Handpan

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Redaktion
Handpan aus dunkel angelaufenem Stahl, die zentrale Kuppel und die ringsum liegenden Klangfelder sind deutlich erkennbar. Bild: KI generiert.
Handpan aus dunkel angelaufenem Stahl, die zentrale Kuppel und die ringsum liegenden Klangfelder sind deutlich erkennbar. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Die Handpan ist ein Schlaginstrument aus zwei verschweißten Stahlhalbschalen, das mit den bloßen Händen gespielt wird. Auf der Oberseite sitzen eine zentrale Kuppel, das Ding, und ringsum acht bis neun gestimmte Klangfelder. Jedes Instrument trägt genau eine Tonleiter, die der Erbauer in das Blech hämmert und die sich nachträglich nicht ändern lässt. Hang ist dabei kein zweiter Name für die Gattung, sondern ein geschützter Markenname der Berner Werkstatt PANArt.

Die Handpan ist ein Schlaginstrument aus zwei verschweißten Stahlhalbschalen, das der Spieler mit den bloßen Händen anschlägt. In der Mitte der Oberseite sitzt eine gewölbte Kuppel, das Ding, und ringsum liegen acht bis neun gestimmte Klangfelder. Jedes Instrument trägt genau eine Tonleiter, die der Erbauer beim Stimmen in das Blech hämmert und die sich später nicht mehr ändern lässt. Die Bauart entstand im Jahr 2000 in Bern, der Name Hang gehört bis heute allein dem dortigen Hersteller.

2Stahlhalbschalen
8 bis 9Klangfelder
1feste Tonleiter
rund 4 kgGewicht

Was ist eine Handpan?

Die Handpan ist ein gestimmtes Idiophon: Der Klang entsteht im Material selbst, nicht in einem gespannten Fell und nicht in einer Saite. Zwei tiefgezogene Stahlhalbschalen sind am Rand miteinander verschweißt und bilden einen flachen, linsenförmigen Hohlkörper. In die obere Schale hämmert der Erbauer eine zentrale Kuppel und ringsum mehrere flache Mulden. Jede dieser Mulden ist ein eigenes Klangfeld mit einer festen Tonhöhe.

MerkmalHandpan
FamilieIdiophon, gestimmtes Schlaginstrument
WerkstoffStahlblech, meist nitriert oder rostfrei
Aufbauzwei verschweißte Halbschalen, oben Ding und Klangfelder, unten Schallöffnung
Tonvorrateine feste Tonleiter, meist neun bis zehn Töne
SpielweiseFingerkuppen und Handballen, ohne Schlägel
Durchmesserrund 50 bis 55 Zentimeter
Gewichtetwa vier bis fünf Kilogramm
Herkunft der BauartBern, Schweiz, im Jahr 2000

Warum heißt nicht jede Handpan Hang?

Hang ist ein geschützter Markenname, Handpan der Gattungsbegriff. Die Marke gehört der Berner Werkstatt PANArt, die das erste Instrument dieser Bauart im Jahr 2000 baute; Felix Rohner und Sabina Schärer entwickelten es aus ihrer Arbeit an der Stahltrommel. PANArt beendete die Fertigung des Hang im Jahr 2013.

Wer heute ein Instrument mit Ding und ringförmig angeordneten Klangfeldern kauft, kauft eine Handpan aus einer der vielen Werkstätten weltweit und kein Hang. Anzeigen, die ein beliebiges solches Instrument als Hang bewerben, verwenden den Markennamen falsch. Umgekehrt gilt: Jedes Hang ist eine Handpan, aber keine Handpan einer anderen Werkstatt ist ein Hang.

Wie ist eine Handpan aufgebaut?

Die Oberseite trägt das Ding und die Klangfelder, die Unterseite eine runde Schallöffnung, das Gu. Das Ding sitzt genau in der Mitte und klingt am tiefsten. Die Klangfelder liegen als flache Mulden im Kreis darum herum, jedes in einer eigenen Größe: Ein größeres Feld schwingt langsamer und klingt tiefer.

Die Töne folgen dabei keiner Runde, sondern einem Zickzack. Der nächsthöhere Ton liegt jeweils auf der gegenüberliegenden Seite, sodass die Tonleiter abwechselnd links und rechts nach oben steigt. Beide Hände teilen sich damit die Arbeit, und eine Tonleiter läuft ohne Handwechsel durch.

Ding 1 2 3 4 5 6 7 8 Draufsicht, Klangfelder 1 bis 8 Reihenfolge der Töne Tonhöhe steigt nach oben links rechts 1 2 3 4 5 6 7 8
Das Ding in der Mitte klingt am tiefsten. Die Klangfelder 1 bis 8 steigen abwechselnd links und rechts nach oben, deshalb spielen beide Hände an jeder Tonleiter mit. Die Schallöffnung Gu liegt auf der Unterseite und ist in der Draufsicht nicht zu sehen.

Das Gu auf der Unterseite ist keine Verzierung. Der Hohlkörper wirkt als Helmholtz-Resonator: Die eingeschlossene Luft schwingt durch die Öffnung und verstärkt die tiefen Anteile. Wer die Handfläche über das Gu führt oder es kurz verschließt, verändert diesen Bassanteil hörbar.

Wie erzeugt die Handpan ihren Ton?

Ein Fingerschlag versetzt das Klangfeld in Schwingung, und das dünne Blech schwingt mehrere Sekunden nach. Der Stimmer hämmert jedes Feld so lange, bis es nicht nur seinen Grundton trifft, sondern zusätzlich die Oktave darüber und die Quinte über dieser Oktave. Diese drei Teiltöne stehen im Verhältnis 1 zu 2 zu 3 und verschmelzen zu einem einzigen klaren Ton. Genau diese Dreifachstimmung unterscheidet ein Klangfeld von einem beliebigen Stück Blech.

Gespielt wird ausschließlich mit Fingerkuppen, Fingergliedern und Handballen. Schlägel bleiben tabu: Ein harter Schlag verbiegt das Blech und verstimmt das Feld dauerhaft. Weil jeder Ton wie bei einer Klangschale lange stehen bleibt, gehört das Dämpfen mit der Handkante zur Technik dazu.

Eine Handpan spielt nur die Töne, die in ihr Blech gehämmert sind. Es gibt keine Stimmschraube, keinen Wirbel und keinen Zug. Wer eine zweite Tonart braucht, braucht ein zweites Instrument.

Warum lässt sich eine Handpan nicht umstimmen?

Die Tonhöhe eines Klangfeldes steckt in seiner Form und in der Spannung des Blechs, nicht in einem verstellbaren Teil. Der Stimmer bringt beides mit dem Hammer in einen Zustand, in dem Grundton, Oktave und Quinte gleichzeitig stimmen. Jeder weitere Hammerschlag verändert alle drei zugleich, und die Nachbarfelder reagieren mit. Deshalb gehört Stimmen in die Werkstatt und nicht in die Hand des Spielers.

Für den Kauf ist das die wichtigste Eigenschaft überhaupt: Die Tonleiter ist die Kaufentscheidung, nicht eine Einstellung danach. Am weitesten verbreitet ist die Stimmung D-Kurd mit einem tiefen D als Ding, daneben stehen Dutzende weitere zur Wahl. Wer mit anderen zusammenspielen will, prüft vorher, ob die Tonleitern zueinander passen.

Was unterscheidet Handpan und Steelpan?

Beide bestehen aus gestimmtem Stahlblech, sonst ist fast alles verschieden. Die Steelpan aus Trinidad und Tobago ist nach innen gewölbt, ihre Tonfelder liegen in einer Schale, und der Spieler schlägt sie mit gummibezogenen Schlägeln an. Die Handpan ist nach außen gewölbt und verträgt nur die Hände.

Der zweite Unterschied ist der Tonvorrat. Eine Tenor-Steelpan trägt rund dreißig Töne und deckt damit alle Halbtöne ab, eine Handpan neun oder zehn aus einer einzigen Tonleiter. Die Steelpan spielt deshalb mehrstimmige Sätze im Orchester, die Handpan steht allein.

Wie schwer ist Handpan lernen?

Der erste brauchbare Ton gelingt in Minuten. Jedes Feld hat seine Tonhöhe fest eingebaut, und alle Töne stammen aus derselben Tonleiter; falsche Töne gibt es nicht, solange die Hand auf den Feldern bleibt.

Schwer wird es danach. Die Klangfelder liegen im Zickzack statt in Tonleiterfolge, sodass jede Melodie eine eigene Griffordnung verlangt. Dazu kommt der Anschlag: Fingerkuppe, Fingerglied und Handballen erzeugen auf demselben Feld deutlich verschiedene Klangfarben. Wie beim Cajon entscheidet der Handkontakt über den Klang, nicht ein Griff.

Häufige Fragen zur Handpan

Was ist der Unterschied zwischen Handpan und Hang?

Handpan ist der Gattungsbegriff für die gesamte Bauart, Hang ein geschützter Markenname der Berner Werkstatt PANArt. Jedes Hang ist eine Handpan, aber kein Instrument einer anderen Werkstatt darf Hang heißen. PANArt baute das erste Instrument dieser Art im Jahr 2000 und beendete die Fertigung des Hang 2013.

Kann man eine Handpan umstimmen?

Eine Handpan lässt sich nicht umstimmen. Ihre Tonleiter steckt in der Form und der Spannung des Blechs, festgelegt beim Bau durch Hämmern. Verstellbare Teile gibt es nicht. Ein Instrument spielt in genau einer Tonart, und wer eine andere braucht, kauft ein zweites. Nur ein Fachbetrieb kann ein verstimmtes Feld wieder auf seinen ursprünglichen Ton zurückbringen.

Wie viele Töne hat eine Handpan?

Eine Handpan hat meist neun bis zehn Töne: das Ding in der Mitte als tiefsten Ton und ringsum acht bis neun Klangfelder. Alle gehören zu einer einzigen Tonleiter. Manche Instrumente tragen zusätzliche Felder auf der Unterseite, sogenannte Bottom Notes.

Womit spielt man eine Handpan?

Eine Handpan spielt man mit den bloßen Händen, also mit Fingerkuppen, Fingergliedern und Handballen. Schlägel gehören nicht dazu: Sie treffen härter als jede Hand, verbiegen das dünne Blech und verstimmen das getroffene Klangfeld dauerhaft.

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