Über den Wolken

5 Min. Lesezeit
Redaktion
Die Tragfläche eines Flugzeugs über einer geschlossenen Wolkendecke bei Sonnenuntergang. Foto: JoshuaWoroniecki / Pixabay.
Die Tragfläche eines Flugzeugs über einer geschlossenen Wolkendecke bei Sonnenuntergang. Foto: JoshuaWoroniecki / Pixabay.

Zusammenfassung

Über den Wolken ist ein Lied des deutschen Liedermachers Reinhard Mey, der Text und Musik selbst schrieb. Es erschien 1974 auf dem Album Wie vor Jahr und Tag. Das Stück steht in Strophen-Refrain-Form: drei Strophen, nach jeder derselbe Refrain. Singstimme und akustische Gitarre tragen es allein, und seine Wirkung hängt an der Melodie des Refrains, nicht an einer Studioproduktion.

Über den Wolken ist ein Lied des deutschen Liedermachers Reinhard Mey, der Text und Musik selbst schrieb. Es erschien 1974 auf dem Album Wie vor Jahr und Tag. Das Stück steht in Strophen-Refrain-Form und kommt mit zwei Klangquellen aus: einer Singstimme und einer akustischen Gitarre. Seine Wirkung trägt die Melodie des Refrains, nicht eine Studioproduktion.

1974Erscheinungsjahr
3Strophen
6Abschnitte
DeutschSprache

Was ist Über den Wolken?

Über den Wolken ist ein deutschsprachiges Liedermacherlied aus dem Jahr 1974. Reinhard Mey schrieb Text und Musik, sang das Stück selbst ein und begleitete sich dabei auf der akustischen Gitarre. Damit gehört es zur Gattung des deutschsprachigen Chansons, in der Urheber und Interpret dieselbe Person sind. Diese Personalunion bestimmt die Machart: Der Text braucht keinen Sänger, der ihn sich erst aneignet, und die Begleitung braucht keine Band, die sie ausführt.

MerkmalÜber den Wolken
InterpretReinhard Mey
Text und MusikReinhard Mey
Erscheinungsjahr1974
AlbumWie vor Jahr und Tag
SpracheDeutsch
GattungLiedermacherlied, deutschsprachiges Chanson
FormStrophen-Refrain-Form, drei Strophen mit gleichem Refrain
Besetzung im VordergrundSingstimme und akustische Gitarre

Wie ist Über den Wolken aufgebaut?

Über den Wolken folgt der Strophen-Refrain-Form. Auf jede Strophe folgt der Refrain, der Refrain kehrt unverändert wieder, und das Stück endet mit ihm. Drei solcher Paare ergeben sechs Abschnitte. Ein kontrastierender Mittelteil fehlt, ebenso ein Solo eines zweiten Instruments.

Strophe und Refrain unterscheiden sich vor allem in der Lage. Die Strophe bewegt sich in einem engen Bereich nahe der Sprechlage und lässt dem Text Platz für viele Silben. Der Refrain setzt höher ein, dehnt die Silben und spannt einen größeren Bogen. Dieser Sprung nach oben macht ihn zum Höhepunkt, ohne dass die Begleitung lauter wird oder ein weiteres Instrument dazukommt.

Form Strophe 1 Refrain Strophe 2 Refrain Strophe 3 Refrain höhere Lage tiefere Lage Ablauf des Liedes von links nach rechts
Strophe und Refrain wechseln sich dreimal ab. Die untere Ebene zeigt, dass die Melodie im Refrain höher liegt als in der Strophe.

Wie begleitet die Gitarre Über den Wolken?

Die akustische Gitarre trägt in Über den Wolken Harmonie und Puls allein. Reinhard Mey spielt sie im Zupfmuster: Der Daumen setzt die Basstöne der Akkorde auf die Zählzeiten, die Finger greifen die höheren Saiten in den Zwischenräumen ab. Daraus entsteht eine durchlaufende Bewegung, die das Tempo hält, ohne dass ein Schlagzeug es vorgeben müsste.

Über Singstimme und Gitarre hinaus lässt sich die Besetzung der veröffentlichten Aufnahme nicht belastbar belegen, und diese Seite nennt deshalb keine weitere. Der Höreindruck bleibt der eines Duos aus Stimme und Instrument. Wo eine Schlagerproduktion derselben Jahre Streicher, Hintergrundchor und Hall einsetzte, um den Refrain zu heben, hebt ihn hier allein die Melodie.

Am Lagerfeuer klingt die Begleitung meist anders als auf der Aufnahme. Statt des Zupfmusters schlagen Spieler die Akkorde in gleichmäßigen Schlägen an. Die Melodie bleibt davon unberührt, weil sie an der Akkordfolge hängt und nicht am Begleitmuster.

Der Refrain trägt Über den Wolken, nicht die Produktion. Das Stück hat keinen Klangeffekt, an dem es kenntlich wäre, und keine Instrumentierung, die man nachbauen müsste. Wer die Melodie des Refrains und die Akkorde kennt, hat das ganze Lied.

Wovon handelt der Text von Über den Wolken?

Der Text von Über den Wolken steht in der ersten Person und beginnt mit einer Beobachtung an einem Flugplatz. Der Erzähler steht am Rand des Geländes, sieht eine Maschine starten und verfolgt sie mit den Augen, bis sie verschwunden ist. Der Refrain verlässt diesen Ort und geht in eine allgemeine Aussage über: Er spricht nicht mehr vom Flugplatz, sondern von Freiheit.

Dieser Wechsel zwischen genauer Beobachtung und allgemeinem Gedanken ist die Bauform des Textes, und er wiederholt sich mit jedem Durchgang. Die Strophe bleibt konkret und benennt Dinge, der Refrain zieht daraus den Schluss. Weil der Refrain unverändert wiederkehrt, wirkt der Gedanke nach jeder Strophe wie ein neues Ergebnis derselben Rechnung.

Warum lässt sich Über den Wolken ohne Verstärkung singen?

Über den Wolken braucht keine Verstärkung, weil das ganze Stück in einer Stimme und einer Gitarre angelegt ist. Es gibt keinen Part, der ohne Strom wegfällt, und keinen Effekt, dessen Fehlen man hört. Damit erfüllt es die Bedingung, unter der ein Lied als Lagerfeuerlied weiterlebt: Ein Spieler genügt, alle anderen singen mit.

Der Refrain kehrt unverändert wieder und lässt sich nach einem Durchgang mitsingen. Wer die Lage nicht trifft, verschiebt sie: Ein Kapodaster am Hals der Gitarre setzt das ganze Stück höher, ohne dass sich die Griffe ändern.

Im Chor funktioniert Über den Wolken aus demselben Grund. Die Melodie liegt in der Oberstimme, die übrigen Stimmen füllen die Akkorde, und die Form gibt den Ablauf vor, weil Strophe und Refrain sich regelmäßig abwechseln. Das Lied gehört zum festen Bestand des deutschsprachigen Liedguts und wird bis heute nachgespielt und gesungen.

Was unterscheidet Über den Wolken vom Schlager derselben Jahre?

Über den Wolken ist kein Schlager, sondern ein Liedermacherlied. Drei Merkmale trennen die beiden Gattungen der 1970er Jahre voneinander.

  • Urheberschaft: Im Liedermacherlied schreibt der Interpret Text und Musik selbst. Der Schlager arbeitete arbeitsteilig, mit Textdichter, Komponist und einem Interpreten, der das fertige Stück übernahm.
  • Textbauart: Der Text erzählt hier eine bestimmte Szene mit konkreten Einzelheiten. Schlagertexte zielen auf eine allgemeine Gefühlslage, die auf möglichst viele Hörer zugleich passt, und stellen eine eingängige Wendung in den Mittelpunkt.
  • Begleitung: Hier trägt eine Gitarre das ganze Stück. Der Schlager derselben Jahre arbeitete mit Studioorchester, Bläsersatz und Hintergrundchor, also mit einem Apparat, den der Interpret nicht selbst bedient.

Aus diesen Unterschieden folgt die Praxis: Ein Stück aus der Tradition der Singer-Songwriter lässt sich mit einer Gitarre allein nachspielen, eine Schlagerproduktion derselben Jahre nicht.

Häufige Fragen zu Über den Wolken

Wer schrieb Über den Wolken?

Reinhard Mey schrieb Text und Musik von Über den Wolken und nahm das Lied selbst auf. Er begleitet sich dabei auf der akustischen Gitarre. Das Stück erschien 1974 auf dem Album Wie vor Jahr und Tag.

Wie viele Strophen hat Über den Wolken?

Über den Wolken hat drei Strophen. Nach jeder Strophe folgt der Refrain, der unverändert wiederkehrt, sodass sich sechs Abschnitte ergeben. Ein kontrastierender Mittelteil fehlt, und das Lied endet mit dem Refrain.

Welche Instrumente sind in Über den Wolken zu hören?

In Über den Wolken stehen Singstimme und akustische Gitarre im Vordergrund. Die Gitarre spielt ein Zupfmuster und übernimmt Harmonie und Puls allein. Weitere Instrumente der veröffentlichten Aufnahme lassen sich nicht belastbar belegen und stehen deshalb nicht in dieser Beschreibung.

Ist Über den Wolken ein Schlager?

Über den Wolken ist kein Schlager, sondern ein deutschsprachiges Liedermacherlied. Der Unterschied liegt in Urheberschaft, Textbauart und Begleitung: Der Interpret schrieb Text und Musik selbst, der Text erzählt eine bestimmte Szene, und eine einzige Gitarre trägt das ganze Stück.

Weitere Artikel in Hits und Lieder

Ukulele-Songs für Anfänger

Ukulele-Songs für Anfänger

Ukulele-Songs für Anfänger brauchen oft nur zwei bis drei Griffe. C-Dur entsteht mit einem einzigen Finger, F-Dur mit zwei, und beide klingen auf vier Nylonsaiten sofort sauber. Die Standardstimmung lautet g-c-e-a mit hoher g-Saite. Weil diese Saiten eine Quarte über den vier hohen Gitarrensaiten liegen, lassen sich Gitarrenlieder übertragen.

Was macht einen Hit aus?

Was macht einen Hit aus?

Einen Hit machen handwerkliche Merkmale aus: eine Hook in den ersten Sekunden, ein Refrain, der drei- bis viermal wiederkehrt, eine Melodie im mitsingbaren Tonumfang und ein Tempo zwischen Gehen und leichtem Laufen. Diese Merkmale erklären, warum ein Titel hängen bleibt, nicht warum er sich verkauft. Der Artikel beschreibt Hook, Aufbau, Tempo, Tonumfang und Wiederholung und benennt, was sich am Erfolg nicht vorhersagen lässt.

Weihnachtslieder

Weihnachtslieder

Weihnachtslieder teilen sich in drei Gruppen: deutsche Traditionslieder wie Stille Nacht und O Tannenbaum, internationale Klassiker wie Jingle Bells und White Christmas und moderne Popsongs seit den 1980er Jahren. Die alten Lieder sind gemeinfrei, die modernen sind urheberrechtlich geschützt. Stille Nacht erklang erstmals am Heiligabend 1818 in Oberndorf bei Salzburg, den Text schrieb Joseph Mohr, die Melodie stammt von Franz Xaver Gruber.

Wie heißt dieser Song? Der große Ratgeber zur Musikerkennung

Wie heißt dieser Song? Der große Ratgeber zur Musikerkennung

Du kennst das Gefühl: Ein Song läuft kurz im Radio oder Supermarkt, und du weißt nicht, wie er heißt. Dieser Ratgeber zeigt dir alle Methoden, Apps und Tricks zur Musikerkennung: von Shazam über Google Summen bis zu Lyrics-Suche und Filmmusik-Datenbanken.