E-Gitarren-Zubehör umfasst alle Geräte und Teile, die eine E-Gitarre überhaupt erst hörbar und spielbereit machen: Übungsverstärker, Instrumentenkabel, Effektpedale oder Multieffektgerät, Stimmgerät, Gigbag oder Case sowie Gurt und Plektren. Der Tonabnehmer der E-Gitarre liefert nur ein schwaches elektrisches Signal, deshalb bleibt das Instrument ohne Verstärker fast stumm. Kabel und Stimmgerät entscheiden über Klangtreue und die richtige Tonhöhe, Effektgeräte formen den Klangcharakter, und Gigbag oder Case schützen das Instrument auf dem Transport. Dieser Ratgeber erklärt zu jeder Kategorie, was sie leistet und worauf beim Kauf zu achten ist.
Welches Zubehör braucht eine E-Gitarre?
Wer eine E-Gitarre kauft, braucht für den Start sechs Kategorien an Zubehör: einen Übungsverstärker, ein Instrumentenkabel, Effektpedale oder ein Multieffektgerät, ein Stimmgerät, einen Transportschutz sowie Gurt und Plektren. Jede Kategorie erfüllt eine eigene Aufgabe, und beim Kauf zählt jeweils ein anderes Kriterium.
| Kategorie | Worauf beim Kauf achten |
|---|---|
| Übungsverstärker | Bauart Röhre oder Transistor/Modeling, Kopfhöreranschluss für leises Üben |
| Instrumentenkabel | Länge passend zum Einsatzort, 6,3-mm-Klinkenstecker, Abschirmung gegen Brummen |
| Effektpedale/Multieffekt | Grundtypen abdecken: Verzerrer, Delay, Chorus |
| Stimmgerät | Clip-Tuner für unterwegs, Pedal-Tuner für die Signalkette |
| Gigbag oder Case | Polsterung und Stabilität passend zum Transportweg |
| Gurt und Plektren | sichere Befestigung am Gurtpin, Plektren in unterschiedlicher Materialstärke |
Welcher Übungsverstärker passt zur E-Gitarre?
Ein Übungsverstärker macht das schwache Signal des Tonabnehmers hörbar und formt zugleich einen Grundklang. Röhrenverstärker erzeugen die Verzerrung über die Röhrenschaltung selbst und reagieren empfindlich auf die Anschlagstärke, brauchen dafür aber mehr Lautstärke, um ihren Charakter voll zu entfalten. Transistor- und Modeling-Verstärker arbeiten mit Halbleitern beziehungsweise digital simulierten Klangbildern und liefern auch bei geringer Lautstärke einen konstanten Klang, weil sie keine hohe Aussteuerung für ihren Charakter benötigen. Für das Üben in Wohnräumen zählt zusätzlich ein Kopfhöreranschluss, über den der Verstärker stumm bleibt, während der Klang nur im Kopfhörer erscheint. Mehr zu Bauarten und Reglern erklärt der Artikel Gitarrenverstärker.
Ein Übungsverstärker mit Kopfhöreranschluss ermöglicht leises Üben. Das Signal läuft dann ausschließlich in den Kopfhörer, der Lautsprecher bleibt stumm, sodass sich auch abends oder in der Wohnung ungestört üben lässt.
Worauf achten beim Instrumentenkabel für die E-Gitarre?
Ein Instrumentenkabel verbindet die Buchse der E-Gitarre mit dem Verstärker oder dem ersten Effektpedal und überträgt das unverstärkte Signal des Tonabnehmers. Der Standardstecker an beiden Enden ist der 6,3-mm-Klinkenstecker, mono ausgeführt, wie er auch am Verstärkereingang sitzt. Die Länge richtet sich nach dem Einsatzort: Für das Übungszimmer reicht ein kurzes Kabel von wenigen Metern, auf der Bühne braucht es je nach Bewegungsradius mehr. Eine gute Abschirmung im Kabelmantel hält Brummen und Störsignale fern, besonders in der Nähe von Netzteilen, Leuchtstoffröhren oder anderen Kabeln.
Welche Effektpedale braucht eine E-Gitarre?
Effektpedale verändern das Signal zwischen Gitarre und Verstärker, ein Multieffektgerät bündelt mehrere solcher Effekttypen in einem einzigen Gerät. Ein Verzerrer sättigt das Signal und fügt Obertöne hinzu, von leichtem Crunch bis zu starker Verzerrung. Ein Delay wiederholt den Ton zeitversetzt und erzeugt ein Echo, das Räumlichkeit schafft. Ein Chorus verdoppelt das Signal mit minimalem Zeit- und Tonhöhenversatz und lässt den Klang breiter wirken.
Clip-Tuner oder Pedal-Tuner: Welches Stimmgerät passt?
Ein Stimmgerät zeigt an, ob eine Saite zu hoch, zu tief oder korrekt gestimmt ist, meist über eine Nadel- oder LED-Anzeige. Ein Clip-Tuner klemmt an der Kopfplatte und misst die Schwingung der Saite direkt über das Holz, unabhängig vom Verstärker, deshalb eignet er sich für unterwegs und für die unverstärkte Gitarre. Ein Pedal-Tuner sitzt in der Signalkette zwischen Gitarre und Verstärker, schaltet beim Stimmen automatisch den Ton zum Verstärker stumm und bleibt während des Auftritts griffbereit am Boden. Mehr zu Anzeigearten erklärt der Artikel Stimmgeräte für Gitarren.
Gigbag oder Case: Welcher Schutz für den Transport?
Ein Gigbag ist eine gepolsterte, weiche Tasche mit Trageriemen, die vor Kratzern, Staub und leichten Stößen schützt und wenig wiegt. Ein Case besteht aus starrem Material, meist Holz oder Kunststoff, und schützt zusätzlich vor Druck von außen sowie vor stärkeren Stößen, etwa beim Versand oder bei häufigen Fahrten im Auto. Für den Weg zum Übungsraum reicht in der Regel ein Gigbag, für Flugreisen oder den Versand braucht die E-Gitarre den formstabilen Schutz eines Case.
Worauf achten bei Gurt und Plektren?
- Gurt: Er hält die E-Gitarre im Stehen in Spielposition und wird an zwei Gurtpins am Korpus befestigt, meist am unteren Korpushorn und am Korpusende hinter dem Hals. Eine Gurtsicherung verhindert, dass sich der Gurt vom Pin löst und die Gitarre herunterfällt.
- Plektren: Sie unterscheiden sich vor allem in der Materialstärke. Dünne Plektren federn beim Anschlag stärker nach und eignen sich für Strumming, dicke Plektren übertragen den Anschlag direkter und eignen sich für einzelne Töne und Soli.
Wer die Grundtechniken der E-Gitarre erst aufbaut, findet den passenden Einstieg im Artikel E-Gitarre lernen.
Häufige Fragen zum E-Gitarren-Zubehör
Welches Zubehör braucht man für eine E-Gitarre?
Für eine E-Gitarre braucht man mindestens einen Übungsverstärker, ein Instrumentenkabel und ein Stimmgerät, denn ohne Verstärker bleibt das Instrument fast stumm und ohne Stimmgerät verliert es rasch die richtige Tonhöhe. Dazu kommen ein Gurt zum Spielen im Stehen, Plektren sowie ein Gigbag oder Case für den Transport. Effektpedale oder ein Multieffektgerät sind kein Grundbedarf, sondern erweitern den Klangcharakter nach Bedarf.
Reicht ein Multieffektgerät statt einzelner Effektpedale?
Ein Multieffektgerät deckt gängige Effekttypen wie Verzerrer, Delay und Chorus in einem einzigen Gerät ab und ersetzt damit funktional mehrere einzelne Pedale. Einzelne Effektpedale lassen sich dafür gezielt austauschen und in beliebiger Reihenfolge auf einem Pedalboard anordnen. Beide Wege führen zum selben Ziel, unterscheiden sich aber in Bedienung und Aufbau.
Wie lang darf ein Instrumentenkabel für die E-Gitarre sein?
Ein Instrumentenkabel für die E-Gitarre darf so lang sein, wie der Einsatzort es verlangt, von wenigen Metern im Übungsraum bis zu deutlich längeren Kabeln auf großen Bühnen. Mit zunehmender Länge steigt die Anfälligkeit für Einstreuungen und Brummen, deshalb wird eine gute Abschirmung im Kabelmantel wichtiger, je länger das Kabel ist. Der Steckertyp bleibt dabei unabhängig von der Länge immer der 6,3-mm-Klinkenstecker.
Was unterscheidet Clip-Tuner und Pedal-Tuner?
Ein Clip-Tuner klemmt an der Kopfplatte und misst die Saitenschwingung direkt über das Holz, unabhängig davon, ob die Gitarre am Verstärker hängt. Ein Pedal-Tuner sitzt in der Signalkette zwischen Gitarre und Verstärker und schaltet beim Stimmen den Ton zum Verstärker automatisch stumm. Für unterwegs und die unverstärkte Gitarre eignet sich der Clip-Tuner, für die Signalkette auf der Bühne der Pedal-Tuner.




