Bass lernen

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Redaktion
Eine umsponnene Basssaite über den Polen eines Tonabnehmers in Nahaufnahme. Foto: mikadago / Pixabay.
Eine umsponnene Basssaite über den Polen eines Tonabnehmers in Nahaufnahme. Foto: mikadago / Pixabay.

Zusammenfassung

Bass lernen verlangt weniger Töne als jedes andere Begleitinstrument, dafür müssen sie genau sitzen. Der Bass legt zusammen mit der Bassdrum die Zählzeit fest, deshalb zählt Timing mehr als Tempo. Eine erste Basslinie aus Grundtönen gelingt nach wenigen Wochen, wie schnell, hängt an der Übezeit. Ohne Verstärker bleibt ein E-Bass kaum hörbar, er gehört damit zur Grundausstattung.

Bass lernen unterschätzen viele Anfänger, und zwar in beide Richtungen. Der Bass spielt weniger Töne als jedes andere Begleitinstrument, oft nur einen pro Akkord. Genau deshalb fällt jede Ungenauigkeit auf: Ein Basston, der zu früh oder zu spät kommt, verschiebt das Gefühl des ganzen Stücks, während dieselbe Abweichung in einer Melodie kaum auffällt. Timing zählt auf dem Bass mehr als Tempo.

4Saiten
E A D GStandardstimmung
1 Oktavetiefer als die Gitarre
Verstärkerzwingend nötig

Wie fängt man mit dem Bass an?

Der Einstieg auf dem Bass beginnt mit den Grundtönen und einem Metronom.

Wer zu jedem Akkord eines Liedes den Grundton auf die Zählzeit spielt, hat bereits eine tragfähige Basslinie. Mehr braucht ein erstes Stück nicht. Die vier Saiten heißen von der tiefsten zur höchsten E, A, D und G, dieselben Namen wie die vier tiefen Gitarrensaiten, nur eine Oktave tiefer. Wer schon Gitarre spielt, findet sich auf dem Griffbrett deshalb sofort zurecht.

Die Greifhand nutzt einen Finger pro Bund. Weil die Mensur des E-Basses länger ist als die einer Gitarre, liegen die Bünde weiter auseinander, und die Hand wandert häufiger, statt zu spreizen. Für kleinere Hände gibt es Bässe mit kurzer Mensur.

Was braucht man zum Bass lernen?

Zum Bass lernen braucht es einen Bass, ein Kabel und einen Bassverstärker. Ein Gitarrenverstärker taugt dafür nicht: Sein Lautsprecher ist für tiefe Frequenzen nicht ausgelegt und kann bei höherer Lautstärke Schaden nehmen.

Ohne Verstärker ist ein E-Bass praktisch unbrauchbar. Tiefe Töne brauchen eine bewegte Luftmenge, und die liefert erst ein Lautsprecher. Unverstärkt hört der Spieler kaum mehr als das Anschlagsgeräusch, Tonhöhe und Sauberkeit lassen sich so nicht beurteilen. Für die Wohnung erfüllt ein kleiner Übungsverstärker mit Kopfhörerausgang denselben Zweck.

Dazu kommen ein breiter Gurt, ein Stimmgerät und ein Metronom oder Schlagzeugspuren zum Mitspielen. Der Gurt darf ruhig gepolstert sein, weil ein E-Bass schwerer ist als eine Gitarre.

MerkmalBass lernen
Sinnvolles Einstiegsalterab etwa zehn Jahren, mit kurzer Mensur und leichtem Korpus auch früher
AusstattungE-Bass, Klinkenkabel, Bassverstärker, breiter Gurt, Stimmgerät, Metronom
Zeit bis zur ersten Bassliniewenige Wochen für eine Linie aus Grundtönen, je nach Übezeit
Typische Übezeit pro Wochevier bis sechs kurze Einheiten, zusammen etwa ein bis drei Stunden
Häufigste Anfängerhürdeungenaues Timing und mitklingende Saiten, die niemand abdämpft
KostenGrößenordnung: mittlerer dreistelliger Bereich für Bass, Übungsverstärker und Kabel

Warum zählt Timing beim Bass mehr als Tempo?

Timing zählt beim Bass mehr als Tempo, weil der Bass zusammen mit der Bassdrum die Zählzeit festlegt, an der sich alle anderen ausrichten.

Kommt ein Basston zu früh, klingt das Stück gehetzt, kommt er zu spät, wirkt es schwerfällig. Beides hört ein Publikum, ohne den Grund benennen zu können. In einer Melodie fällt dieselbe Abweichung kaum auf, weil sich die Melodie über der Zählzeit bewegt, statt sie zu setzen. Deshalb übt ein Bassist langsame Linien mit dem Metronom, statt schnelle Läufe zu jagen.

Ein Takt, vier Zählzeiten 1234 genau auf der Zeit zu früh, wirkt gehetzt zu spät, wirkt schwer
Die gestrichelten Linien markieren die Zählzeiten. Schon eine kleine Abweichung des Basstons verschiebt das Zeitgefühl des ganzen Stücks, obwohl das Tempo gleich bleibt.

Ein Ton pro Akkord ergibt bereits eine Basslinie. Wer den Grundton jedes Akkords auf die Eins spielt und ihn genau trifft, trägt das Stück. Deshalb kommen Bassanfänger früher zum Zusammenspiel mit anderen als Anfänger an Melodieinstrumenten, bei denen erst eine ganze Melodie sitzen muss.

Wie schlägt man die Saiten am Bass an?

Am Bass gibt es zwei gebräuchliche Wege: den Anschlag mit Zeige- und Mittelfinger und den Anschlag mit dem Plektrum.

  • Fingerstyle arbeitet mit Wechselschlag: Zeige- und Mittelfinger ziehen abwechselnd an der Saite. Der Ton setzt weicher ein und der Wechsel hält das Tempo stabil, weil kein Finger zweimal hintereinander arbeitet. Der Daumen stützt sich dabei auf dem Tonabnehmer ab und wandert bei Saitenwechsel mit.
  • Plektrum erzeugt einen härteren Einsatz mit deutlich hörbarem Anschlagsgeräusch. In Rock und Punk ist das der gesuchte Klang, außerdem gelingen schnelle gleichmäßige Achtel damit leichter.

Beide Techniken sind gleichwertig, und viele Bassisten beherrschen beide. Wer mit Fingerstyle anfängt, lernt das Abdämpfen nebenbei mit, weil die ruhenden Finger die tieferen Saiten stillhalten.

Welche Hürden treten beim Bass lernen auf?

Die häufigsten Hürden beim Bass lernen betreffen Genauigkeit und Kraft.

  • Ungenaues Timing ist die zentrale Hürde. Es fällt beim Alleinüben kaum auf und sofort, sobald ein Schlagzeug dazukommt. Ein Metronom oder eine Schlagzeugspur gehört deshalb in jede Einheit.
  • Mitklingende Saiten machen die Linie matschig. Die Greifhand legt sich flach über die ungespielten Saiten, der Daumen der Anschlagshand deckt die tieferen ab.
  • Die lange Mensur verlangt Kraft und Reichweite in der Greifhand. Die Hand wandert entlang des Halses, statt sich zu spreizen.
  • Das Gewicht des Instruments drückt auf die Schulter. Ein breiter Gurt und eine gerade Haltung verhindern Verspannungen bei längeren Proben.
  • Der fehlende Verstärker ist die stille Bremse. Wer trocken übt, hört seine eigenen Fehler nicht und wundert sich in der ersten Probe.

Wer die Grundtöne der Akkorde sucht, kommt schnell zur Tonleiter: Grundton, Terz und Quinte einer Dur-Tonleiter bilden das Material, aus dem die meisten Basslinien bestehen. Die Verwandtschaft zur E-Gitarre hilft dabei, weil die Saitennamen dieselben sind.

Häufige Fragen zum Bass lernen

Ist Bass lernen leichter als Gitarre lernen?

Bass lernen ist im Einstieg leichter als Gitarre lernen, weil eine Basslinie mit einzelnen Tönen auskommt und keine Akkordgriffe verlangt. Anspruchsvoll wird der Bass an einer anderen Stelle: Jeder Ton muss genau auf der Zählzeit sitzen, und die dicken Saiten auf langer Mensur verlangen Kraft. Leichter heißt beim Bass also schneller einsetzbar, nicht anspruchsloser.

Braucht man zum Bass lernen einen Verstärker?

Zum Bass lernen ist ein Verstärker nötig. Ein unverstärkter E-Bass ist kaum hörbar, weil tiefe Töne einen Lautsprecher brauchen, um überhaupt Luft zu bewegen. Für zu Hause reicht ein kleiner Übungsverstärker mit Kopfhörerausgang. Ein Gitarrenverstärker ist keine Alternative, sein Lautsprecher ist für die tiefen Frequenzen nicht ausgelegt.

Spielt man Bass mit Fingern oder mit Plektrum?

Bassisten spielen sowohl mit den Fingern als auch mit dem Plektrum. Beim Fingerstyle wechseln Zeige- und Mittelfinger einander ab, der Ton setzt weicher ein. Das Plektrum liefert einen härteren Anschlag mit mehr Attack und ist in Rock und Punk verbreitet. Anfänger starten meist mit Fingerstyle und ergänzen das Plektrum später.

Wie viele Saiten hat ein Bass?

Ein E-Bass hat in der Standardausführung vier Saiten, gestimmt auf E, A, D und G. Fünfsaitige Bässe ergänzen unten eine tiefe H-Saite und erweitern damit den Umfang nach unten, sechssaitige zusätzlich oben eine hohe C-Saite. Für den Einstieg genügen vier Saiten, weil fast alle Anfängerlinien darauf liegen.

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