Das Babendil ist ein kleiner Gong aus Bronze, der zur Kulintang-Ensembletradition der Maguindanao auf der Insel Mindanao auf den Philippinen gehört. Es hat einen schmalen Rand und eine flache, leicht eingesenkte Mitte, die als Buckel bezeichnet wird. Das Babendil wird aufgehängt und mit einem Schlägel angeschlagen. Innerhalb des Kulintang-Ensembles übernimmt es eine besondere Aufgabe: Es gibt den gleichbleibenden Grundrhythmus vor, an dem sich die anderen Musiker orientieren, und wirkt damit wie eine Art Zeitgeber. Sein heller, metallischer Klang ist charakteristisch für die traditionelle Gong-Musik Südostasiens. Das Babendil ist ein fester Bestandteil der philippinischen Musikkultur und wird seit Generationen weitergegeben. Innerhalb des Kulintang-Ensembles ist das Babendil meist der kleinste der hängenden Gongs und unterscheidet sich dadurch deutlich von den größeren, tiefer klingenden Gongs wie dem Agung.
Wie klingt das Babendil?
Der Klang des Babendil ist hell, metallisch und klar. Weil das Babendil einen deutlich schmaleren Rand und einen kleineren Durchmesser hat als die übrigen Gongs im Kulintang-Ensemble, klingt es höher und durchdringender als diese. Sein Ton ist kurz und perkussiv, mit wenig Nachklang, was ihn gut geeignet macht, einen gleichmäßigen Grundrhythmus vorzugeben, ohne die Melodie der anderen Instrumente zu überdecken. Je nachdem, ob der Schlägel auf die Mitte oder auf den Rand des Gongs trifft, verändert sich die Klangfarbe leicht. Weil sein Rhythmus über das gesamte Stück hinweg meist gleich bleibt, dient das Babendil den anderen Musikern als hörbarer Anker, an dem sie sich orientieren können, ähnlich wie ein Metronom in westlicher Musik. Dieser klare, rhythmische Klang macht das Babendil zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Ensembles.
Woraus besteht das Babendil?
Das Babendil ist ein flacher Gong aus Bronze mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern. Anders als die größeren Gongs des Kulintang-Ensembles besitzt das Babendil einen auffällig schmalen Rand. In der Mitte hat es eine flache, leicht nach innen gewölbte Erhebung, die als Buckel bezeichnet wird und beim Anschlagen den Ton bestimmt. Das Babendil wird an Schnüren oder in einem Gestell aufgehängt, sodass es frei schwingen kann. Gespielt wird es mit einem gepolsterten Schlägel aus Holz, der auf die Mitte oder den Rand des Gongs geschlagen wird. Durch die geringe Materialstärke und den schmalen Rand entsteht der für das Babendil typische, im Vergleich zu den übrigen Gongs hellere Klang. Wie andere Gongs des Kulintang-Ensembles wird das Babendil traditionell von erfahrenen Metallhandwerkern aus Bronze gegossen und anschließend von Hand nachbearbeitet, bis die gewünschte Klangfarbe erreicht ist.
Wie spielt man das Babendil?
Das Babendil wird aufgehängt gespielt und mit einem Schlägel angeschlagen, um Klänge zu erzeugen. Der Musiker hält den Schlägel locker in der Hand und schlägt damit gleichmäßig auf die Mitte oder den Rand des Gongs.
Im Kulintang-Ensemble übernimmt das Babendil die Rolle des Taktgebers: Es spielt einen sich wiederholenden Grundrhythmus, an dem sich die übrigen Musiker orientieren, während die Melodie auf den kleinen, in einer Reihe aufgestellten Kulintang-Gongs gespielt wird.
Ein erfahrener Musiker kann den Klang des Babendil leicht variieren, indem er den Schlägel unterschiedlich stark einsetzt oder die Anschlagstelle auf dem Gong verändert. Die meisten Stücke, in denen das Babendil eingesetzt wird, sind stark rhythmusbasiert, sodass der Musiker ein sehr präzises Timing benötigt.
Anfänger im Kulintang-Ensemble beginnen häufig mit dem Babendil, bevor sie zu den melodisch anspruchsvolleren Kulintang-Gongs wechseln, da der gleichbleibende Rhythmus des Babendil ein gutes Grundverständnis für Timing und Zusammenspiel vermittelt.
Das Erlernen des Babendil-Spiels ist Teil der traditionellen Ausbildung in der Kulintang-Musik und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Es ist eine Kunst, die bis heute eine wichtige Rolle in der Musik Mindanaos spielt.
Typische Musikstile mit dem Babendil
Das Babendil ist untrennbar mit der Kulintang-Musik der Maguindanao und anderer muslimischer Volksgruppen auf Mindanao verbunden. Das Kulintang-Ensemble besteht typischerweise aus einer Reihe kleiner, abgestimmter Gongs, die die Melodie spielen, sowie größeren Gongs und dem Babendil, die den Rhythmus tragen. Diese Musik wird traditionell bei Hochzeiten, Festen und anderen gesellschaftlichen Anlässen gespielt. Die Kulintang-Tradition ist eine der ältesten durchgehend praktizierten Musiktraditionen Südostasiens und wird bis heute von philippinischen Kulturvereinen und Musikschulen gepflegt und weitergegeben, auch außerhalb der Philippinen in philippinischen Gemeinschaften weltweit. Traditionell wurde die Kulintang-Musik von Frauen der Maguindanao gespielt und weitergegeben, auch wenn heute Musiker beiderlei Geschlechts an den Ensembles teilnehmen. Die Fähigkeit, ein Kulintang-Ensemble anzuführen, galt lange als besonderes Ansehen innerhalb der Gemeinschaft.
Bekannte Lieder mit dem Babendil
Die Kulintang-Musik, zu der das Babendil gehört, basiert traditionell nicht auf einzelnen, benannten Liedern im westlichen Sinn, sondern auf improvisierten Stücken innerhalb fester rhythmischer und melodischer Muster. Wer das Babendil hören möchte, findet es am ehesten in Aufnahmen von Kulintang-Ensembles aus der Maguindanao-Region auf Mindanao sowie bei Auftritten philippinischer Kulturvereine, die sich der Pflege dieser traditionellen Ensemblemusik widmen.




