Power Metal

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Redaktion
Zwei E-Gitarren stehen auf Ständern vor mehreren Verstärkertürmen. Bild: KI generiert.
Zwei E-Gitarren stehen auf Ständern vor mehreren Verstärkertürmen. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Power Metal ist eine Spielart des Metal mit einer hohen, klar gesungenen Stimme statt Growls oder Screams, einer schnellen Doublebass in gleichmäßigem Lauf, einer Dur-lastigen Harmonik mit hymnischen Refrains und Melodien, die zwei Gitarren häufig zweistimmig in Terzen oder Sexten führen. Der Stil entstand Mitte der 1980er Jahre aus dem Heavy Metal, in einer europäischen und einer amerikanischen Linie, die sich bis heute unterscheiden. Deutschland trug die europäische Linie maßgeblich mit. Viele Bands ergänzen die Besetzung um ein Keyboard, in der symphonischen Spielart um ein ganzes Orchesterarrangement.

Power Metal ist eine Spielart des Metal mit vier überprüfbaren Merkmalen: eine hohe, klar gesungene Stimme statt Growls oder Screams, eine schnelle Doublebass in gleichmäßigem Lauf, eine Dur-lastige Harmonik mit hymnischen Refrains und Melodien, die zwei Gitarren zweistimmig in Terzen oder Sexten führen. Der Stil entstand Mitte der 1980er Jahre aus dem Heavy Metal, in einer europäischen und einer amerikanischen Linie; die europäische trug Deutschland maßgeblich mit.

Mitte 1980erEntstehung
160 bis 200Tempo in bpm
Durvorherrschende Harmonik
TerzAbstand der zweiten Gitarre

Was macht Power Metal aus?

Power Metal stellt die Melodie über die Härte. Der Sänger singt in hoher Lage mit klarem Ton und bleibt im Wortlaut verständlich; Growls und Screams kommen nicht vor. Der Refrain steht meist in Dur und klingt mehrstimmig: Zwei oder drei weitere Stimmen begleiten die Hauptstimme in Terz- und Quintabstand.

Am Schlagzeug läuft die Doublebass gleichmäßig durch, meist in Sechzehnteln, während die Snare den Backbeat auf zwei und vier hält. Das Schlagzeug trägt damit den Puls, und die Gitarren legen ausgeschriebene Melodielinien darüber statt kurzer, gedämpfter Anschläge.

MerkmalPower Metal
EntstehungszeitMitte der 1980er Jahre
Herkunftaus dem Heavy Metal, mit einer europäischen und einer amerikanischen Linie
Typische Besetzungzwei E-Gitarren, E-Bass, Schlagzeug mit zwei Bassdrum-Pedalen, Gesang, häufig Keyboard
Gesanghoch und klar, ausgehaltene Töne, Text verständlich, keine Growls oder Screams
Schlagzeugdurchlaufende Doublebass, Snare auf zwei und vier
Tempobereichmeist 160 bis 200 Schläge je Minute
Taktartüberwiegend 4/4
HarmonikDur überwiegt, hymnische Refrains, hörbarer Grundton
Gitarrenführungzwei Gitarren zweistimmig in Terzen oder Sexten, ausgeschriebene Soli
TextthemenFantasy, Sagen, Geschichte, Aufbruch

Wie führen zwei Gitarren im Power Metal dieselbe Melodie?

Zwei Gitarren spielen dieselbe Melodie im festen Intervallabstand, meist eine Terz oder eine Sexte auseinander. Die Unterstimme spielt die Melodie, die Oberstimme verschiebt jeden ihrer Töne um zwei Tonleiterstufen nach oben. Beide laufen im selben Rhythmus und in dieselbe Richtung, also parallel.

Voller klingt das aus zwei Gründen. Erstens erklingen zu jedem Zeitpunkt zwei Tonhöhen statt einer, und zusammen mit dem Grundton des Basses ergibt sich ein Dreiklang, ohne dass jemand einen Akkord greift. Zweitens treffen zwei Gitarristen ihre Anschläge nie genau gleichzeitig und stimmen ihre Instrumente nie genau gleich; diese Abweichungen verbreitern den Klang.

Die Terz ist dafür der übliche Abstand, weil sie die zweite Stimme in der Tonart hält. Eine Terz umfasst drei Tonleiterstufen, misst je nach Ausgangsstufe aber vier oder drei Halbtöne: Über der ersten Stufe einer Durtonleiter liegt eine große Terz, über der zweiten eine kleine. Der Name bleibt gleich, die Größe wechselt, und dieser Wechsel hält die Oberstimme in der Tonleiter. Ein starrer Abstand von immer vier Halbtönen würde nach wenigen Tönen aus der Tonart fallen.

Die Sexte hängt damit zusammen: Wer den unteren der beiden Töne eine Oktave nach oben legt, macht aus der Terz eine Sexte. Der Abstand wird weiter, die Oberstimme tritt deutlicher hervor. Viele Bands wechseln innerhalb einer Melodie zwischen beiden.

Dieselbe Melodie in C-Dur, zweistimmig geführt Gitarre 2 Oberstimme H C D E D Abstand große Terz 4 Halbtöne kleine Terz 3 Halbtöne kleine Terz 3 Halbtöne große Terz 4 Halbtöne kleine Terz 3 Halbtöne Gitarre 1 Unterstimme G A H C H Beide Stimmen bewegen sich im selben Rhythmus und in dieselbe Richtung. Der Abstand bleibt eine Terz, wechselt aber zwischen vier und drei Halbtönen. So trifft die Oberstimme nur Töne der Tonleiter.
Der Abstand heißt durchgehend Terz, misst aber je nach Tonleiterstufe vier oder drei Halbtöne.

Die zweite Gitarre begleitet nicht, sie spielt dieselbe Melodie. Powerchords aus Grundton und Quinte lassen die Terz bewusst weg, weil sie unter hoher Verzerrung unscharf klingt. Die zweistimmige Führung holt die Terz zurück, allerdings als eigene Linie statt als Bestandteil eines Griffs. Deshalb klingt Power Metal heller als Spielarten, die allein mit Powerchords arbeiten.

Welche Rolle spielen Tasteninstrumente im Power Metal?

In vielen Bands trägt ein Keyboard Flächen unter dem Riff oder spielt Soli im Wechsel mit der Gitarre. Eine Fläche besteht aus lang gehaltenen Akkorden mit Streicher- oder Chorklang; sie füllt den Raum zwischen tiefem Bass und hohen Gitarren. Im Solo übergibt der Gitarrist nach einigen Takten an das Keyboard.

Die symphonische Spielart stellt ein ganzes Orchesterarrangement neben die Band: Streicher, Blechbläser, Pauken und Chor. Manche Bands nehmen diese Stimmen mit Musikern auf, andere spielen sie über Klangbibliotheken ein. Das Arrangement liefert dann eigene Themen und Übergänge statt nur einer Fläche.

Wie unterscheidet sich Power Metal von Thrash Metal, Death Metal und Heavy Metal?

  • Thrash Metal zieht sein Tempo aus dem Anschlag der Gitarre: schnelle, abgedämpfte Schläge, dazu ein rauer Gesang auf wenigen Tonhöhen. Power Metal zieht sein Tempo aus dem Schlagzeug, hält die Doublebass gleichmäßig durch und setzt klaren Gesang mit eigener Melodie darüber.
  • Death Metal nutzt Growls und Riffs, die in Halbtonschritten wandern und die Tonart verwischen. Power Metal singt klar, hält die Tonart fest und bevorzugt Dur, wo Death Metal in Moll und Chromatik bleibt.
  • Heavy Metal ist die Grundform des Metal, aus der Power Metal hervorging. Er läuft langsamer, kommt mit einer einfachen Bassdrum aus und mischt Dur und Moll. Power Metal erhöht das Tempo, macht die durchlaufende Doublebass zum Normalfall und baut Refrains zum Mitsingen.

Worüber handeln die Texte im Power Metal?

Die Texte handeln überwiegend von Fantasy, von Sagen, von historischen Stoffen und vom Aufbruch: Reise, Kampf, Bewährung, Rückkehr. Das ist Genrekonvention und passt zur musikalischen Anlage, denn ein hymnischer Refrain in Dur verlangt einen Text, den viele gemeinsam singen können.

Der Stil wird dafür oft belächelt, meist mit Verweis auf Drachen, Schwerter und Burgen. Der Spott trifft eine tatsächliche Eigenheit: Power Metal meidet Ironie und meint seine großen Bilder ernst. Beurteilen lässt sich ein Genre aber nur nach seinen eigenen Regeln, und die prüfbare Frage lautet, ob Text und Musik zusammenpassen.

Woher stammt der Power Metal?

Power Metal entstand Mitte der 1980er Jahre aus dem Heavy Metal, als Bands dessen Melodik mit dem hohen Tempo der britischen Welle der späten 1970er Jahre verbanden. Zwei Linien liefen dabei nebeneinander her.

Die europäische Linie nahm ihren Ausgang in Deutschland. In Hamburg setzte Helloween schnelle Doublebass, zweistimmige Gitarren und hohen, klaren Gesang zu der Form zusammen, die den Stil bis heute prägt. Blind Guardian aus Krefeld brachte kurz darauf mehrstimmige Chöre und Stoffe aus der Fantasyliteratur dazu. Von dort breitete sich der Stil über Skandinavien, Italien, Südamerika und Japan aus.

Die amerikanische Linie blieb näher am Heavy Metal. Sie hält häufiger ein mittleres Tempo, setzt trockenere Riffs, verzichtet meist auf Keyboardflächen und wählt Stoffe aus Krieg und Geschichte statt aus der Fantasy. Der Gesang liegt ebenfalls hoch, klingt aber gepresster.

Häufige Fragen zum Power Metal

Was ist Power Metal?

Power Metal ist eine Spielart des Metal, die Mitte der 1980er Jahre aus dem Heavy Metal entstand. Kennzeichen sind eine hohe, klar gesungene Stimme ohne Growls und Screams, eine schnelle Doublebass in gleichmäßigem Lauf, eine Dur-lastige Harmonik mit hymnischen Refrains und Melodien, die zwei Gitarren zweistimmig in Terzen oder Sexten führen.

Warum spielen zwei Gitarren im Power Metal in Terzen?

Zwei Gitarren spielen in Terzen, weil dieser Abstand die zweite Stimme in der Tonart hält und den Klang füllt. Die Oberstimme verschiebt jeden Ton der Melodie um zwei Tonleiterstufen nach oben, sodass der Abstand je nach Stufe vier oder drei Halbtöne misst. Zusammen mit dem Bass entsteht ein Dreiklang ohne gegriffenen Akkord.

Wie unterscheidet sich Power Metal von Thrash Metal?

Power Metal singt klar in hoher Lage und bezieht sein Tempo aus der durchlaufenden Doublebass. Thrash Metal ruft und schreit rau auf wenigen Tonhöhen und bezieht sein Tempo aus schnellen, abgedämpften Anschlägen der Gitarre. Power Metal bevorzugt Dur und hymnische Refrains, Thrash Metal bleibt in Moll und Phrygisch.

Braucht Power Metal ein Keyboard?

Power Metal braucht kein Keyboard, viele Bands setzen aber eines ein. Es trägt Flächen unter dem Riff und übernimmt Soli im Wechsel mit der Gitarre. In der symphonischen Spielart kommt ein ganzes Orchesterarrangement aus Streichern, Blech, Pauken und Chor dazu. Die amerikanische Linie verzichtet meist auf Tasteninstrumente.

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