Stahlgitarre

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Bild: Laura McKinnon / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Stahlgitarre ist keine Gitarre aus Metall, sondern eine Gitarre, die mit einem kleinen, handgehaltenen Metallstab, dem sogenannten "Steel" oder Tonstab, gespielt wird; der Name bezieht sich also auf dieses Hilfsmittel, nicht auf das Baumaterial des Instruments. Erfunden wurde diese Spieltechnik Ende des 19. Jahrhunderts auf Hawaii, wo der Gitarrist Joseph Kekuku in den 1880er und 1890er Jahren erstmals einen Metallgegenstand über die liegenden Saiten seiner Gitarre gleiten ließ.

Die Stahlgitarre ist keine Gitarre aus Metall, sondern eine Gitarre, die mit einem kleinen, handgehaltenen Metallstab, dem sogenannten "Steel" oder Tonstab, gespielt wird; der Name bezieht sich also auf dieses Hilfsmittel, nicht auf das Baumaterial des Instruments. Erfunden wurde diese Spieltechnik Ende des 19. Jahrhunderts auf Hawaii, wo der Gitarrist Joseph Kekuku in den 1880er und 1890er Jahren erstmals einen Metallgegenstand über die liegenden Saiten seiner Gitarre gleiten ließ. Von dort verbreitete sich das sogenannte "Hawaiian Steel Guitar"-Spiel in die USA und wurde ab den 1930er Jahren zu einem zentralen Klangelement der amerikanischen Country-Musik, wo sich daraus die stehende Lap-Steel- sowie die später entwickelte, mit Pedalen und Kniehebeln ausgestattete Pedal-Steel-Gitarre entwickelten.

Wie klingt die Stahlgitarre?

Der charakteristische Klang der Stahlgitarre entsteht durch das gleitende Führen des Metallstabs über die Saiten, wodurch Töne weich ineinander übergehen können, statt wie beim normalen Bundgriff klar abgesetzt zu sein. Dieses stufenlose Gleiten erzeugt den unverwechselbaren, schwebenden "Weinen"- oder "Seufzer"-Effekt, der die Stahlgitarre sowohl in hawaiianischer Musik als auch im amerikanischen Country so unverkennbar macht. Je nach Bauart und Verstärkung reicht der Klang von warm und sanft schimmernd bis zu einem lauten, sustainreichen Ton mit langem Nachklingen, wie er vor allem bei der elektrisch verstärkten Pedal-Steel-Gitarre zu hören ist.

Woraus besteht die Stahlgitarre?

Eine Stahlgitarre besteht, wie eine gewöhnliche Gitarre, meist aus einem Korpus und Hals aus Holz, bei elektrischen Varianten häufig aus massivem Vollholz ohne Schallloch. Anders als bei einer klassischen Gitarre liegen die Saiten hoch über einem meist bundlosen oder nur zur Orientierung markierten Griffbrett, da die Töne nicht durch Herunterdrücken der Saiten auf Bünde, sondern durch den frei über den Saiten geführten Metallstab erzeugt werden. Einfache Lap-Steel-Gitarren werden liegend auf dem Schoß oder einem Ständer gespielt; die weiterentwickelte Pedal-Steel-Gitarre steht auf einem eigenen Gestell mit mehreren Saitenchören und ist zusätzlich mit Fußpedalen und Kniehebeln ausgestattet, mit denen einzelne Saiten während des Spiels gezielt in der Stimmung verändert werden können. Elektrische Modelle besitzen zudem einen oder mehrere Tonabnehmer, die das Saitensignal an einen Verstärker weitergeben.

Wie spielt man die Stahlgitarre?

Die Stahlgitarre wird horizontal gespielt: Die linke Hand führt einen glatten Metallstab (das "Steel" oder den "Tone Bar") lose über den Saiten, ohne sie auf ein Griffbrett zu drücken, während die rechte Hand die Saiten mit den Fingern oder Fingerpicks anschlägt. Die Tonhöhe wird ausschließlich durch die Position des Stabes entlang der Saiten bestimmt; ein gleichmäßiges, kontrolliertes Gleiten des Stabes erzeugt die charakteristischen fließenden Übergänge zwischen den Tönen. Bei der Pedal-Steel-Gitarre kommen zusätzlich Fußpedale und Kniehebel zum Einsatz, mit denen einzelne Saiten während des Spiels stufenlos höher oder tiefer gestimmt werden können, was komplexe, gleitende Akkordwechsel ermöglicht. Das Spiel erfordert ein sehr feines Gehör und präzise Bewegungskontrolle, da, anders als bei Bünden, keine festen Anhaltspunkte für die exakte Tonhöhe vorhanden sind.

Typische Musikstile mit der Stahlgitarre

Ihren Ursprung hat die Stahlgitarre in der traditionellen hawaiianischen Musik, wo sie bis heute ein zentrales Klangelement ist. In den USA wurde sie ab den 1930er Jahren zu einem prägenden Bestandteil der Country- und Western-Musik, insbesondere des sogenannten "Bakersfield Sound" der 1960er Jahre, sowie später auch des Bluegrass und Americana. Die elektrisch verstärkte Pedal-Steel-Gitarre gilt bis heute als eines der klanglichen Erkennungsmerkmale der klassischen Nashville-Country-Produktion und findet sich vereinzelt auch in Rock- und Popaufnahmen als atmosphärisches Farbelement.

Bekannte Lieder mit der Stahlgitarre

1. "Sleep Walk" von Santo & Johnny (1959), ein reines Steel-Gitarren-Instrumental und einer der bekanntesten Stahlgitarren-Songs überhaupt, das es bis auf Platz eins der US-Charts schaffte. 2. "He Stopped Loving Her Today" von George Jones (1980), dessen berühmtes Pedal-Steel-Intro von Lloyd Green stammt und oft als eines der einprägsamsten Steel-Gitarren-Motive der Country-Musik gilt. 3. "Together Again" von Buck Owens (1964), mit einem prägenden Pedal-Steel-Solo von Tom Brumley. 4. Traditionelle hawaiianische Stücke wie "Aloha ʻOe", die die Ursprünge des Steel-Gitarren-Spiels im 19. Jahrhundert repräsentieren. 5. Zahlreiche klassische Aufnahmen der Carter Family, in deren Country- und Americana-Repertoire die Steel-Gitarre ein fester Bestandteil war.

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