Nirvana war eine US-amerikanische Rockband, die Kurt Cobain und Krist Novoselic 1987 in Aberdeen im Bundesstaat Washington gründeten. Fast alle ihre Stücke folgen demselben Bauprinzip: eine leise Strophe mit wenigen Tönen, ein lauter Refrain mit voller Verzerrung. Das Album Nevermind von 1991 machte diese Bauweise weltweit bekannt, das Debüt Bleach von 1989 klingt deutlich roher. Die Band bestand bis 1994.
Wer war Nirvana?
Nirvana war ein Trio aus Gesang und Gitarre, Bass und Schlagzeug. Kurt Cobain sang und spielte E-Gitarre, Krist Novoselic spielte Bass. Auf dem Schlagzeugstuhl wechselte die Besetzung in den ersten Jahren mehrfach, ab 1990 saß dort Dave Grohl. Die Band kam aus dem Umfeld des Plattenlabels Sub Pop in Seattle und gilt als bekannteste Gruppe des Grunge, einer Spielart des Rock, die die Härte des Punk mit langsameren Tempi und tiefer gestimmten Gitarren verbindet.
| Merkmal | Nirvana |
|---|---|
| Gründung | 1987 in Aberdeen, Washington, USA |
| Prägende Besetzung | Kurt Cobain (Gesang, Gitarre), Krist Novoselic (Bass), Dave Grohl (Schlagzeug, ab 1990) |
| Genre | Grunge, Alternative Rock |
| Prägende Alben | Nevermind (1991), In Utero (1993) |
| Aktiver Zeitraum | 1987 bis 1994 |
| Besonderheit | Leise-laut-Wechsel als durchgehendes Bauprinzip, wenige Akkorde je Stück |
Wie ist ein Nirvana-Stück aufgebaut?
Ein Nirvana-Stück wechselt zwischen zwei Lautstärkeebenen, und dieser Wechsel trägt die Form. Die Strophe bleibt leise: Die Gitarre spielt einzelne Töne oder einen dünn gegriffenen Akkord, der Bass übernimmt die Melodieführung, das Schlagzeug hält sich zurück. Zum Refrain schaltet die Gitarre auf volle Verzerrung, das Schlagzeug spielt offene Becken, die Stimme wechselt von halblautem Singen zum Schreien.
Der Sprung selbst ist die Wirkung. Ein Refrain, der doppelt so laut einsetzt wie die Strophe davor, wirkt lauter als ein Refrain, der die ganze Zeit laut war. Die Band ordnet dem meist alles unter: Beide Teile nutzen dieselbe Akkordfolge, oft dieselben vier Griffe, und unterscheiden sich fast nur in Verzerrung, Anschlagstärke und Gesangsart.
Warum klingt die Gitarre bei Nirvana so tief?
Kurt Cobain stimmte für mehrere Stücke die tiefste Saite von E auf D herunter, die sogenannte Drop-D-Stimmung. Zwei Dinge ändern sich dadurch. Erstens sinkt der tiefste erreichbare Ton um einen Ganzton, das Instrument klingt schwerer. Zweitens liegen Grundton und Quinte eines Powerakkords danach auf demselben Bund zweier Nachbarsaiten, sodass ein einziger Finger genügt.
Diese zweite Folge prägt das Spiel stärker als die erste. Wer den Akkord mit einem Finger greift, kann ihn schnell verschieben und mit voller Kraft anschlagen, ohne die Griffhand zu belasten. Zusätzlich stimmte die Band das ganze Instrument oft einen Halbton tiefer, was den Effekt verstärkt.
Die meisten Nirvana-Stücke kommen mit vier oder fünf Akkorden aus. Powerakkorde bestehen nur aus Grundton und Quinte, ihnen fehlt die Terz, die einen Akkord als Dur oder Moll festlegt. Deshalb klingen die Folgen weder eindeutig hell noch eindeutig dunkel, und dieselbe Folge trägt eine leise Strophe genauso wie einen lauten Refrain.
Wie unterscheiden sich die Alben von Nirvana?
Die drei Studioalben von Nirvana unterscheiden sich vor allem in der Produktion, nicht im Material. Bleach nahm Jack Endino 1988 in kurzer Zeit auf, das Ergebnis klingt roh, eng und ohne Hall. Nevermind produzierte Butch Vig, Andy Wallace mischte es ab: mehrfach übereinandergelegte Gitarrenspuren, klar getrennte Frequenzbereiche, ein Klang, der im Radio trägt. In Utero nahm Steve Albini 1993 mit weniger Spuren und mehr Raummikrofonen auf, wodurch das Schlagzeug deutlich weiter vorn steht.
- Bleach (1989) ist das Debüt beim Label Sub Pop, aufgenommen mit Jack Endino.
- Nevermind (1991) ist das erste Album mit Dave Grohl und das erste bei einem großen Label.
- Incesticide (1992) sammelt frühere Aufnahmen und Stücke von Singles.
- In Utero (1993) ist das letzte Studioalbum, aufgenommen mit Steve Albini.
- MTV Unplugged in New York (1994) dokumentiert den akustischen Auftritt vom November 1993.
Was zeigt das MTV Unplugged von Nirvana?
Das MTV Unplugged von Nirvana zeigt die Stücke ohne den Leise-laut-Sprung. Die Band spielte den Auftritt im November 1993 mit akustischen Instrumenten ein, ergänzt um Cello und eine zweite Gitarre, und verzichtete auf die lauten Refrains. Damit fiel das Bauprinzip weg, auf dem die Studioaufnahmen beruhen.
Übrig blieben die Melodien und die Akkordfolgen, und genau darin liegt der Wert der Aufnahme: Sie belegt, dass die Stücke auch ohne Verzerrung tragen. Die Band spielte außerdem mehrere fremde Stücke statt der bekanntesten eigenen. Das Album erschien 1994.
Häufige Fragen zu Nirvana
Wann wurde Nirvana gegründet?
Nirvana wurde 1987 in Aberdeen im US-Bundesstaat Washington gegründet. Kurt Cobain und Krist Novoselic stellten die Band zusammen, Dave Grohl kam 1990 als Schlagzeuger dazu. Das Debütalbum Bleach erschien 1989, die Band bestand bis 1994.
Was ist die Drop-D-Stimmung bei Nirvana?
Drop D bedeutet, dass die tiefste Saite der Gitarre von E auf D herabgestimmt wird. Nirvana nutzte diese Stimmung in mehreren Stücken. Sie senkt den tiefsten Ton um einen Ganzton und legt Grundton und Quinte eines Powerakkords auf denselben Bund zweier Nachbarsaiten, sodass ein Finger zum Greifen genügt.
Warum klingt Nevermind anders als Bleach?
Nevermind klingt glatter als Bleach, weil beide Alben unterschiedlich produziert wurden. Bleach entstand 1988 mit Jack Endino in wenigen Tagen und blieb roh. Nevermind produzierte 1991 Butch Vig mit mehrfach geschichteten Gitarrenspuren, Andy Wallace mischte es für den Radioklang ab. Das Material selbst blieb ähnlich schlicht.
Wann endete Nirvana?
Nirvana endete 1994 mit dem Tod von Kurt Cobain. Das letzte Studioalbum In Utero war 1993 erschienen, das Livealbum MTV Unplugged in New York kam 1994 heraus. Krist Novoselic und Dave Grohl setzten ihre Arbeit danach in anderen Bands fort.




