Ruan

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Bild: Robert Way / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Der Ruan ist ein chinesisches Zupfinstrument aus der Familie der Lauten: ein rundes, flaches Chordophon mit bundiertem Hals und vier Saiten, das ausschließlich gezupft, nicht gestrichen wird. Seine Vorform, die "Qin-Pipa", lässt sich bis in die Qin- und Han-Dynastie zurückverfolgen und ist damit über 2000 Jahre alt; ihren heutigen Namen erhielt sie erst im 3.

Der Ruan ist ein chinesisches Zupfinstrument aus der Familie der Lauten: ein rundes, flaches Chordophon mit bundiertem Hals und vier Saiten, das ausschließlich gezupft, nicht gestrichen wird. Seine Vorform, die "Qin-Pipa", lässt sich bis in die Qin- und Han-Dynastie zurückverfolgen und ist damit über 2000 Jahre alt; ihren heutigen Namen erhielt sie erst im 3. Jahrhundert nach Christus, benannt nach dem Musiker Ruan Xian, einem der "Sieben Weisen vom Bambushain", der auf zeitgenössischen Darstellungen mit dem Instrument abgebildet ist. Der Ruan ist bis heute ein tragendes Instrument der chinesischen Ensemble- und Orchestermusik.

Wie klingt der Ruan?

Der Klang des Ruan ist warm, rund und obertonreich mit relativ langem Sustain, bedingt durch den großen, flachen runden Klangkörper. Im Vergleich zur schärferen, perkussiveren Pipa klingt der Ruan weicher und getragener; er wird in chinesischen Orchestern oft als klangliches Fundament der Zupfinstrumentengruppe eingesetzt, das Harmonie und Fülle zwischen den schärferen Instrumenten liefert.

Woraus besteht der Ruan?

Der Korpus des Ruan ist rund und flach, die Decke traditionell aus Wutong-Holz gefertigt, der lange Hals mit zahlreichen Bünden für einen chromatischen Tonumfang versehen. Bespannt ist das Instrument mit vier Saiten aus Nylon oder nylonumsponnenem Metall, gestimmt meist in Quarten oder Quinten je nach Größe. Der Ruan existiert als ganze Instrumentenfamilie unterschiedlicher Größe und Tonlage: von der hohen Gaoyin-Ruan über die kleine Xiaoruan und die im Orchester am häufigsten verwendete mittlere Zhongruan bis zur tiefen Daruan und der noch tieferen Diyin-Daruan, ähnlich einer Streicherfamilie von Violine bis Kontrabass.

Wie spielt man den Ruan?

Gespielt wird der Ruan mit den Fingern der rechten Hand oder, in der modernen Orchesterpraxis, mit einem Plektrum. Die linke Hand greift die Bünde auf dem Hals und kann durch Abziehen, Gleiten (Portamento) und Vibrato die Tonhöhe zusätzlich modulieren. Für gehaltene Töne wird häufig Tremolo eingesetzt, bei dem die Saite sehr schnell wiederholt angeschlagen wird, um den vergleichsweise kurzen natürlichen Ausklang eines Zupftons zu verlängern. Im chinesischen Orchester bilden meist mehrere Zhongruan und Daruan gemeinsam die harmonische Mittelstimme der Zupfinstrumentengruppe.

Typische Musikstile mit dem Ruan

Der Ruan ist fester Bestandteil des modernen chinesischen Orchesters (Minzu Yuedui) sowie traditioneller Kammermusikbesetzungen und wird zunehmend auch als Soloinstrument in eigens komponierten Konzerten eingesetzt.

Bekannte Lieder mit dem Ruan

Als Meilenstein des Solo-Repertoires gilt das 1962 vom Musiker und Komponisten Liu Xing geschaffene Zhongruan-Konzert "Erinnerung an Yunnan" (云南回忆), das erste eigens für Zhongruan und chinesisches Orchester komponierte Konzertwerk und bis heute fester Bestandteil der Konzertprogramme chinesischer Orchester wie des China National Traditional Orchestra und des Hong Kong Chinese Orchestra. Liu Xing selbst gilt als einer der einflussreichsten Ruan-Virtuosen und Komponisten des modernen Solorepertoires für das Instrument.

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