Chromatisches Akkordeon

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Redaktion
Bild: krsmanovic / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Das chromatische Akkordeon ist eine Bauform des Akkordeons, bei der auf der rechten (Melodie-)Seite ein Knopfgriffsystem verwendet wird, mit dem sich, anders als beim diatonischen Akkordeon, alle zwölf Halbtöne der chromatischen Tonleiter in jeder Zug- und Druckrichtung des Balgs gleich spielen lassen. Es ist ein sehr vielseitiges und ausdrucksstarkes Instrument aus der Familie der Balg-Aerophone mit freischwingenden Zungen.

Das chromatische Akkordeon ist eine Bauform des Akkordeons, bei der auf der rechten (Melodie-)Seite ein Knopfgriffsystem verwendet wird, mit dem sich, anders als beim diatonischen Akkordeon, alle zwölf Halbtöne der chromatischen Tonleiter in jeder Zug- und Druckrichtung des Balgs gleich spielen lassen. Es ist ein sehr vielseitiges und ausdrucksstarkes Instrument aus der Familie der Balg-Aerophone mit freischwingenden Zungen. Es ist ein sehr flexibles Instrument, das sowohl für klassische als auch für moderne Musikstile geeignet ist. Es ist ein sehr beliebtes Instrument in vielen Ländern, insbesondere in Russland und Osteuropa (dort oft als Bajan bezeichnet), in Frankreich (Musette) sowie in Teilen Lateinamerikas. Die Grundform des Akkordeons wurde 1829 von Cyrill Demian in Wien patentiert; das durchgehend chromatische Knopfsystem entwickelte sich im späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert weiter und wurde vor allem in Russland zum sogenannten Bajan verfeinert. Mit dem chromatischen Akkordeon können Musiker eine Vielzahl von Musikstilen erkunden und ihre eigene Musik schaffen.

Wie klingt das chromatische Akkordeon?

Das Chromatische Akkordeon ist ein sehr melodisches Instrument, das einen warmen, vollen Klang hat. Es hat eine breite Palette an Klängen, die von tiefen, dunklen Bässen bis hin zu hellen, glockenartigen Höhen reichen. Es kann eine Vielzahl von Stimmungen und Emotionen erzeugen, von sanft und ruhig bis hin zu lebhaft und aufregend. Es ist ein sehr flexibles Instrument, das sich für eine Vielzahl von Musikstilen eignet, von klassischer Musik bis hin zu Jazz und Volksmusik. Der Klang des Chromatischen Akkordeons ist einzigartig und unverwechselbar und kann eine wunderschöne und einzigartige Atmosphäre schaffen. Durch die Kombination mehrerer, leicht gegeneinander verstimmter Zungenchöre entsteht der charakteristische, leicht schwebende Musette-Klang, der besonders in der französischen Akkordeonmusik geschätzt wird.

Woraus besteht das chromatische Akkordeon?

Ein chromatisches Akkordeon besteht im Kern aus zwei Manualteilen, die durch den Balg miteinander verbunden sind. Auf der rechten Seite befindet sich das Diskant- bzw. Melodiemanual: mehrere schräg versetzte Knopfreihen, mit denen sich chromatisch alle Halbtöne spielen lassen, jeder Knopf erzeugt dabei einen einzelnen Ton. Auf der linken Seite befindet sich das Bassmanual, meist im sogenannten Stradella-System aufgebaut: Eine Knopfreihe liefert einzelne Basstöne, weitere Reihen liefern fertige Akkorde (Dur, Moll, Sept- und verminderte Akkorde), sodass die linke Hand sowohl Basslinien als auch Begleitakkorde gleichzeitig spielen kann. Die freischwingenden Zungen bestehen meist aus Stahl und sind paarweise auf Zungenplatten aus Aluminium oder Zink montiert; je nach Anzahl der zugeschalteten Zungenchöre kann ein Konzert-Akkordeon zwischen acht und über fünfzehn Kilogramm wiegen.

Zwischen beiden Manualteilen sitzt der Balg, ein gefalteter Luftbehälter aus Karton und Leder, den der Spieler zusammendrückt und auseinanderzieht, um Luft über die im Instrumenteninneren angeordneten freischwingenden Metallzungen zu leiten. Erst der Luftstrom aus dem Balg bringt die Zungen zum Schwingen und erzeugt den Ton; hörbar wird ein Ton nur dann, wenn gleichzeitig eine Taste oder ein Knopf das entsprechende Ventil öffnet.

Viele chromatische Akkordeons verfügen zusätzlich über Registerschalter, mit denen sich verschiedene Zungenchöre einzeln oder in Kombination zuschalten lassen. Dadurch lässt sich die Klangfarbe des Instruments verändern, von einem klaren Einzelchor bis zu einem vollen, leicht schwebenden Musette-Klang, wenn mehrere leicht gegeneinander verstimmte Zungenchöre gleichzeitig erklingen.

Wie spielt man das chromatische Akkordeon?

Das chromatische Akkordeon wird ähnlich wie ein normales Akkordeon gespielt, bietet aber durch das Knopfgriffsystem auf der rechten Seite die Möglichkeit, alle Halbtöne in jeder Balgrichtung gleich zu greifen. Auf der linken Seite befindet sich das Bassmanual mit Einzeltönen und Akkordknöpfen. Das chromatische Akkordeon bietet dadurch eine breitere Palette an musikalischen Möglichkeiten und erfordert eigene Fingersatztechniken.

Um das chromatische Akkordeon zu spielen, müssen Musiker beide Hände unabhängig voneinander bewegen. Die rechte Hand bedient die Knöpfe und spielt die Melodie, während die linke Hand sowohl Bass und Begleitakkorde greift als auch, gemeinsam mit dem Arm, den Balg führt, der den Luftstrom und damit Lautstärke und Klanggestaltung erzeugt. Diese Technik erfordert viel Übung und Geduld, um die Koordination zwischen beiden Händen zu erreichen.

Der Spieler kann einfache oder komplexe Akkorde spielen, indem er die Bassknöpfe in verschiedenen Kombinationen drückt. Durch das gleichzeitige Spielen mehrerer Noten und Register kann der Spieler verschiedene musikalische Effekte und Stimmungen erzeugen.

Über die Balgführung kann der Spieler zudem Lautstärke, Phrasierung und Akzente sehr fein steuern, ähnlich dem Bogenstrich bei Streichinstrumenten, etwa durch schnelles Balgschütteln (Bellow Shake) für tremoloartige Effekte. Diese Techniken erfordern eine präzise Kontrolle der Balgführung und können oft nur durch jahrelanges Training perfektioniert werden.

Zusammengefasst erfordert das Spielen eines chromatischen Akkordeons viel Konzentration, Hand-Augen-Koordination und Übung. Aber wenn man es gut beherrscht, kann man eine breite Palette von musikalischen Stilen und Klängen erzeugen.

Typische Musikstile mit dem chromatischen Akkordeon

Das chromatische Akkordeon ist in vielen musikalischen Traditionen zu Hause. In Frankreich prägt es als Musette-Akkordeon den charakteristischen Klang von Walzer, Java und Chanson. In Russland und weiten Teilen Osteuropas ist es unter dem Namen Bajan ein zentrales Konzert- und Volksmusikinstrument mit eigener klassischer Solorepertoire-Tradition. In der lateinamerikanischen Musik, etwa in der kolumbianischen Cumbia und im mexikanischen Norteño, kommt es ebenso zum Einsatz wie in der osteuropäischen Klezmer- und Balkanmusik. Auch im Jazz und in der Weltmusik wird das chromatische Akkordeon zunehmend als Soloinstrument eingesetzt. Je nach Land hat sich dabei ein unterschiedliches Knopflayout durchgesetzt: Während in Russland und weiten Teilen Osteuropas meist das sogenannte B-System verwendet wird, ist in Frankreich, Italien und Teilen Skandinaviens häufiger das C-System gebräuchlich.

Bekannte Lieder mit dem chromatischen Akkordeon

1. "La Vie en Rose" von Édith Piaf: Der französische Chanson-Klassiker steht wie kaum ein anderes Stück für den Musette-Klang des chromatischen Akkordeons.

2. Walzer und Musette-Stücke der französischen Akkordeonistin Yvette Horner, die den Musette-Stil im 20. Jahrhundert international bekannt machte.

3. "Flug des Hummelflugs" ("Flight of the Bumblebee") von Nikolai Rimsky-Korsakow: Ein beliebtes virtuoses Vorführstück vieler Konzert-Akkordeonisten.

4. Konzertwerke für Bajan des russischen Virtuosen Friedrich Lips, der das chromatische Knopfakkordeon als klassisches Konzertinstrument etablierte.

5. Tangostücke im Stil von Astor Piazzolla, die ursprünglich für Bandoneon geschrieben wurden und auch häufig auf dem chromatischen Akkordeon interpretiert werden.

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Konzertina

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Die Konzertina ist ein kleines Handzuginstrument mit meist sechseckigem Gehäuse und Knöpfen auf beiden Stirnflächen. Ein Balg presst Luft durch frei schwingende Metallzungen, die Knöpfe öffnen dabei nur die Ventile davor. Je nach System klingt ein Knopf beim Ziehen und beim Drücken gleich oder gibt zwei verschiedene Töne. Die Konzertina stammt aus England und trägt bis heute die irische und englische Tanzmusik mit.

Steirische Harmonika

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Die Steirische Harmonika ist ein diatonisches Knopfakkordeon des Alpenraums. Ihr entscheidendes Merkmal ist die Wechseltönigkeit: Derselbe Knopf gibt beim Ziehen einen anderen Ton als beim Drücken. Drei oder vier Melodiereihen stehen im Quartabstand, auf der linken Seite erzeugen Helikonbässe den kräftigen tiefen Bass. Vom chromatischen Akkordeon unterscheidet sie sich darin, dass dort ein Knopf in beide Balgrichtungen denselben Ton gibt.

Akkordeon

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Das Akkordeon ist ein Handzuginstrument, bei dem ein Balg Luft durch frei schwingende Metallzungen presst. Die Tasten und Knöpfe öffnen dabei nur die Ventile, den Ton erzeugt die Zunge. Auf der rechten Seite liegt die Melodieseite, entweder als Klaviatur beim Pianoakkordeon oder als Knopfreihen beim Knopfakkordeon, auf der linken Seite die Bassknöpfe für Bässe und fertige Akkorde. Registerschalter kombinieren mehrere Zungensätze und verändern damit die Klangfarbe.

Bajan

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Der Bajan ist die russische Bauform des chromatischen Knopfakkordeons. Ein Balg presst Luft durch frei schwingende Metallzungen, die Knöpfe öffnen dabei nur die Ventile davor. Die rechte Hand greift die Melodie auf mehreren Knopfreihen, die linke bedient Bässe und Akkorde. Konzertinstrumente tragen zusätzlich einen Konverter, mit dem die linke Hand von fertigen Akkorden auf frei greifbare Einzeltöne umschaltet.