Wer eine E-Gitarre regelmäßig spielt, hält sie mit wenigen wiederkehrenden Handgriffen in Form: Saiten wechseln, Korpus abwischen, Griffbrett behandeln und richtig lagern. Diese vier Aufgaben erledigt jeder Spieler selbst, ohne Werkzeug am Hals. Alles, was die Halskrümmung, die Bünde oder die Intonation betrifft, gehört dagegen in die Fachwerkstatt.
Wie oft wechselt man die Saiten einer E-Gitarre?
Wie oft die Saiten einer E-Gitarre einen Wechsel brauchen, hängt vor allem von der Spielhäufigkeit ab. Wer täglich übt, merkt nach etwa vier bis acht Wochen, dass die Saiten stumpf klingen und die Stimmung schneller wegdriftet. Wer nur gelegentlich spielt, kommt mit einem Wechsel alle drei bis sechs Monate aus, weil Schweiß und Hautfett die Hauptursache für den Verschleiß sind und nicht allein die Spielzeit. Ein sicheres Zeichen ist eine Saite, die sichtbar korrodiert, sich rau anfühlt oder beim Stimmen nicht mehr sauber hält.
Der Wechsel selbst läuft in immer denselben Schritten ab. Zuerst löst der Spieler die Saite am Stimmwirbel, bis sie locker genug ist, um sie am Steg oder aus dem Korpus auszuhängen. Dann legt er die neue Saite ein, führt sie durch den Steg oder die Durchführung und zieht sie am Wirbel mit einem Saitenzieher straff auf, meist mit zwei bis drei Windungen um den Wirbel für einen sicheren Halt. Zum Schluss stimmt er die Saite auf Tonhöhe und dehnt sie vorsichtig, damit sie in den ersten Minuten nicht wieder verstimmt. Welches Material und welche Stärke dabei zum eigenen Spiel passen, klärt der Artikel zu den Saiten der E-Gitarre im Detail.
Stumpfe Saiten sind keine Geschmackssache, sondern Verschleiß. Sobald die Oberfläche korrodiert ist, lässt sich das mit keiner Einstellung am Verstärker ausgleichen. Nur ein Wechsel bringt Klarheit und Sustain zurück.
Wie reinigt man den Korpus einer E-Gitarre?
Ein trockenes Mikrofasertuch entfernt Staub und Fingerabdrücke vom Korpus einer E-Gitarre nach jedem Spielen zuverlässig. Bei hartnäckigerem Schmutz reicht ein leicht angefeuchtetes Tuch, das anschließend trocken nachgewischt wird, damit keine Feuchtigkeit auf dem Lack stehen bleibt. Aggressive Lösungsmittel wie Nagellackentferner, Alkohol in hoher Konzentration oder Haushaltsreiniger greifen den Lack an und lassen ihn stumpf werden oder Risse bekommen, besonders bei dünn lackierten Korpussen. Speziell für Instrumentenlack hergestellte Politur ist unproblematisch, gehört aber sparsam und nur bei Bedarf aufgetragen.
Auch die Hardware verdient Aufmerksamkeit: Saitenreste, Schweiß und Staub sammeln sich am Steg, an den Tonabnehmern und an den Reglern. Ein trockenes Tuch entfernt diese Ablagerungen, ohne dass Flüssigkeit in die Elektronik gerät. Bei Reglern, die knistern oder hakeln, hilft meist schon vorsichtiges mehrfaches Drehen, um Staub aus dem Kontakt zu lösen.
Wie pflegt man das Griffbrett einer E-Gitarre?
Wie das Griffbrett einer E-Gitarre gepflegt wird, richtet sich nach dem verwendeten Holz. Ein lackiertes Griffbrett aus Ahorn, wie es bei vielen Fender-Modellen üblich ist, behandelt der Spieler wie den restlichen Korpus: trockenes oder leicht feuchtes Tuch, keine Öle, weil die versiegelte Oberfläche keine Flüssigkeit aufnehmen soll und ein Ölfilm dort nur schmierig bleibt.
Ein unbehandeltes Griffbrett aus Palisander oder Ebenholz nimmt dagegen Feuchtigkeit auf und trocknet ohne Pflege mit der Zeit aus, was zu feinen Rissen führen kann. Nach dem Abziehen der alten Saiten, also beim ohnehin fälligen Saitenwechsel, wischt der Spieler Staub und Hautfett mit einem trockenen Tuch ab und trägt anschließend gelegentlich, etwa alle paar Monate, ein dünn aufgetragenes und speziell für Griffbretter vorgesehenes Öl auf. Überschüssiges Öl wird nach kurzer Einwirkzeit wieder abgewischt, damit es nicht in die Bundritzen läuft oder klebrig bleibt.
Wie lagert man eine E-Gitarre richtig?
Eine E-Gitarre lagert am besten bei gleichmäßiger Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 50 Prozent und ohne starke Temperaturschwankungen. Zu trockene Luft lässt Holz schrumpfen und begünstigt Risse, zu feuchte Luft quillt es auf und verändert die Halskrümmung. Direkte Sonneneinstrahlung, Heizkörpernähe und ein kalter Kofferraum im Winter zählen zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen für Schäden am Lack und am Holz.
Für den täglichen Gebrauch reicht ein Gitarrenständer in einem Raum mit stabilem Klima, weil das Instrument griffbereit bleibt und niemand über den Umweg eines Koffers nachdenken muss. Steht eine längere Spielpause an, etwa mehrere Wochen im Urlaub oder ein Transport, schützt ein gepolsterter Koffer oder ein stabiles Gigbag die Gitarre besser vor Stößen, Staub und schwankendem Klima als ein offener Ständer. Die Saiten dabei etwas zu entspannen, ist nur bei sehr langen Lagerzeiten oder extremen Temperaturschwankungen sinnvoll, für den normalen Alltag bleibt die Gitarre gestimmt im Koffer.
Was gehört bei der E-Gitarre in die Fachwerkstatt?
Drei Arbeiten an der E-Gitarre gehören in die Fachwerkstatt und nicht in die Eigenpflege. Die Halskrümmung wird über den im Hals verbauten Trussrod eingestellt; diese Justage verlangt Erfahrung und passendes Werkzeug, weil eine falsch gedrehte Stellschraube den Hals dauerhaft beschädigen kann und bei vielen Herstellern zudem die Garantie berührt. Das Abrichten der Bünde gleicht Unebenheiten aus, die durch Spielverschleiß entstehen, und verlangt Spezialwerkzeug, das in der Werkstatt vorhanden ist. Die Intonation, also der Abgleich der Tonhöhe zwischen leerer Saite und gegriffenen Bünden über die gesamte Mensur, lässt sich bei größeren Abweichungen ebenfalls am zuverlässigsten in der Werkstatt einstellen. Wer bei einer dieser drei Baustellen unsicher ist, spart mit einem Werkstattbesuch am Ende mehr Zeit und Geld, als eine misslungene Eigenreparatur kostet.
Häufige Fragen zur E-Gitarre Pflege
Wie oft sollte man die Saiten einer E-Gitarre wechseln?
Die Saiten einer E-Gitarre sollten bei täglichem Spiel etwa alle vier bis acht Wochen gewechselt werden, bei gelegentlichem Spiel reichen drei bis sechs Monate. Ausschlaggebend sind stumpfer Klang, sichtbare Korrosion und eine Stimmung, die nicht mehr sauber hält, nicht allein die verstrichene Zeit.
Darf man den Korpus einer E-Gitarre mit Wasser reinigen?
Ein leicht mit Wasser angefeuchtetes Mikrofasertuch darf für den Korpus einer E-Gitarre verwendet werden, solange anschließend trocken nachgewischt wird. Stehende Feuchtigkeit und vor allem aggressive Lösungsmittel wie Alkohol oder Nagellackentferner greifen den Lack an und dürfen nicht auf den Korpus gelangen.
Muss man das Griffbrett einer E-Gitarre ölen?
Ölen muss nur ein unbehandeltes Griffbrett aus Palisander oder Ebenholz, und das lediglich gelegentlich, etwa alle paar Monate beim Saitenwechsel. Ein lackiertes Griffbrett aus Ahorn nimmt kein Öl auf und wird stattdessen wie der Korpus mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch gereinigt.
Kann man die Halskrümmung einer E-Gitarre selbst einstellen?
Die Halskrümmung einer E-Gitarre sollte nicht selbst über den Trussrod eingestellt werden, sondern gehört in die Fachwerkstatt. Eine falsch justierte Stellschraube kann den Hals dauerhaft beschädigen und bei vielen Herstellern die Garantie berühren, während eine Werkstatt die Einstellung mit passendem Werkzeug sicher vornimmt.




