Der Hosho ist ein traditionelles Rasselinstrument aus Simbabwe, das aus der Kultur der Shona stammt und untrennbar mit der Mbira-Musik verbunden ist. Ein Hosho besteht aus einer ausgehöhlten, getrockneten Kürbisschale (Mapudzi), die mit den Samen der Hota-Pflanze gefüllt ist. Gespielt wird meist mit zwei Hosho gleichzeitig, einer in jeder Hand, um ein dichtes, treibendes Rasselmuster zu erzeugen. Der Hosho ist ein Idiophon - der Klang entsteht durch das Schütteln des gesamten Instruments, nicht durch das Anschlagen einer Membran. Er ist ein fester Bestandteil traditioneller Mbira-Ensembles und begleitet zeremonielle wie alltägliche Musik der Shona.
Wie klingt der Hosho?
Der Klang des Hosho ist ein trockenes, perkussives Rasseln, das entsteht, wenn die Hota-Samen im Inneren der Kürbisschale bei jeder Schüttelbewegung gegen die Innenwand schlagen. Erfahrene Spieler variieren die Handbewegung so, dass abwechselnd ein betonter und ein leiserer Rasselimpuls entsteht - ein charakteristisches Muster, das in der Mbira-Musik den Grundpuls trägt und mit den Melodien der Mbira ineinandergreift. Der Klang ist perkussiv und trocken, aber sehr rhythmisch vielschichtig, wenn zwei Hosho im Wechsel gespielt werden.
Woraus besteht der Hosho?
Ein Hosho wird aus einer kleinen, runden Kürbisfrucht (Mapudzi bzw. Calabash) hergestellt, die getrocknet, ausgehöhlt und mit den harten Samen der Hota-Pflanze gefüllt wird. Die Öffnung wird anschließend verschlossen, sodass die Samen im Inneren frei umherrollen können. Größe und Form der Kürbisschale sowie die Menge der Samen beeinflussen den Klangcharakter des jeweiligen Instruments. Der Hosho hat weder eine Membran noch einen Rahmen im eigentlichen Sinn - er ist ein reines Schüttelidiophon. Traditionell werden Hosho paarweise gespielt, jeweils ein Exemplar in jeder Hand.
Wie spielt man den Hosho?
Der Hosho wird geschüttelt, nicht geschlagen. Die Spielerin oder der Spieler hält je ein Hosho in jeder Hand und bewegt das Handgelenk in einer schnellen, kontrollierten Vor- und Zurückbewegung, sodass die Samen im Inneren rhythmisch gegen die Kürbiswand schlagen.
Die grundlegende Technik erzeugt bei jeder Bewegung zwei Impulse - einen beim Vorwärts- und einen beim Rückwärtsschwung -, die zusammen ein charakteristisches, leicht ungleichmäßiges Muster bilden. Dieses "lange und kurze" Rasselmuster ist typisch für die traditionelle Shona-Musik und dient als rhythmisches Fundament, zu dem die Mbira spielt.
In der Regel spielen zwei Hosho-Spieler leicht versetzt zueinander, sodass sich ihre Muster verschränken und ein dichtes, treibendes Rhythmusgeflecht entsteht. Diese Interlocking-Technik ist ein zentrales Merkmal der Shona-Ensemblemusik.
Der Hosho wird fast ausschließlich als Begleitinstrument eingesetzt, meist zusammen mit der Mbira (Daumenklavier) und Gesang, seltener auch mit Trommeln. Er liefert den treibenden Puls, zu dem sich Melodie und Tanz orientieren.
Typische Musikstile mit dem Hosho
Der Hosho ist untrennbar mit der Mbira-Musik der Shona in Simbabwe verbunden. In traditionellen Zeremonien wie der Bira, bei der die Verbindung zu den Ahnen gesucht wird, spielt die Kombination aus Mbira und Hosho eine zentrale rituelle Rolle und kann sich über viele Stunden erstrecken. Der gleichbleibende Puls des Hosho hilft den Mbira-Spielern, ihre komplexen, ineinander verschachtelten Melodiemuster zu synchronisieren.
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Mbira-Hosho-Musik auch außerhalb Simbabwes bekannt, unter anderem durch Musiker wie Thomas Mapfumo, der traditionelle Mbira-Rhythmen mit moderner Bandbesetzung verband (Chimurenga-Musik), sowie durch die Mbira-Meisterin Stella Chiweshe. Der Hosho blieb dabei meist als rhythmisches Fundament erhalten, auch wenn E-Gitarren und Schlagzeug hinzukamen.
Bekannte Lieder mit dem Hosho
Der Hosho ist auf zahllosen Aufnahmen traditioneller und moderner simbabwischer Musik zu hören, meist im Zusammenspiel mit der Mbira. Musiker wie Thomas Mapfumo und die Mbira-Meisterin Stella Chiweshe haben diese Musiktradition international bekannt gemacht, indem sie traditionelle Mbira-Hosho-Stücke in ihr Repertoire aufnahmen oder als Grundlage eigener Kompositionen nutzten. Auch der Musiker Oliver Mtukudzi griff in seiner Musik immer wieder auf Rhythmen der traditionellen Shona-Musik zurück. Feste "Hosho-Stücke" im westlichen Sinn gibt es dabei kaum - der Hosho ist vor allem als rhythmisches Grundelement in einem viel größeren, oft mündlich überlieferten Repertoire von Mbira-Stücken eingebettet.




