Musikstudium

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Redaktion
Ein leerer Übungsraum mit Flügel, Notenständer und Stuhl vor hohen Sprossenfenstern. Bild: KI generiert.
Ein leerer Übungsraum mit Flügel, Notenständer und Stuhl vor hohen Sprossenfenstern. Bild: KI generiert.

Zusammenfassung

Musikstudium bezeichnet mehrere Studiengänge an verschiedenen Hochschultypen: künstlerisches Hauptfach sowie Instrumental- und Gesangspädagogik an Musikhochschulen, Lehramt Musik meist an Musikhochschule und Universität zusammen, Musikwissenschaft an Universitäten, Musikproduktion und Tontechnik an Fachhochschulen und privaten Hochschulen. Vor der Zulassung zu den künstlerischen Fächern steht die Eignungsprüfung mit Vorspiel, Gehörbildung, Musiktheorie und oft Blattspiel. Die Abiturnote spielt dort meist keine Rolle. Anforderungen und Ablauf legt jede Hochschule für jedes Fach selbst fest.

Musikstudium bezeichnet kein einzelnes Fach, sondern mehrere Studiengänge mit verschiedenen Zielen, verschiedenen Zugängen und verschiedenen Hochschultypen. Wer Instrument oder Gesang im künstlerischen Hauptfach studiert, bewirbt sich an einer Musikhochschule und spielt dort vor. Wer Musikwissenschaft studiert, arbeitet an einer Universität über Musik und legt kein Vorspiel ab. Musikproduktion und Tontechnik liegen an Fachhochschulen und privaten Hochschulen. Diese Trennung entscheidet über Bewerbung, Prüfung und Abschluss.

5Studienrichtungen
3Hochschultypen
Eignungsprüfungvor der Zulassung
Bachelorerster Abschluss

Welche Studienrichtungen umfasst das Musikstudium?

Fünf Richtungen decken ab, was im Alltag Musikstudium heißt. Sie unterscheiden sich darin, worauf sie ausbilden und an welchem Hochschultyp sie liegen.

StudienrichtungBildet aus fürHochschultyp
Künstlerisches Hauptfach: Instrument, Gesang, Dirigieren, KompositionAuftritt, Ensemble, eigenes künstlerisches WerkMusikhochschule
Instrumental- und GesangspädagogikUnterricht am Instrument oder in GesangMusikhochschule
Lehramt MusikMusikunterricht an allgemeinbildenden Schulenmeist Musikhochschule und Universität zusammen
MusikwissenschaftForschung, Archiv, Verlag, MusikvermittlungUniversität
Musikproduktion und TontechnikAufnahme, Mischung, Studio- und VeranstaltungstechnikFachhochschule, private Hochschule

Die ersten drei Richtungen verlangen eine künstlerische Eignungsprüfung. Musikwissenschaft verlangt keine. Musikproduktion und Tontechnik wählen meist über Arbeitsproben und ein Gespräch aus, wie der Weg zum Tontechniker zeigt.

Worin unterscheiden sich Musikhochschule und Universität im Musikstudium?

Die Musikhochschule bildet an der Praxis aus, die Universität an der Forschung. Den Kern des Studiums an der Musikhochschule bildet der wöchentliche Einzelunterricht im Hauptfach, dazu kommen Korrepetition, Ensemble- und Orchesterspiel, Musiktheorie und Gehörbildung. Die Prüfungen sind dort selbst Auftritte.

An der Universität läuft Musikwissenschaft wie andere geisteswissenschaftliche Fächer: Vorlesungen, Seminare, Quellenarbeit, Hausarbeiten. Ein Instrument spielen viele Studierende trotzdem, ein Vorspiel auf Konzertniveau verlangt dort niemand. Manche Institute setzen aber Notenkenntnisse, Grundlagen der Musiktheorie oder Sprachkenntnisse voraus.

Das Lehramt Musik liegt dazwischen. Die künstlerische Ausbildung übernimmt meist die Musikhochschule, das zweite Fach und die Bildungswissenschaften die Universität. Was nach dem Studium folgt, also Referendariat und Staatsexamen, beschreibt der Artikel darüber, wie man Musiklehrer wird.

Wie läuft die Eignungsprüfung für das Musikstudium ab?

Die Eignungsprüfung steht vor der Zulassung und entscheidet über den Studienplatz. Sie ist die eigentliche Hürde des Musikstudiums: Wer sie nicht besteht, bekommt keinen Platz. Für die künstlerischen Fächer spielt die Abiturnote dabei meist keine Rolle.

Üblich sind vier Teile, die an einem oder an mehreren Tagen stattfinden.

  • Vorspiel oder Vorsingen. Der Bewerber trägt ein vorbereitetes Programm vor, meist mehrere Werke aus verschiedenen Epochen. Die Kommission hört selten alles vollständig und wählt Stellen aus.
  • Gehörbildung. Verlangt werden das Bestimmen von Intervallen und Akkorden, das Nachsingen von Melodien und das Aufschreiben kurzer Rhythmen und Melodien nach Gehör.
  • Musiktheorie. Meist schriftlich, mit Aufgaben zu Harmonielehre, Tonsatz und Formanalyse.
  • Blattspiel oder Blattsingen. Der Bewerber bekommt einen unbekannten Notentext und wenig Zeit, ihn anzusehen.

Je nach Fach kommen weitere Teile dazu: Klavier als Pflichtfach für alle mit einem anderen Hauptfach, ein Gespräch über die Studienziele, eine Prüfung in Sprecherziehung. Viele Hochschulen prüfen mehrstufig und treffen eine Vorauswahl anhand eingesandter Aufnahmen.

Anforderungen, Reihenfolge und Gewichtung legt jede Hochschule für jedes Fach selbst fest. Welche Werke gefordert sind, welche Epochen das Programm abdecken muss und wie lange es dauern darf, steht in der Zulassungsordnung der jeweiligen Hochschule. Ein Programm, das an einem Ort passt, geht am anderen an den Vorgaben vorbei.

Ablauf Teile der Eignungsprüfung Studienrichtungen als Ziel Bewerbung direkt bei der Hochschule Eignungsprüfung an der Hochschule bestanden Zulassung zum Studienplatz Vorspiel oder Vorsingen vorbereitetes Programm Gehörbildung Intervalle, Akkorde, Diktat Musiktheorie Harmonielehre und Analyse Blattspiel oder Blattsingen unbekannter Notentext Künstlerisches Hauptfach Musikhochschule Instrumental- und Gesangspädagogik Musikhochschule Lehramt Musik Musikhochschule und Universität Musikwissenschaft Universität Musikproduktion und Tontechnik Fachhochschule, private Hochschule Jede Hochschule setzt die Teile und ihre Gewichtung selbst fest. Die Reihenfolge der Studienrichtungen ist keine Rangfolge.
Der Weg führt über die Eignungsprüfung: Erst wer sie besteht, erhält den Studienplatz. Die vier Kästen in der Mitte zeigen den üblichen Prüfungsumfang, die fünf Richtungen rechts ihre Hochschultypen.

Die Eignungsprüfung liegt vor dem Studium, nicht darin. Sie prüft nicht den Stoff des Schulunterrichts, sondern den Stand am Instrument, das Gehör und die theoretischen Grundlagen. Ein sehr gutes Abitur ersetzt sie in den künstlerischen Fächern nicht, und ein mittelmäßiges verhindert den Studienplatz nicht.

Wie bereitet man sich auf ein Musikstudium vor?

Bewerber beginnen oft Jahre vor der Prüfung mit gezieltem Unterricht, weil sich der geforderte Stand nicht in wenigen Monaten aufholen lässt. Ein Prüfungsprogramm muss technisch sitzen und musikalisch durchdacht sein, und beides braucht Zeit an denselben Stücken. Gehörbildung und Musiktheorie sind eigene Fächer, die der schulische Musikunterricht in dieser Tiefe selten behandelt.

  • Studienvorbereitende Ausbildung. Viele Musikschulen bieten Kurse an, die Hauptfach, Theorie und Gehörbildung auf die Aufnahmeprüfung ausrichten.
  • Jungstudium an einer Musikhochschule. Begabte Schüler erhalten dort Unterricht bei Hochschullehrern, bevor sie sich regulär bewerben.
  • Unterricht bei einer Lehrkraft, die die Zielhochschule kennt. Sie ordnet den Stand ein und wählt das Programm nach den Vorgaben aus statt nach Vorlieben.

Ein Vorspiel-Programm ist keine Sammlung von Lieblingsstücken, sondern ein Nachweis über mehrere Fähigkeiten in wenigen Minuten. Werke aus verschiedenen Epochen zeigen Stilgefühl, eine Etüde oder ein schneller Satz zeigt die technische Geläufigkeit, ein langsamer Satz zeigt Klang und Phrasierung. Wie jemand in dieser Zeit übt, entscheidet mehr als die Zahl der Stunden, denn richtiges Üben folgt eigenen Regeln.

Welche Abschlüsse vergibt ein Musikstudium?

Am Anfang steht der Bachelor, an Musikhochschulen häufig als Bachelor of Music, an Universitäten als Bachelor of Arts. Darauf baut der Master auf. Für Instrumentalisten und Sänger gibt es darüber hinaus künstlerische Aufbaustudiengänge, je nach Hochschule Konzertexamen oder Solistenexamen genannt. Das Lehramt endet je nach Bundesland mit dem ersten Staatsexamen oder mit einem Master of Education.

Welche Aussichten hat ein Musikstudium?

Ein künstlerischer Abschluss garantiert keine Stelle. Die Zahl der festen Orchesterstellen ist begrenzt, sie werden über Probespiele vergeben, und auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben sich Musiker aus dem In- und Ausland. Frei wird eine Stelle meist erst durch Ruhestand oder Wechsel.

Viele Absolventen arbeiten deshalb dauerhaft in mehreren Feldern gleichzeitig: Unterricht an einer Musikschule oder privat, Aushilfen und befristete Verträge in Orchestern, Kammermusik, Aufnahmen, Korrepetition, Chorleitung. Diese Mischung ist in der Musik der Normalfall und kein Zeichen eines misslungenen Studiums.

Wer das früh weiß, richtet das Studium danach aus: pädagogische Fächer, ein zweites Instrument und Kenntnisse in Aufnahmetechnik erweitern den Kreis der möglichen Tätigkeiten. Welche Berufe infrage kommen, zeigt der Überblick über die Möglichkeiten, mit Musik zu arbeiten.

Häufige Fragen zum Musikstudium

Was braucht man für ein Musikstudium?

Für ein Musikstudium braucht man je nach Richtung Verschiedenes. Die künstlerischen Fächer und die Instrumental- und Gesangspädagogik verlangen eine bestandene Eignungsprüfung an der Musikhochschule mit Vorspiel, Gehörbildung und Musiktheorie. Das Lehramt Musik verlangt zusätzlich die Hochschulzugangsberechtigung und meist ein zweites Fach. Musikwissenschaft an der Universität verlangt keine künstlerische Eignungsprüfung, teils aber Nachweise über Notenkenntnisse oder Sprachen.

Kann man ohne Abitur Musik studieren?

Ohne Abitur ist ein Musikstudium in den rein künstlerischen Fächern an vielen Hochschulen möglich. Mehrere Hochschulgesetze der Länder lassen dort den Zugang über eine nachgewiesene besondere künstlerische Eignung zu. Die Bedingungen regelt jede Hochschule in ihrer Zulassungsordnung. Für das Lehramt Musik und für Musikwissenschaft bleibt die Hochschulzugangsberechtigung Voraussetzung.

Wie schwer ist die Eignungsprüfung für das Musikstudium?

Die Schwierigkeit der Eignungsprüfung lässt sich nicht allgemein beziffern, weil jede Hochschule ihre Anforderungen selbst setzt und die Kommission die Bewerber eines Jahrgangs untereinander vergleicht statt gegen eine feste Punktzahl. Fest steht nur, was geprüft wird: das vorbereitete Programm, das Gehör, die Musiktheorie und häufig das Blattspiel. Die konkreten Anforderungen nennt die Zulassungsordnung der Hochschule.

Wie lange dauert ein Musikstudium?

Ein Musikstudium dauert im Bachelor je nach Hochschule und Fach sechs bis acht Semester, künstlerische Studiengänge liegen dabei häufig am oberen Ende. Ein anschließender Master dauert üblicherweise zwei bis vier Semester. Künstlerische Aufbaustudiengänge wie das Konzertexamen kommen danach noch hinzu.

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