Konzertina

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Konzertina
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Zusammenfassung

Die Konzertina ist ein kleines Handzuginstrument mit meist sechseckigem Gehäuse und Knöpfen auf beiden Stirnflächen. Ein Balg presst Luft durch frei schwingende Metallzungen, die Knöpfe öffnen dabei nur die Ventile davor. Je nach System klingt ein Knopf beim Ziehen und beim Drücken gleich oder gibt zwei verschiedene Töne. Die Konzertina stammt aus England und trägt bis heute die irische und englische Tanzmusik mit.

Die Konzertina ist ein kleines Handzuginstrument mit Knöpfen auf beiden Seiten. Ihr Gehäuse hat meist sechs Ecken, seltener vier oder acht, und bleibt deutlich kleiner als das eines Akkordeons. Ein Balg zwischen den beiden Gehäusen presst Luft durch frei schwingende Metallzungen; die Knöpfe erzeugen den Ton nicht, sie öffnen nur die Ventile davor. Die Konzertina entstand im 19. Jahrhundert in England.

Wie ist eine Konzertina aufgebaut?

Die Konzertina besteht aus zwei flachen Gehäusen aus Holz und Metall und einem Faltenbalg dazwischen. Die Knöpfe sitzen auf den beiden Stirnflächen und zeigen in Richtung der Balgachse. Genau das unterscheidet sie vom Akkordeon, dessen Tasten oder Knöpfe seitlich am Gehäuse liegen.

Hinter jedem Knopf sitzt ein Ventil und dahinter eine Stimmzunge auf einer Stimmplatte. Zieht oder drückt der Spieler den Balg, strömt Luft an der freigegebenen Zunge vorbei und bringt sie zum Schwingen. Eine Bassseite mit fertigen Akkorden kennt die Konzertina nicht: Beide Seiten tragen Einzeltöne, und der Spieler baut jeden Akkord selbst aus mehreren gleichzeitig gedrückten Knöpfen.

Hand- oder Daumenschlaufen halten das Instrument; Schulterriemen wie beim Akkordeon braucht die leichte Konzertina nicht.

Welche Systeme hat die Konzertina?

Drei Systeme sind verbreitet; sie unterscheiden sich in der Knopfbelegung. Beim englischen System klingt ein Knopf beim Ziehen und beim Drücken gleich, und die Tonleiter wechselt Ton für Ton zwischen linker und rechter Hand. Das Duett-System ist ebenfalls gleichtönig, teilt die Hände aber nach Lage: Die linke übernimmt die Begleitung, die rechte die Melodie.

Beim Anglo-System gibt derselbe Knopf beim Ziehen und beim Drücken zwei verschiedene Töne. Diese Bauart geht auf die deutsche Konzertina zurück und liefert den federnden Anschlag, den die irische Tanzmusik nutzt.

Wie klingt eine Konzertina?

Die Konzertina klingt heller und schlanker als ein Akkordeon, weil sie kleinere Zungen und nur wenige Zungensätze trägt. Registerschalter fehlen den meisten Instrumenten, deshalb formt der Spieler die Klangfarbe allein über Balgdruck und Artikulation.

Die Bauart der Stimmzungen trennt zwei Preisklassen hörbar: Einzeln eingepasste Konzertina-Zungen sprechen schneller an als Akkordeon-Stimmplatten, wie sie günstige Serieninstrumente tragen.

Wie eine Konzertina klingt, zeigt dieses Klangbeispiel:

Wo spielt man Konzertina?

Die Konzertina trägt bis heute Melodie und Begleitung in der irischen Tanzmusik, wo Spieler Jigs und Reels meist auf einem Anglo-Instrument greifen. In England begleitet sie die Tanzmusik der Morris-Gruppen und gehörte im 19. Jahrhundert zum Standard der Music Hall.

Im viktorianischen England spielte sie zudem im Salon, denn das englische System trägt schnelle Läufe über beide Hände. Im Tango und in der deutschen Volksmusik greifen Spieler dagegen eher zum größeren Bandoneon.

Wie schwer ist Konzertina lernen?

Der Einstieg hängt vom System ab. Auf einer Anglo-Konzertina kommen Anfänger schnell zu einer Melodie, weil die Grundtonleiter in zwei Reihen liegt und der Balgwechsel den Rhythmus mitträgt. Wer in allen Tonarten chromatisch spielen will, greift zum englischen oder zum Duett-System und lernt dafür eine Belegung, die er auswendig können muss.

Der Preis begrenzt den Einstieg stärker als die Technik: Konzertinas traditioneller Bauart kosten ein Vielfaches der Serienware und halten ihren Wert über Jahrzehnte.

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Häufige Fragen zur Konzertina

Was ist der Unterschied zwischen Konzertina und Akkordeon?

Die Konzertina ist kleiner als ein Akkordeon und trägt auf beiden Stirnflächen Knöpfe. Ein Akkordeon hat auf der Melodieseite eine Klaviatur oder seitliche Knopfreihen und auf der Bassseite Knöpfe, die fertige Akkorde auslösen. Die Konzertina kennt keine fertigen Akkorde; ihr Spieler setzt jeden Akkord aus Einzeltönen zusammen.

Gibt ein Konzertina-Knopf beim Ziehen und Drücken denselben Ton?

Bei der Konzertina hängt das vom System ab. Beim englischen System und beim Duett-System klingt ein Knopf in beiden Balgrichtungen gleich. Beim Anglo-System gibt derselbe Knopf zwei verschiedene Töne, einen beim Ziehen und einen beim Drücken.

Wie viele Ecken hat eine Konzertina?

Eine Konzertina hat meistens sechs Ecken. Daneben gibt es vier- und achteckige Gehäuse, und die deutsche Bauform ist häufig viereckig. Die Eckenzahl beschreibt nur das Gehäuse und sagt nichts über das Knopfsystem aus.

Ist die Konzertina mit dem Bandoneon verwandt?

Ja, die Konzertina und das Bandoneon gehören zur selben Familie: Beide tragen Knöpfe auf zwei Stirnflächen und erzeugen den Ton über Durchschlagzungen. Das Bandoneon ging aus der deutschen Konzertina hervor, ist rechteckig, größer und hat mehr Knöpfe. Der Bajan zählt ebenfalls zu den Handzuginstrumenten, ist aber ein Knopfakkordeon mit eigener Bassseite.

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Pianoakkordeon oder Knopfakkordeon

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Pianoakkordeon und Knopfakkordeon klingen gleich und unterscheiden sich nur in der Griffweise der rechten Hand. Ein Knopfakkordeon bringt auf ähnlicher Gehäusebreite mehr Töne unter und reicht weiter in Höhe und Tiefe. Im deutschsprachigen Raum ist das Pianoakkordeon verbreiteter, in Russland und Osteuropa das Knopfakkordeon, dort meist als Bajan. Ein Umstieg zwischen beiden Systemen ist möglich, verlangt aber eine komplett neue Grifflogik. Wer bereits Klavier spielt, findet auf dem Pianoakkordeon die vertraute Tastenanordnung wieder.

Steirische Harmonika

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Akkordeon

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Das Akkordeon ist ein Handzuginstrument, bei dem ein Balg Luft durch frei schwingende Metallzungen presst. Die Tasten und Knöpfe öffnen dabei nur die Ventile, den Ton erzeugt die Zunge. Auf der rechten Seite liegt die Melodieseite, entweder als Klaviatur beim Pianoakkordeon oder als Knopfreihen beim Knopfakkordeon, auf der linken Seite die Bassknöpfe für Bässe und fertige Akkorde. Registerschalter kombinieren mehrere Zungensätze und verändern damit die Klangfarbe.

Akkordeon für Anfänger

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Ein Akkordeon für Anfänger unterscheidet sich von einem Konzertinstrument vor allem im Bassfeld und im Gewicht, nicht im Klang. Ein kleineres Bassfeld mit 48 oder 72 statt 120 Bässen deckt die ersten Jahre ab und wiegt spürbar weniger. Genauso wichtig sind ein dichter Balg, leichtgängige Tasten oder Knöpfe und ein Tragegurt, der sich auf den Körper einstellen lässt. Die Wahl zwischen Piano- und Knopfakkordeon entscheidet dagegen nicht über Qualität oder Klang, sondern nur über die Griffweise.