Eine E-Gitarre eignet sich für Anfänger, weil die Saitenlage werksseitig niedriger ausfällt als bei einer Akustikgitarre und die Greifhand deshalb weniger Kraft braucht. Unverstärkt bleibt der Ton leise genug für eine Wohnung, eine Akustikgitarre klingt dagegen auch ohne Zutun laut durch den Raum. Zur Gitarre kommen mindestens ein Übungsverstärker, ein Kabel, ein Stimmgerät und Plektren hinzu. Für den Einstieg eignet sich eine unkomplizierte Solidbody-Gitarre mit festem Steg, ein zu billiges, schlecht eingestelltes Set und eine falsche Mensur zählen zu den häufigsten Kauffehlern.
Was macht eine E-Gitarre für Anfänger geeignet?
Eine E-Gitarre eignet sich für Anfänger, weil zwei werksseitige Eigenschaften das Greifen erleichtern und der unverstärkte Ton leise genug für eine Wohnung bleibt. Hersteller stellen die Saitenlage bei E-Gitarren niedriger ein als bei Akustikgitarren, weil der Tonabnehmer die Schwingung der Saite elektrisch abnimmt und die Saite dafür nicht weit ausschlagen muss. Dazu kommen dünnere Saiten mit geringerer Spannung, die sich leichter niederdrücken lassen als die dickeren Stahlsaiten einer Akustikgitarre. Ohne Verstärker gibt eine E-Gitarre nur einen leisen, dünnen Ton ab, weil ihr der große Resonanzkörper fehlt, eine unverstärkte Akustikgitarre klingt dagegen auch ohne Zutun laut durch die Wohnung, was manchen Anfänger in einer Mietwohnung stört.
Fünf Kriterien fassen zusammen, worauf es beim Kauf für den Einstieg ankommt:
| Kaufkriterium | Worauf Anfänger achten sollten |
|---|---|
| Bauform | Solidbody ohne Hohlraum, robust und unkompliziert im Aufbau |
| Steg | Fest montierter Steg (Hardtail) statt Vibrato-System, das häufiges Nachstimmen verlangt |
| Mensur | Kurze oder mittlere Mensur für kleinere Hände, Standardmensur für durchschnittliche bis große Hände |
| Werkseinstellung | Sauber eingestelltes Instrument mit niedriger, aber bundreiner Saitenlage |
| Zusatzausstattung | Übungsverstärker, Kabel und Stimmgerät gehören von Anfang an dazu |
Was braucht man zusätzlich zur E-Gitarre?
Zur E-Gitarre gehören mindestens ein Übungsverstärker, ein Klinkenkabel, ein Stimmgerät und Plektren, ohne diese vier Teile bleibt das Instrument stumm oder verstimmt.
- Übungsverstärker: Ein kleiner Kombiverstärker mit 10 bis 20 Watt reicht für Zuhause. Ein Kopfhörerausgang am Verstärker oder ein separater Kopfhörerverstärker erlaubt lautes Spiel, ohne die Nachbarn zu stören.
- Klinkenkabel: Es verbindet die Gitarrenbuchse mit dem Verstärkereingang, ohne Kabel bleibt die Gitarre stumm.
- Stimmgerät: Ein Clip-Stimmgerät an der Kopfplatte zeigt die Tonhöhe jeder Saite an, eine E-Gitarre verstimmt sich durch Spielen und Temperaturwechsel schneller, als Anfänger meist erwarten.
- Plektren: Dünne Plektren erleichtern das Anschlagen einzelner Saiten, dickere eignen sich besser für Akkorde, ein Anfänger kauft am besten mehrere Stärken zum Ausprobieren.
Einsteiger-Sets bündeln Gitarre, Verstärker, Kabel und teils Stimmgerät in einem Paket und senken damit den Aufwand bei der Erstausstattung. Sie bergen aber das Risiko eines schlecht eingestellten Instruments, dazu mehr im Abschnitt zu den Kauffehlern weiter unten.
Welche Bauform eignet sich für den Einstieg?
Für den Einstieg eignet sich eine unkomplizierte Solidbody-Gitarre mit festem Steg am besten, weil sie ohne empfindliche Zusatzmechanik auskommt. Solidbody-Gitarren bestehen aus massivem Holz ohne Hohlraum, sind robust im Alltag und neigen kaum zu Rückkopplungen, wenn der Verstärker lauter aufgedreht wird.
Beim Steg lohnt sich ein Blick auf die Mechanik. Ein fest montierter Steg, ein sogenannter Hardtail, hält die Stimmung am zuverlässigsten und braucht keine zusätzliche Pflege. Viele E-Gitarren tragen stattdessen ein Vibrato-System, mit dem sich der Ton über einen Hebel absenken oder anheben lässt. Ein einfaches Vibrato bleibt für Anfänger beherrschbar, ein doppelt arretierendes System mit Klemm-Sattel, wie es unter dem Namen Floyd-Rose-System bekannt ist, verlangt dagegen deutlich mehr Aufwand beim Stimmen und beim Saitenwechsel, weil jede Saite zusätzlich am Sattel festgeklemmt wird. Für den Einstieg reicht ein Hardtail-Steg oder ein einfaches Vibrato-System aus, ein exotisches Tremolo-System bringt für Anfänger nur zusätzlichen Aufwand ohne Nutzen.
Wie unterscheidet sich das Lernen an der E-Gitarre von der Akustikgitarre?
Das Lernen an der E-Gitarre unterscheidet sich vor allem durch das Abdämpfen ungewollter Nebengeräusche, das die Akustikgitarre nicht im selben Maß verlangt. Ein Verstärker gibt jede mitschwingende Saite und jedes Rutschen der Finger hörbar wieder, während eine Akustikgitarre solche Nebengeräusche akustisch schluckt. Dafür braucht die Greifhand an der E-Gitarre weniger Kraft, weil Saitenlage und Saitenspannung niedriger ausfallen als bei einer Akustikgitarre. Wie sich die ersten Griffe und Powerchords konkret üben lassen, beschreibt der Artikel zum E-Gitarre lernen.
Welche Kauffehler machen Anfänger bei der E-Gitarre?
Zwei Fehler erschweren Anfängern den Einstieg am häufigsten: ein zu billiges Set mit schlecht eingestelltem Instrument und eine Mensur, die nicht zur Handgröße passt.
- Zu billiges Set mit schlecht eingestelltem Instrument: Nicht der Preis allein entscheidet über die Bespielbarkeit, sondern die Einstellung ab Werk oder durch den Händler. Eine zu hohe Saitenlage, ein verzogener Hals oder schlecht abgerichtete Bünde zwingen die Greifhand zu mehr Kraft, als für den Einstieg nötig ist, und lassen selbst einfache Griffe schlecht klingen. Wer die Bespielbarkeit vor dem Kauf nicht selbst beurteilen kann, lässt sich das Instrument von einer Fachwerkstatt oder einer erfahrenen Person gegenprüfen.
- Falsche Mensur für kleine Hände: Die Mensur ist die schwingende Saitenlänge zwischen Sattel und Steg und bestimmt den Abstand der Bünde zueinander. Eine kürzere Mensur rückt die Bünde näher zusammen und verlangt der Greifhand weniger Spreizung ab, eine Standardmensur verteilt dieselben Töne über eine längere Strecke. Wer kleine Hände oder kurze Finger hat, kommt mit einer kürzeren Mensur leichter zurecht als mit der längsten am Markt verbreiteten Mensur.
Der Preis sagt nichts über die Einstellung aus. Ein teures Instrument kann schlecht eingestellt im Laden stehen, ein günstiges Instrument gut eingestellt. Entscheidend beim Kauf ist immer die Bespielbarkeit beim Testspielen oder nach einem Setup, nicht das Preisschild allein.
Häufige Fragen zur E-Gitarre für Anfänger
Ist eine E-Gitarre für absolute Anfänger geeignet?
Eine E-Gitarre ist für absolute Anfänger geeignet, weil die Saitenlage werksseitig niedriger ausfällt als bei einer Akustikgitarre und die Greifhand deshalb weniger Kraft braucht. Unverstärkt bleibt der Ton leise genug für eine Wohnung, mit Verstärker steuert der Spieler die Lautstärke selbst über den Regler oder einen Kopfhörerausgang. Voraussetzung bleibt ein sauber eingestelltes Instrument, ein schlecht eingestelltes Set erschwert den Einstieg unabhängig vom Preis.
Was braucht ein Anfänger zusätzlich zur E-Gitarre?
Ein Anfänger braucht zusätzlich zur E-Gitarre mindestens einen Übungsverstärker, ein Klinkenkabel, ein Stimmgerät und mehrere Plektren. Ohne Verstärker und Kabel bleibt die Gitarre stumm, ohne Stimmgerät verstimmt sie unbemerkt, und Plektren gibt es in unterschiedlichen Stärken zum Ausprobieren.
Welche E-Gitarre eignet sich für kleine Hände?
Für kleine Hände eignet sich eine E-Gitarre mit kurzer oder mittlerer Mensur, weil dabei die Bünde enger beieinander liegen und die Greifhand weniger spreizen muss. Eine lange Standardmensur verteilt dieselben Töne über eine größere Strecke und verlangt mehr Fingerspannweite, was den Einstieg für kleine Hände unnötig erschwert.
Was ist beim Kauf einer E-Gitarre für Anfänger zu vermeiden?
Beim Kauf einer E-Gitarre für Anfänger lohnt es sich, ein schlecht eingestelltes Instrument und exotische Tremolo-Systeme zu vermeiden. Eine zu hohe Saitenlage oder ein verzogener Hals erschweren das Greifen unnötig, und ein doppelt arretierendes Vibrato-System mit Klemm-Sattel verlangt mehr Aufwand beim Stimmen und beim Saitenwechsel als ein fest montierter Steg.




