Irische Bouzouki

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Bild: Corinna Huter / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Irische Bouzouki ist ein Zupfinstrument (Chordophon) aus der Familie der Lauten, das in den 1960er-Jahren in Irland aus der griechischen Bouzouki entwickelt wurde und heute fester Bestandteil der irischen Folkmusik ist.

Die Irische Bouzouki ist ein Zupfinstrument (Chordophon) aus der Familie der Lauten, das in den 1960er-Jahren in Irland aus der griechischen Bouzouki entwickelt wurde und heute fester Bestandteil der irischen Folkmusik ist. Der Musiker Johnny Moynihan von der Gruppe Sweeney's Men brachte das griechische Vorbild erstmals in die irische Sessionmusik ein und stimmte es in eine offene, gitarrenähnliche Stimmung um; wenig später übernahmen unter anderem Andy Irvine und Dónal Lunny, beide später bei Planxty, das Instrument und ließen eigens für die irische Musik gebaute, flachrückige Varianten anfertigen. Die Irische Bouzouki besitzt einen langen, dünnen Hals mit einer Mensur von etwa 66 bis 69 Zentimetern, einen tropfenförmigen Korpus mit flachem oder leicht gewölbtem Boden und acht Stahlsaiten, die in vier paarigen, doppelt besaiteten Chören angeordnet sind, meist in G-D-A-E gestimmt, mit oktavierten oder unisono gestimmten Saitenpaaren.

Wie klingt die irische Bouzouki?

Durch die doppelchörige Besaitung und den vergleichsweise großen Resonanzkörper entsteht ein voller, warmer und tragender Klang mit deutlichem Obertonreichtum. Die tiefer gestimmten Saitenpaare liefern ein rhythmisch-perkussives Fundament, während die höheren Chöre melodische Linien mit metallischem Schimmer erlauben, ein Klangbild, das die Irische Bouzouki ideal für Begleitakkorde ebenso wie für melodische Soli macht.

Woraus besteht die irische Bouzouki?

Der tropfenförmige Korpus wird meist aus Mahagoni, Ahorn, Nussbaum oder Palisander gefertigt, die Decke besteht in der Regel aus Fichten- oder Zedernholz. Der lange, schlanke Hals aus Mahagoni oder Esche trägt ein Griffbrett aus Palisander oder Ebenholz mit Bünden; viele moderne Instrumente sind zusätzlich mit einem Tonabnehmer für die Bühnenverstärkung ausgestattet.

Kennzeichnend ist die Besaitung: Acht Stahlsaiten sind in vier Chören zu je zwei Saiten angeordnet, üblicherweise von tief nach hoch in G-D-A-E gestimmt, wobei die tieferen Chöre häufig oktaviert und die höheren Chöre oft unisono gestimmt sind. Diese Kombination aus acht Saiten in vier Doppelchören unterscheidet die Irische Bouzouki von der griechischen Bouzouki mit ihren drei Chören (Trichordo) oder vier Chören (Tetrachordo) in traditioneller Metallsaitenstimmung; eine Irische Bouzouki mit nur drei oder vier Einzelsaiten gibt es nicht.

Wie spielt man die irische Bouzouki?

Gespielt wird die Irische Bouzouki ähnlich wie eine Gitarre, sitzend auf dem Oberschenkel oder über einen Gurt gehängt. Die rechte Hand zupft oder schlägt die acht Saiten entweder mit einem Plektrum oder mit den Fingern an, während die linke Hand auf dem Griffbrett Akkorde und Melodietöne greift. Da alle vier Chöre paarig besaitet sind, entstehen beim Anschlag stets zwei mitschwingende Töne pro Chor, was dem Instrument seine Klangfülle verleiht.

In der irischen Sessionmusik dient die Bouzouki vor allem als Begleitinstrument: Über offenen, modal gefärbten Akkorden liefert sie rhythmische Anschlagmuster zu Reels, Jigs und Hornpipes. Zunehmend wird sie aber auch solistisch eingesetzt, mit Fingerpicking-Mustern, Bendings und Slides, die der Melodieführung von Fiddle oder Flöte nachempfunden sind.

Typische Musikstile mit der irischen Bouzouki

Die Irische Bouzouki ist seit den 1970er-Jahren untrennbar mit der modernen irischen Folkmusik verbunden. Sie etablierte sich vor allem durch die Band Planxty mit Andy Irvine und Dónal Lunny sowie De Dannan mit Alec Finn als eigenständiges Begleitinstrument neben Gitarre und verwandten Instrumenten wie Mandola und Cister. Bis heute ist sie fester Bestandteil von Sessions in Pubs ebenso wie von professionellen Folk-Ensembles.

Über die traditionelle irische und schottische Musik hinaus wird die Irische Bouzouki mittlerweile auch in Folk-Rock, Weltmusik und modernen Singer-Songwriter-Produktionen eingesetzt, häufig in Kombination mit Gitarre und Bodhrán.

Bekannte Lieder mit der irischen Bouzouki

  • Andy Irvine, gilt neben Johnny Moynihan als Pionier der Irischen Bouzouki und prägte ihren Einsatz auf zahlreichen Alben von Sweeney's Men, Planxty und Patrick Street.
  • Dónal Lunny, Mitbegründer von Planxty und Moving Hearts, ließ die erste eigens für die irische Musik gebaute, flachrückige Bouzouki anfertigen und prägte deren perkussiven Begleitstil.
  • Alec Finn, Bouzouki-Spieler der Band De Dannan, bekannt für seinen unverwechselbaren, an griechische Vorbilder angelehnten Anschlagstil.
  • Planxty, die Alben "Planxty" (1973) und "The Well Below the Valley" (1973) gelten als Meilensteine, auf denen die Bouzouki erstmals prominent das Klangbild irischer Folkmusik mitbestimmte.

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