Ukulele kaufen

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Zwei Ukulelen mit unterschiedlicher Holzmaserung liegen übereinander. Foto: stgilesmusic / Pixabay.
Zwei Ukulelen mit unterschiedlicher Holzmaserung liegen übereinander. Foto: stgilesmusic / Pixabay.

Zusammenfassung

Der Kauf einer Ukulele hängt vor allem von der Größe ab: Sopran, Konzert, Tenor und Bariton unterscheiden sich in Mensur und Klang, und diese Wahl betrifft jeden Käufer, nicht nur Kinder. Massivholz aus Mahagoni oder Koa klingt lebendiger als Laminat, und eine saubere Bundierung sowie ein gerader Hals zeigen gute Verarbeitung. Preise reichen vom Einsteiger-Fabrikat bis zum handgefertigten Meisterinstrument, und bei einem gebrauchten Instrument verraten Bünde und Hals den Zustand.

Eine Ukulele kaufen heißt vor allem, sich für eine von vier Größen zu entscheiden: Sopran, Konzert, Tenor oder Bariton. Diese Wahl betrifft nicht nur Kinder, sondern jeden Käufer, denn sie bestimmt Mensur, Bundabstand und Klangcharakter des Instruments. Daneben entscheiden Holzart und Verarbeitung darüber, wie klar und langlebig der Ton ausfällt, und die Preisklasse reicht vom einfachen Fabrikat bis zum handgefertigten Meisterinstrument. Wer zwischen einem neuen und einem gebrauchten Instrument schwankt, findet die entscheidenden Prüfpunkte am Ende dieses Ratgebers. Die grundlegenden Fakten zum Instrument selbst stehen im Artikel zur Ukulele.

4Ukulele-Größen: Sopran, Konzert, Tenor, Bariton
g c e aStandardstimmung bei Sopran, Konzert und Tenor
2verbreitete Massivhölzer: Mahagoni und Koa
3Preissegmente vom Fabrikat bis zum Meisterinstrument

Welche Ukulele-Größen gibt es und wie unterscheiden sie sich im Klang?

Vier Größen prägen den Ukulelenmarkt: Sopran, Konzert, Tenor und Bariton. Sie unterscheiden sich in Mensurlänge, Gesamtlänge und teilweise in der Stimmung, und diese Unterschiede wirken sich unmittelbar auf den Klang aus, nicht nur auf die Handhabung. Die Wahl der Größe ist deshalb keine reine Frage der Körpergröße des Spielers, sondern die zentrale Kaufentscheidung für jeden Käufer.

Die Sopran-Ukulele ist mit einer Mensur von etwa 33 Zentimetern die kleinste und zugleich die traditionelle Bauform. Ihr kurzer Hals drängt die Bünde eng zusammen und erzeugt den hellen, perkussiven Klang, der weithin als der typische Ukulelenklang gilt. Die Konzert-Ukulele verlängert die Mensur auf etwa 38 Zentimeter, bietet dadurch mehr Bundabstand für größere Finger und klingt runder und etwas voller als die Sopran-Größe. Die Tenor-Ukulele erreicht mit rund 43 Zentimetern Mensur einen noch volleren, tragfähigeren Ton und ist deshalb bei Bühnenmusikern verbreitet.

Die Bariton-Ukulele fällt aus diesem Muster heraus. Mit einer Mensur von rund 48 Zentimetern ist sie die größte gebräuchliche Ukulele, und sie ist meist auf d-g-h-e gestimmt statt auf g-c-e-a. Diese Stimmung steigt durchgehend von tief nach hoch. Sie entspricht der Stimmung der vier hohen Saiten einer Gitarre, weshalb Gitarristen auf der Bariton-Ukulele vertraute Griffmuster wiederfinden. Griffbilder für Sopran, Konzert und Tenor lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf die Bariton-Ukulele übertragen.

GrößeMensur (ungefähr)Gesamtlänge (ungefähr)StimmungKlangcharakter
Sopran33 cm53 cmg-c-e-ahell, perkussiv, klassischer Ukulelenklang
Konzert38 cm58 cmg-c-e-arunder und etwas voller als Sopran
Tenor43 cm66 cmg-c-e-avoll und tragfähig, verbreitet bei Bühnenmusikern
Bariton48 cm76 cmd-g-h-eam tiefsten und voluminösesten, gitarrennah
Mensurlänge im Vergleich Sopran ca. 33 cm Konzert ca. 38 cm Tenor ca. 43 cm Bariton ca. 48 cm
Mit jeder Größe wächst die Mensur: von rund 33 Zentimetern bei der Sopran- bis rund 48 Zentimetern bei der Bariton-Ukulele.

Die Größenfrage ist bei der Ukulele keine Kinderfrage. Sopran, Konzert, Tenor und Bariton unterscheiden sich in Mensur und Klang für jeden Spieler, unabhängig vom Alter, und nur die Bariton-Ukulele durchbricht zusätzlich die Standardstimmung g-c-e-a.

Welche Hölzer prägen den Klang einer Ukulele?

Zwei Eigenschaften des Holzes prägen den Ton einer Ukulele: ob es massiv oder laminiert verarbeitet ist und um welche Holzart es sich handelt. Massivholz besteht aus einem durchgehenden Stück Holz und schwingt freier als Laminat, das aus verleimten Furnierschichten besteht und den Klang dämpft. Massivholzdecken bringen deshalb mehr Obertöne und mehr Lautstärke, verlangen im Gegenzug aber sorgfältigere Pflege gegenüber Feuchtigkeitsschwankungen.

Mahagoni zählt zu den am weitesten verbreiteten Hölzern für Ukulelen und liefert einen warmen, ausgewogenen Ton mit betonten Mitten. Koa dagegen ist eine Akazienart, die endemisch auf Hawaii wächst und sonst nirgends vorkommt, und gilt als das traditionelle Ukulelenholz schlechthin. Koa klingt hell und lebendig und trägt oft eine lebhafte, changierende Maserung, die bei massiven Decken sichtbar wird.

Warum ist die Standardstimmung g-c-e-a wichtig für den Kauf?

Die Standardstimmung g-c-e-a macht Sopran-, Konzert- und Tenor-Ukulelen verschiedener Hersteller direkt vergleichbar, weil dieselben Griffbilder auf allen drei Größen funktionieren. Wer ein Instrument zum Üben oder als Zweitinstrument kauft, kann deshalb zwischen den drei Größen wechseln, ohne Akkorde neu zu lernen. Wie diese wiedereintretende Stimmung genau funktioniert und warum die g-Saite höher klingt als die c-Saite, erklärt der Artikel Ukulele lernen im Detail. Für die Kaufentscheidung zählt vor allem, dass nur die Bariton-Ukulele davon abweicht und deshalb gesondert geprüft werden sollte, bevor sie neben einer bestehenden Sopran- oder Konzert-Ukulele als Ergänzung angeschafft wird.

Woran erkennt man gute Verarbeitung bei einer Ukulele?

Drei Bauteile verraten die Verarbeitungsqualität einer Ukulele: die Bundierung, der Hals und die Mechanik. Eine saubere Bundierung liegt vor, wenn die Bundenden seitlich nicht über das Griffbrett hinausstehen und beim Entlangfahren mit dem Finger nirgends kratzen. Der Hals muss beim Blick von der Kopfplatte zum Korpus gerade verlaufen, ohne sichtbare Wölbung oder Verdrehung, sonst schnarren einzelne Bünde oder die Saitenlage wird ungleichmäßig hoch. Die Wirbel oder die Mechanik müssen fest in ihrer Position sitzen: Sie dürfen sich weder von selbst lösen noch beim Stimmen klemmen, sonst hält die Stimmung nicht über ein Lied hinweg.

Welche Preisklassen gibt es beim Ukulelenkauf?

Beim Ukulelenkauf liegen zwischen einem Einsteiger-Fabrikat und einem Meisterinstrument mehrere Größenordnungen. Einsteiger-Fabrikate aus Laminat oder Sperrholz werden in Serie gefertigt und liegen im niedrigen bis mittleren zweistelligen bis unteren dreistelligen Preisbereich. Mittelklasse-Instrumente mit massiver Decke, teils auch komplett massivem Korpus, bewegen sich im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich und bieten hörbar mehr Klangfülle und Sustain. Spitzeninstrumente aus vollständig massivem Holz, häufig von Hand in kleinen Manufakturen gefertigt, liegen im vierstelligen Preisbereich, bei traditionsreichen hawaiianischen Manufakturen auch darüber.

Ukulele neu oder gebraucht kaufen: Worauf achten?

Bei einer gebrauchten Ukulele verraten Bünde und Hals den Zustand des Instruments. Abgespielte Bünde zeigen Kerben oder Vertiefungen an den Stellen, an denen häufig gegriffen wird, was zu Schnarren führt und in einer Fachwerkstatt nachgearbeitet werden muss. Der Hals sollte beim Blick von der Kopfplatte zum Korpus gerade wirken; eine Krümmung oder Verdrehung gehört ausschließlich in eine Fachwerkstatt und lässt sich nicht in Eigenregie beheben. Neuinstrumente bieten dafür Garantie und unverbrauchte Bauteile, gebrauchte Instrumente lassen sich oft günstiger erwerben, verlangen aber genau diese Prüfung von Bünden und Hals vor dem Kauf.

Häufige Fragen zum Ukulele kaufen

Welche Ukulele-Größe eignet sich für den Einstieg?

Für den Einstieg eignet sich meist die Sopran-Ukulele, weil sie die kleinste und am weitesten verbreitete Größe ist und günstige Einsteiger-Fabrikate in dieser Größe leicht zu finden sind. Konzert- und Tenor-Ukulelen sind aber genauso für Anfänger geeignet, besonders für Erwachsene mit größeren Händen, da beide dieselbe Standardstimmung g-c-e-a tragen und sich nur in Mensur und Klangfülle unterscheiden.

Warum ist die Bariton-Ukulele anders gestimmt als Sopran, Konzert und Tenor?

Die Bariton-Ukulele ist meist auf d-g-h-e statt auf g-c-e-a gestimmt, weil sie mit einer Mensur von rund 48 Zentimetern deutlich größer ist und tiefer klingende Saiten trägt. Diese Stimmung steigt durchgehend von tief nach hoch und entspricht den vier hohen Saiten einer Gitarre. Griffbilder von Sopran, Konzert und Tenor lassen sich deshalb nicht direkt auf die Bariton-Ukulele übertragen.

Was unterscheidet eine Ukulele aus Massivholz von einer aus Laminat?

Eine Ukulele aus Massivholz besteht aus einem durchgehenden Stück Holz, das freier schwingt und mehr Obertöne sowie mehr Lautstärke liefert als Laminat aus verleimten Furnierschichten. Laminat dämpft den Klang stärker, ist dafür aber unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeitsschwankungen und deshalb in Einsteiger-Fabrikaten verbreitet.

Worauf sollte man beim Kauf einer gebrauchten Ukulele achten?

Beim Kauf einer gebrauchten Ukulele sollten Käufer die Bünde auf Kerben und Vertiefungen prüfen, die zu Schnarren führen, und den Hals von der Kopfplatte zum Korpus auf Geradheit kontrollieren. Eine Krümmung oder Verdrehung des Halses gehört in eine Fachwerkstatt und sollte nicht selbst behoben werden.

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Ukulelen-Marken

Ukulelen-Marken

Der Markt für Ukulelen-Marken teilt sich in Fabrikate und eine hawaiianische Traditionsmanufaktur. Kala, Ohana, Lanikai und Cordoba fertigen oder vertreiben Serieninstrumente vom Einsteiger- bis zum gehobenen Mittelklasse-Niveau, jeweils mit eigener Herkunft: Kala und Ohana aus Kalifornien, Lanikai als Marke der Hohner-Gruppe, Cordoba ursprünglich als Hersteller klassischer Gitarren. Daneben baut die 1916 in Honolulu gegründete Manufaktur Kamaka Ukulelen bis heute in Handarbeit, oft aus einheimischem Koa-Holz und preislich in einer eigenen Liga. Dieser Überblick nennt zu jeder Marke Gründung, Herkunftsland und Positionierung im Sortiment als Fakten, nicht als Kaufempfehlung.

Ukulelen-Pflege

Ukulelen-Pflege

Eine Ukulele bleibt in Form, wenn Korpus und Hals nach jedem Spielen ein trockenes Tuch abbekommen, bevor sich Handschweiß im Lack festsetzt. Das unlackierte Griffbrett braucht nur gelegentlich etwas Öl, seltener als bei größeren Zupfinstrumenten, weil seine Fläche kleiner ist. Der kleine, dünnwandige Holzkorpus reagiert dafür empfindlich auf Feuchtigkeitsschwankungen und gehört stabil gelagert, ohne Heizungsnähe oder pralle Sonne. Neue Nylonsaiten dehnen sich nach dem Aufziehen tagelang und verlangen häufigeres Nachstimmen. Risse im Holz, sich lösende Bundstäbchen oder ein klemmender Wirbel gehören in die Fachwerkstatt.

Ukulelen-Zubehör

Ukulelen-Zubehör

Ukulelen-Zubehör umfasst die Geräte und Teile, die eine Ukulele schützen, spielbereit stimmen und im Alltag praktischer machen: Gigbag oder Tasche, Clip-Stimmgerät, Gurt, Kapodaster, Ersatzsaiten sowie Notenständer oder Akkordheft. Ein Teil davon fällt bei der Ukulele kleiner oder leichter aus als bei einer Gitarre, weil das Instrument selbst wenig wiegt und mit vier Nylon- oder Fluorocarbonsaiten gestimmt ist. Ein Gigbag liegt bei vielen Modellen bereits im Lieferumfang, ein Clip-Stimmgerät dagegen gilt wegen der ungewohnten Standardstimmung g-c-e-a fast als Pflicht. Dieser Ratgeber erklärt zu jeder Kategorie, was sie leistet und worauf beim Kauf zu achten ist.

Ukulelensaiten

Ukulelensaiten

Ukulelensaiten sind das Verschleißteil der Ukulele: Sie bestehen heute meist aus Nylon oder aus dem helleren, dichteren Fluorocarbon. Die Standardstimmung g-c-e-a verwendet eine hohe, sogenannte reentrante g-Saite, daneben gibt es eine tiefe Low-G-Saite als Alternative. Je nach Spielhäufigkeit lohnt sich ein Wechsel alle paar Monate bis einmal im Jahr, erkennbar an mattem Klang, Intonationsproblemen oder sichtbarem Verschleiß. Wie bei der Konzertgitarre werden die Saiten am Steg verknotet statt mit Kugelende befestigt, und neue Saiten brauchen mehrere Tage, bis sie die Stimmung halten.