts und links ansteigend.

Die Kalimba ist ein Lamellophon: ein Instrument aus gestimmten Metallzungen, die auf einem Resonanzkörper aus Holz festsitzen und die der Spieler mit den Daumennägeln nach unten zupft. Sie gehört zur Familie der afrikanischen Lamellophone, zu der auch die Mbira der Shona in Simbabwe zählt. Die heute weltweit verbreitete Bauform mit 17 Zungen in C-Dur geht auf eine Standardisierung im 20. Jahrhundert zurück. Ihre Zungen sind nicht der Reihe nach angeordnet: Der tiefste Ton sitzt in der Mitte, die Tonleiter steigt abwechselnd nach rechts und links an.

17Zungen
C-Durübliche Stimmung
DaumenSpielweise
StahlZungenwerkstoff

Was ist eine Kalimba?

Die Kalimba ist ein gezupftes Idiophon. Der Ton entsteht in der Metallzunge selbst, die der Spieler herunterdrückt und abschnellen lässt; der Korpus verstärkt ihn und bestimmt die Klangfarbe. Die Länge der frei schwingenden Zunge legt die Tonhöhe fest, deshalb ragt die tiefste Zunge am weitesten heraus. Weil die Zunge frei ausschwingt, klingt jeder Ton so lange nach, bis der Spieler ihn mit dem Finger abstoppt.

MerkmalKalimba
FamilieLamellophon, gezupftes Idiophon
Tonerzeugungabschnellende Metallzunge über einem Resonanzkörper
Zungenzahlmeist 17, daneben 8, 10 und 21
Stimmungdiatonisch, üblich C-Dur
Anordnungtiefster Ton in der Mitte, abwechselnd nach außen ansteigend
Korpusmassives Brett oder Hohlkasten aus Holz
NotationZiffernschrift auf den Zungen, Tabulatur statt Noten

Wie sind die Zungen der Kalimba angeordnet?

Die tiefste Zunge sitzt in der Mitte, und die Tonleiter steigt von dort abwechselnd nach rechts und nach links an. Der zweite Ton liegt rechts neben der Mitte, der dritte links, der vierte wieder rechts. Beide Hälften wachsen dadurch gleichmäßig nach außen, und beide Daumen erreichen ohne Umgreifen den gesamten Umfang.

17 Zungen, von vorn gesehen Ziffer = Stufe der C-Dur-Tonleiter 17 15 13 11 9 7 5 3 1 2 4 6 8 10 12 14 16 E C A F D H G E C D F A C E G H D Steg
Die längste Zunge in der Mitte trägt den tiefsten Ton. Weil die Stufen abwechselnd nach rechts und links wandern, stehen auf jeder Seite nur die ungeraden oder nur die geraden Stufen: benachbarte Zungen einer Seite liegen eine Terz auseinander.

Drei benachbarte Zungen einer Seite ergeben auf der Kalimba immer einen Dreiklang. Weil jede Seite nur jede zweite Stufe der Tonleiter trägt, liegen die Nachbarn im Terzabstand. Der Daumen greift drei nebeneinanderliegende Zungen ohne Spreizung und erhält einen fertigen Akkord. Genau das macht das Instrument für Anfänger so zugänglich.

Wie ist eine Kalimba aufgebaut?

Die Zungen aus Federstahl laufen über einen Steg, eine Druckstange presst sie dagegen. Nur der Teil vor dem Steg schwingt, alles dahinter bleibt eingespannt und stumm. Der Korpus ist entweder ein massives Brett aus Hartholz oder ein Hohlkasten mit Schallloch, der lauter und länger klingt.

Viele Hohlkasten-Modelle tragen auf der Rückseite zwei Löcher. Der Spieler öffnet und schließt sie im Wechsel mit den Zeigefingern und verändert damit die Klangfarbe eines gehaltenen Tons. Traditionelle Instrumente setzen an dieser Stelle auf Metallringe oder Kronkorken am Rahmen, die bei jedem Anschlag mitschnarren.

Wie spielt man Kalimba?

Der Spieler hält das Instrument mit beiden Händen und zupft die Zungen mit den Daumennägeln nach unten. Die übrigen Finger stützen den Korpus von hinten. Wer mit der Fingerkuppe statt mit dem Nagel spielt, bekommt einen dumpferen und leiseren Ton, weil die Kuppe die Zunge beim Abschnellen bremst.

Statt Noten nutzen die meisten Spieler eine Tabulatur, die die Zungen abbildet und dieselben Ziffern von 1 bis 7 verwendet, die auch auf den Zungen stehen. Auf westlichen Modellen steht dabei häufig ein B für den Ton, der im deutschen Sprachraum H heißt. Da eine diatonisch gestimmte Kalimba keine Halbtöne besitzt, klingt jeder Griff innerhalb der Tonart; falsche Töne im engeren Sinn gibt es nicht.

Worin unterscheiden sich Kalimba und Mbira?

Kalimba und Mbira gehören derselben Instrumentenfamilie an, sind aber nicht dasselbe Instrument. Mbira ist der Shona-Name für die traditionellen Lamellophone Simbabwes. Die bekannteste Bauform, die Mbira dzavadzimu, trägt rund zwei Dutzend Zungen in mehreren Reihen, liegt beim Spielen in einer großen Kalebasse und gehört zu den Zeremonien, mit denen die Shona ihre Ahnen anrufen. Metallplättchen oder Kronkorken am Brett erzeugen dabei ein Schnarren, das zum Klangbild gehört und nicht als Störung gilt.

Die Kalimba in ihrer heutigen Form ist dagegen ein standardisiertes Serieninstrument. Der in Südafrika tätige Musikforscher Hugh Tracey ließ sie ab den 1950er Jahren in gleichbleibender Bauweise fertigen und stimmte sie diatonisch nach westlichem Vorbild. Aus dieser Linie stammen die heute verbreiteten Modelle mit 17 Zungen. Sie ist damit eine jüngere, vereinfachte Verwandte der traditionellen Instrumente, kein Ersatz und keine Kopie.

Die Namen sind regional ohnehin nicht eindeutig. Malimba bezeichnet in den meisten Gegenden ein Stabspiel, in Teilen Tansanias dagegen ein Lamellophon. Die Array Mbira wiederum ist eine amerikanische Neuentwicklung mit stark erweitertem Umfang und trägt den Namen nur als Familienbezeichnung. Mit der Marimba hat die Kalimba trotz des ähnlichen Wortstamms keine Bauform gemeinsam: Dort schlagen Schlägel auf Holzstäbe, hier zupfen Daumen Metallzungen.

Wie stimmt man eine Kalimba?

Die freie Länge der Zunge bestimmt ihren Ton, und genau daran setzt das Stimmen an. Ein leichter Schlag mit einem kleinen Hammer treibt die Zunge weiter nach vorn, sodass der schwingende Teil länger wird und der Ton sinkt. Ein Schlag von vorn schiebt sie zurück und hebt den Ton. Der Steg selbst bleibt unangetastet.

Weil sich die Zungen beim Transport verschieben können, gehört ein Stimmhammer zum Lieferumfang. Neben der Grundstimmung in C-Dur sind Moll-Stimmungen und pentatonische Stimmungen verbreitet, bei denen keine Zunge außerhalb der Skala liegt.

Häufige Fragen zur Kalimba

Was ist der Unterschied zwischen Kalimba und Mbira?

Kalimba und Mbira sind verwandte Lamellophone, aber nicht dasselbe Instrument. Mbira ist der Shona-Name für die traditionellen Instrumente Simbabwes; die Mbira dzavadzimu trägt rund zwei Dutzend Zungen in mehreren Reihen, liegt beim Spielen in einer Kalebasse und hat eine feste Rolle in Ahnenzeremonien. Die Kalimba ist die im 20. Jahrhundert standardisierte, diatonisch gestimmte Serienbauform mit meist 17 Zungen in einer Reihe.

Wie viele Zungen hat eine Kalimba?

Die verbreitetste Kalimba hat 17 Zungen und deckt damit gut zwei Oktaven der C-Dur-Tonleiter ab. Daneben gibt es Modelle mit 8, 10 oder 21 Zungen. Mehr Zungen bedeuten mehr Umfang, aber auch schmalere Zungen, die schwerer einzeln zu treffen sind.

Warum liegt der tiefste Ton der Kalimba in der Mitte?

Der tiefste Ton der Kalimba liegt in der Mitte, weil die Tonleiter von dort abwechselnd nach rechts und links ansteigt. Beide Daumen erreichen so den gesamten Umfang, ohne umzugreifen. Nebeneffekt der Anordnung: Auf jeder Seite folgt jede zweite Stufe, weshalb benachbarte Zungen eine Terz auseinanderliegen und sich zu Akkorden zusammenfassen lassen.

Ist die Kalimba für Anfänger geeignet?

Die Kalimba ist für Anfänger geeignet, weil eine diatonisch gestimmte Zunge keinen falschen Ton liefern kann und der erste Ton ohne Vorkenntnisse gelingt. Die Zungen tragen eingravierte Ziffern, und Stücke stehen als Tabulatur zur Verfügung. Schwierig wird es erst bei schnellen Wechseln zwischen weit auseinanderliegenden Zungen.

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