Wind of Change

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Redaktion
Ein bemalter Abschnitt der Berliner Mauer mit farbigen Graffiti, davor ein leerer Gehweg. Foto: MariaTortajada / Pixabay.
Ein bemalter Abschnitt der Berliner Mauer mit farbigen Graffiti, davor ein leerer Gehweg. Foto: MariaTortajada / Pixabay.

Zusammenfassung

Wind of Change ist eine Rockballade der deutschen Band Scorpions und erschien 1990 auf dem Album Crazy World, ein Jahr später kam das Stück als Single heraus. Klaus Meine schrieb es, nachdem die Band 1989 in Moskau gespielt hatte. Den Anfang trägt kein Riff, sondern ein gepfiffenes Motiv über einer akustischen Gitarre. Von dort baut das Stück Abschnitt für Abschnitt auf, bis der Refrain mit vollem Schlagzeug und verzerrter Gitarre einsetzt. Am Schluss kehrt das gepfiffene Motiv zurück.

Wind of Change ist eine Rockballade der deutschen Band Scorpions und erschien 1990 auf dem Album Crazy World, ein Jahr später kam das Stück als Single heraus. Klaus Meine schrieb es, nachdem die Band 1989 in Moskau gespielt hatte. Den Anfang trägt kein Riff, sondern ein gepfiffenes Motiv über einer akustischen Gitarre. Von dort baut das Stück Abschnitt für Abschnitt auf, bis der Refrain mit vollem Schlagzeug und verzerrter Gitarre einsetzt. Am Schluss kehrt das gepfiffene Motiv zurück.

1990Album
1991Single
4/4Taktart
PfeifenEinleitung

Wie ist Wind of Change aufgebaut?

Wind of Change folgt der Strophe-Refrain-Form und rahmt sie mit dem gepfiffenen Motiv ein. Auf die Einleitung folgen Strophe, Aufbau und Refrain, danach dasselbe Paket ein zweites Mal. Zwischen dem zweiten und dem letzten Refrain steht das Gitarrensolo. Am Ende kehrt das Motiv vom Anfang wieder.

Die Abschnitte unterscheiden sich weniger in den Akkorden als in der Zahl der Instrumente. Die Strophe kommt mit wenig Begleitung aus, der Refrain trägt die volle Band. Tempo und Taktart bleiben gleich, das Stück läuft durchgehend im Viervierteltakt.

MerkmalWind of Change
InterpretScorpions
UrheberKlaus Meine
AlbumCrazy World (1990)
Single1991
Taktart4/4
FormStrophe, Aufbau, Refrain, Solo, gerahmt vom gepfiffenen Motiv
BesetzungGesang, gepfiffenes Motiv, akustische Gitarre, zwei E-Gitarren, E-Bass, Schlagzeug
GenreRockballade, Hardrock

Warum fällt die gepfiffene Einleitung von Wind of Change auf?

Die gepfiffene Einleitung fällt auf, weil ein Pfeifton fast keine Obertöne trägt. Beim Pfeifen strömt Luft durch die verengten Lippen, die Mundhöhle wirkt als Resonanzraum, und die Zunge verändert deren Volumen und damit die Tonhöhe. Was dabei entsteht, kommt einem Sinuston nahe: eine Frequenz und kaum etwas darüber. Eine angeschlagene Saite klingt dagegen mit einer ganzen Reihe von Obertönen, und eine verzerrte Gitarre setzt weitere hinzu.

Aus diesem Unterschied folgen drei Wirkungen:

  • Erkennbarkeit. Kein anderer Klang im Stück ähnelt dem Pfeifton. Das Motiv steht damit nach wenigen Tönen für sich.
  • Abstand zum Refrain. Der Pfeifton trägt die wenigsten Obertöne, die verzerrte E-Gitarre die meisten. Zwischen Anfang und Refrain liegt damit der größte Klangunterschied, den diese Besetzung hergibt.
  • Nachpfeifbarkeit. Wer das Motiv behalten will, braucht kein Instrument. Ein gepfiffenes Thema wiederholt der Hörer im selben Klang.

Klaus Meine pfeift das Motiv selbst. Es steht über einer akustischen Gitarre, die in ruhigen Werten begleitet, und es klingt leiser als jeder andere Einsatz des Stücks.

Wie entsteht die Steigerung in Wind of Change?

Die Steigerung in Wind of Change entsteht durch Hinzufügen, nicht durch Lauterspielen. Jeder Abschnitt bringt eine Spur mehr als der vorige, und keine fällt vorher wieder weg. Diese Bauweise ist in der Rockmusik verbreitet: leise Strophe, lauter Refrain, dazwischen ein Abschnitt, der die Lücke schließt.

  • Einleitung. Das gepfiffene Motiv steht über der akustischen Gitarre. Sonst klingt nichts.
  • Strophe. Der Gesang setzt ein, die Gitarre begleitet weiter, der E-Bass legt lange Grundtöne darunter.
  • Aufbau. Das Schlagzeug kommt dazu, zunächst zurückgenommen, und arbeitet auf die Eins des Refrains hin.
  • Refrain. Das Schlagzeug markiert jede Zählzeit, die verzerrte E-Gitarre hält die Akkorde durch, und der Gesang klingt in mehreren Stimmen.
  • Solo. Die Leadgitarre übernimmt die Melodie, der Gesang schweigt, die Begleitung läuft weiter.
  • Schluss. Die Band nimmt zurück, und das gepfiffene Motiv steht wieder oben.

Der Zuwachs liegt weniger in der Lautstärke als in der Zahl der Ereignisse je Takt. In der Strophe schlägt die Gitarre wenige Töne an, und zwischen den Anschlägen bleibt Platz. Im Refrain füllen Schlagzeug und verzerrte Gitarre diesen Platz. Das Ohr misst den Abstand zwischen beiden Zuständen.

Einleitung Strophe Aufbau Refrain Strophe Refrain Solo Refrain Schluss Pfeifen akustische Gitarre Gesang E-Bass Schlagzeug verzerrte E-Gitarre Gefüllt: die Spur klingt. Blass: das Schlagzeug spielt zurückgenommen. Leer: sie schweigt. Mit jedem Abschnitt kommt eine Spur dazu.
Jede Zeile steht für eine Instrumentengruppe, jede Spalte für einen Abschnitt. Die Zahl der klingenden Spuren wächst von der Einleitung bis zum Refrain und fällt am Schluss auf die Besetzung des Anfangs zurück. Der Ablauf steht verkürzt.

Wind of Change steigert sich über die Besetzung, nicht über das Tempo. Das Stück behält seine Geschwindigkeit vom ersten bis zum letzten Takt und lässt stattdessen eine Spur nach der anderen einsetzen. Wer eine Ballade so baut, braucht für den Höhepunkt keinen neuen Einfall, sondern nur die Instrumente, die vorher geschwiegen haben.

Wer spielt was in Wind of Change?

In Wind of Change spielen die Scorpions in ihrer Besetzung von 1990: Klaus Meine singt und pfeift, Rudolf Schenker spielt die Rhythmusgitarre, Matthias Jabs die Leadgitarre, Francis Buchholz den E-Bass und Herman Rarebell das Schlagzeug.

Die beiden Gitarren behalten ihre Rollen, spielen sie aber mit anderen Einstellungen als in den harten Stücken der Band. Die Rhythmusgitarre trägt die Akkorde, in der Strophe unverzerrt und in ruhigen Anschlägen, im Refrain verzerrt und durchgehend. Die Leadgitarre setzt spät ein und spielt das Solo melodisch: wenige Töne mit langem Halt statt schneller Läufe. Genau daran hängt, dass das Stück als Ballade durchgeht, obwohl dieselbe Besetzung darauf spielt wie im Hard Rock derselben Band.

Wer schrieb Wind of Change und wovon handelt der Text?

Klaus Meine, der Sänger der Scorpions, schrieb Wind of Change und steht als alleiniger Urheber. Die Band verbindet die Entstehung mit ihren Auftritten in Moskau: Die Scorpions spielten dort 1989 beim Moscow Music Peace Festival, und Meine schrieb das Stück im Anschluss an diese Reise. Weitere Einzelheiten zur Entstehung kursieren in mehreren Fassungen, die sich gegenseitig nicht stützen.

Der Text steht auf Englisch, erzählt in der Ichform und nennt Orte in Moskau. Er beschreibt eine Veränderung, ohne ein einzelnes Ereignis zu benennen, und stellt hinter jede Strophe denselben Refrain. Weil er ohne Datum und ohne Namen auskommt, ließ er sich später auf ganz unterschiedliche Vorgänge beziehen.

Wie wirkte Wind of Change nach?

Wind of Change erschien in den Jahren, in denen sich die politische Ordnung in Mittel- und Osteuropa veränderte, und wurde in der Folge als Lied dieser Zeit wahrgenommen. Es steht bis heute in Rückblicken auf diese Jahre. Ob ein Lied an solchen Vorgängen Anteil hat, lässt sich nicht messen. Belegbar ist nur, dass viele Hörer es mit ihnen verbinden.

In den vergangenen Jahren verbreitete sich öffentlich die Vermutung, ein Geheimdienst habe das Stück in Auftrag gegeben. Die Band hat das zurückgewiesen, und ein Beleg für die Behauptung liegt nicht vor.

Häufige Fragen zu Wind of Change

Wer schrieb Wind of Change?

Wind of Change schrieb Klaus Meine, der Sänger der Scorpions. Er steht als alleiniger Urheber des Stücks. Die Band verbindet die Entstehung mit ihren Auftritten in Moskau im Jahr 1989.

Auf welchem Album erschien Wind of Change?

Wind of Change erschien 1990 auf dem Album Crazy World der Scorpions. Als Single kam das Stück ein Jahr später heraus, 1991. Album und Single fallen damit nicht in dasselbe Jahr.

Warum beginnt Wind of Change mit einem gepfiffenen Motiv?

Wind of Change beginnt mit einem gepfiffenen Motiv, weil ein Pfeifton fast keine Obertöne trägt und sich damit von jedem anderen Klang des Stücks abhebt. Klaus Meine pfeift ihn selbst, begleitet von einer akustischen Gitarre. Der Anfang liegt damit klanglich so weit wie möglich vom lauten Refrain entfernt.

Welche Instrumente sind in Wind of Change zu hören?

In Wind of Change sind Gesang, ein gepfiffenes Motiv, akustische Gitarre, zwei E-Gitarren, E-Bass und Schlagzeug zu hören. Sie setzen nacheinander ein: Pfeifen und akustische Gitarre in der Einleitung, Gesang und Bass in der Strophe, Schlagzeug im Aufbau, verzerrte E-Gitarre im Refrain. Am Schluss bleibt die Besetzung des Anfangs übrig.

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