Rebab

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Bild: ismel leal pichs / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Rebab ist ein Chordophon aus der Familie der Stachelgeigen, meist mit einem Bogen gestrichen, seltener gezupft. Seine Ursprünge liegen im persisch-arabischen Raum: Ein gestrichenes Saiteninstrument ist dort spätestens im 8. Jahrhundert belegt, der Gelehrte al-Farabi beschreibt es in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts erstmals ausführlich und nennt es "rabāb". Dieser Name steht seither im gesamten islamischen Kulturraum für zahlreiche verwandte Streichinstrumente, deren genaue Bauform von Region zu Region, vom Maghreb bis nach Java, teils erheblich variiert. Das Grundprinzip der Stachelgeige, gespielt mit einem Dorn als Standfuß, bleibt dabei stets erhalten.

Der Rebab ist ein Chordophon aus der Familie der Stachelgeigen, meist mit einem Bogen gestrichen, seltener gezupft. Seine Ursprünge liegen im persisch-arabischen Raum: Ein gestrichenes Saiteninstrument ist dort laut englischer Wikipedia spätestens im 8. Jahrhundert belegt, der zentralasiatische Gelehrte al-Farabi beschreibt es dann in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts erstmals ausführlich und gibt ihm in seinem Werk den Namen "rabāb". Dieser Name ist seither im gesamten islamischen Kulturraum für zahlreiche verwandte Streichinstrumente gebräuchlich. Eine Untersuchung von Emre Soylu im Online Journal of Music Sciences (2026) zeigt, dass sich die Bezeichnung über die Jahrhunderte je nach Region verschoben hat, statt durchgehend dieselbe Bauform zu meinen, sodass die genaue Form vom Maghreb bis nach Java teils erheblich variiert, während das Grundprinzip der Stachelgeige stets erhalten bleibt.

Über die islamischen Handelsrouten verbreitete sich eine birnenförmige Bauform außerdem bis nach Nordafrika, Zentralasien und Südostasien. Laut englischer Wikipedia gelangte sie im 11. Jahrhundert über das maurische Spanien nach Westeuropa und wurde dort zur mittelalterlichen Rebec. Eine einzige, gerade Entwicklungslinie vom Rebab zur modernen Geige gibt es dabei nicht, wohl aber einen gemeinsamen Ursprung vieler europäischer Streichinstrumente.

Wie klingt der Rebab?

Der Klang des Rebab ist nasal, klagend und stimmähnlich, er kommt dem menschlichen Gesang mit seinen feinen Tonhöhenschwankungen und Verzierungen näher als die meisten anderen Streichinstrumente. Diese vokale Klangqualität macht ihn besonders geeignet, Gesangsmelodien eng zu begleiten oder zu umspielen. Gerade in der javanischen Gamelan-Musik wird diese stimmähnliche Qualität bewusst genutzt, um dem Ensemble eine Art gesungene, wenn auch instrumentale Leitstimme zu verleihen.

Woraus besteht der Rebab?

Der kleine Korpus des Rebab ist je nach Region rund, boot- oder kokosnussschalenförmig und wird häufig nicht mit einer Holzdecke, sondern mit gespannter Tierhaut bespannt, was den charakteristischen, obertonreichen Klang mit erzeugt. Der lange, bundlose Hals erlaubt stufenlose Tonhöhenübergänge. In manchen nordafrikanischen Varianten ist der Korpus zusätzlich mit geometrischen Schnitzereien oder Intarsien verziert, während javanische Rebabs meist schlicht gehalten und mit einem markanten, nach oben gebogenen Kopf versehen sind.

Bespannt ist der Rebab je nach regionaler Tradition meist mit einer bis drei Saiten aus Seide, Darm oder Metall, die irakische Variante namens Jawza dagegen trägt vier Saiten. Namensgebend für die Instrumentenfamilie der "Stachelgeigen" ist der Dorn (Stachel), der aus dem unteren Ende des Korpus ragt und dem Instrument beim Spielen als Standfuß auf dem Boden oder dem Oberschenkel dient. Der Tonumfang bleibt dabei bescheiden: Er liegt nur wenig über einer Oktave, was die stimmähnliche, auf Nuancen statt auf Lautstärke angelegte Spielweise des Rebab erklärt.

Wie spielt man den Rebab?

Der Rebab wird aufrecht gehalten, mit dem Stachel auf dem Boden oder Oberschenkel abgestützt, während er mit einem Pferdehaarbogen gestrichen wird, ähnlich der Spielhaltung von Kemençe oder Erhu. Die linke Hand greift die Saiten auf dem bundlosen Hals, wodurch fließende Tonhöhenübergänge und die für arabische Maqamat sowie javanische Pathet-Tonsysteme charakteristischen Mikrotöne möglich werden. Der Bogen selbst wird bei manchen Bauformen nicht lose gehalten, sondern die Bogenhaare werden mit den Fingern der rechten Hand zusätzlich gespannt oder gelockert, um die Anschlagstärke während des Spiels feinfühlig zu variieren.

In der zentraljavanischen Gamelan-Tradition übernimmt der Rebab-Spieler meist die Rolle des Orchesterleiters: Der javanische Fachbegriff dafür, "pamurbu lagu", bedeutet wörtlich "wer Autorität über die Melodie hat". Von dort aus gibt der Rebab den übrigen Instrumenten den melodischen Verlauf vor, eng angelehnt an die menschliche Gesangsstimme. In arabischen und verwandten Traditionen wird er dagegen meist als Begleitinstrument zu Gesang oder im Ensemble eingesetzt; vereinzelt existieren auch gezupfte Spielweisen in bestimmten Volksmusiktraditionen.

Typische Musikstile mit dem Rebab

In der historischen arabisch-persischen Kunstmusik war der Rebab ein zentrales Melodieinstrument, bevor er dort weitgehend von Kamancheh und Geige verdrängt wurde. In der zentraljavanischen Gamelan-Musik Indonesiens dagegen ist er bis heute unverzichtbar: Eine Abbildung in Thomas Stamford Raffles' Werk "The History of Java" von 1817 zeigt bereits einen Rebab in der bis heute üblichen Form, und ein Manuskript der Erzählung "Hikayat Cekelwanengpati" belegt das Instrument auf Java sogar schon vor dessen Islamisierung. Über Handelsrouten gelangte der Rebab zudem nach Zentralasien, wo verwandte Stachelgeigen bis heute in der usbekischen und tadschikischen Schaschmaqam-Tradition eine Rolle spielen.

Daneben lebt der Rebab in nordafrikanischen und zentralasiatischen Volksmusiktraditionen fort, wo verwandte Stachelgeigen weiterhin gesungene Poesie begleiten, sowie, historisch vermittelt über al-Andalus, in seiner Rolle als Vorläufer der europäischen Rebec- und Fiedeltraditionen des Mittelalters.

Rebab-Traditionen von Java bis al-Andalus

  1. K.P.H. Notoprojo: ein am javanischen Hof wirkender Komponist und Musiker, der als bedeutender Rebab-Spieler der zentraljavanischen Gamelan-Tradition gilt und zugleich ein bedeutender Lehrer war, der die höfische Gamelan-Tradition Yogyakartas im 20. Jahrhundert maßgeblich dokumentierte und weitergab.
  2. Die Gamelan-Hoftraditionen von Yogyakarta und Surakarta: das lebendige Zentrum des heutigen Rebab-Repertoires; beide Stilrichtungen unterscheiden sich in Tempo, Verzierungsdichte und dem genauen Zusammenspiel von Rebab und Gesang deutlich voneinander.
  3. Die historische osmanisch-türkische Kunstmusik, in der der Rebab traditionell auf den Maqam Hijaz gestimmt wurde, bevor er dort größtenteils von der Kemençe abgelöst wurde; historische Miniaturen und Musiktraktate aus dem 16. und 17. Jahrhundert belegen ihn als festen Bestandteil höfischer Ensembles.
  4. Nordafrikanische und andalusische Ensembletraditionen (etwa die Gharnati- und Ala-Musik), die auf die klassische andalusische Kunstmusik des maurischen Spaniens zurückgehen und nach der Reconquista von muslimischen und jüdischen Geflüchteten nach Nordafrika mitgebracht wurden.
  5. Seine dokumentierte historische Rolle als Vorläufer der mittelalterlichen europäischen Rebec: Abbildungen aus dem 12. und 13. Jahrhundert zeigen bereits Rebec-ähnliche Instrumente, deren Bauweise unverkennbar auf den arabischen Rebab zurückgeht.

Häufige Fragen zum Rebab

Was ist ein Rebab?

Der Rebab ist eine Stachelgeige aus dem persisch-arabischen Raum: ein meist gestrichenes Chordophon mit kleinem, rundem oder bootsförmigem Korpus, einem bundlosen Hals und einem Dorn am unteren Ende, der dem Instrument als Standfuß dient.

Woher kommt der Name Rebab?

Der Rebab verdankt seinen Namen dem Gelehrten al-Farabi, der ihn in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts erstmals ausführlich beschreibt und "rabāb" nennt. Seither steht der Name im gesamten islamischen Kulturraum für zahlreiche verwandte, aber regional unterschiedlich gebaute Streichinstrumente.

Ist der Rebab mit der Geige verwandt?

Der Rebab gilt als einer der Vorläufer vieler europäischer Streichinstrumente. Eine birnenförmige Bauform gelangte im 11. Jahrhundert über das maurische Spanien nach Westeuropa und wurde dort zur mittelalterlichen Rebec. Eine einzige, gerade Linie zur modernen Geige gibt es dabei aber nicht.

Wie viele Saiten hat ein Rebab?

Die meisten Rebab-Varianten tragen eine bis drei Saiten aus Seide, Darm oder Metall. Die irakische Variante namens Jawza bildet mit vier Saiten eine Ausnahme, javanische Rebabs sind meist zweisaitig.

Welche Rolle spielt der Rebab im javanischen Gamelan?

Im javanischen Gamelan übernimmt der Rebab-Spieler meist die Rolle des Orchesterleiters, auf Javanisch "pamurbu lagu" genannt. Er gibt den übrigen Instrumenten den melodischen Verlauf vor, eng angelehnt an die menschliche Gesangsstimme.

Quellen

  1. Rebab, Wikipedia, abgerufen am 15. Oktober 2026
  2. Rebab, Wikipedia (englisch), abgerufen am 15. Oktober 2026
  3. Rebab Instrument History: Origins, Spread and Regional Development, Rebab.org, mit Verweis auf Emre Soylu, Online Journal of Music Sciences (2026), abgerufen am 15. Oktober 2026

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