Der Markt für Saxophone teilt sich nicht in zwei saubere Lager wie bei anderen Instrumenten, sondern in Marken mit sehr unterschiedlicher Reichweite. Selmer Paris aus Frankreich baut bis heute ausschließlich Profi-Instrumente und prägte mit dem Modell Mark VI den Klangstandard vieler Jazzmusiker. Yamaha und Yanagisawa aus Japan bedienen dagegen unterschiedlich breite Spannen vom Einsteiger- bis ins Profisegment. Buffet Crampon aus Frankreich baute historisch vor allem Einsteiger- und Mittelklasse-Saxophone und kehrte erst 2013 mit einer eigenen Baureihe ins Profisegment zurück. Jupiter aus Taiwan bleibt auf Einsteiger- und Schulinstrumente konzentriert.
Wie ist der Markt für Saxophon-Marken aufgeteilt?
Anders als bei Geige, Konzertgitarre oder Ukulele lässt sich der Saxophonmarkt nicht in eine Einsteiger- und eine Profi-Hälfte teilen. Selmer Paris steht für ein reines Profisortiment ohne Einsteigerlinie, während Yamaha vom Schulinstrument bis zum Custom-Modell für Berufsmusiker eine durchgängige Spanne anbietet. Yanagisawa baut überwiegend Profi-Saxophone und ergänzt sie nur um eine kleinere Mittelklasse-Serie. Buffet Crampon kam umgekehrt aus dem Einsteigersegment und hat erst mit einer neueren Baureihe den Sprung zurück ins Profisegment geschafft. Jupiter bleibt bewusst auf Einsteiger- und Schulinstrumente ausgerichtet und tritt dort vor allem über den Preis gegen andere Marken an.
Welche Eckdaten haben die bekanntesten Saxophon-Marken?
Die folgende Tabelle fasst Herkunftsland und die tatsächliche Positionierung jeder Marke zusammen, Gründungsjahre und Hintergründe stehen in den Abschnitten weiter unten.
| Marke | Herkunftsland | Positionierung |
|---|---|---|
| Selmer Paris | Frankreich | Ausschließlich Profisegment, geprägt vom Jazz |
| Buffet Crampon | Frankreich | Traditionell Einsteiger- und Mittelklasse, seit 2013 auch Profisegment |
| Yamaha | Japan | Durchgängige Spanne vom Einsteiger- bis zum Profimodell |
| Yanagisawa | Japan | Schwerpunkt Profisegment, kleinere Mittelklasse-Serie |
| Jupiter | Taiwan | Einsteiger- und Mittelklasse, verbreitet an Schulen |
Welche französischen Marken bauen Saxophone?
Henri Selmer gründete sein Unternehmen 1885 in Paris zunächst als Hersteller von Blättern und Mundstücken für Klarinetten. Das erste Selmer-Saxophon entstand 1922, 1928 übernahm die Firma zusätzlich das Unternehmen von Adolphe Sax samt dessen Patenten. Bis heute baut Selmer Paris, mit Sitz im Pariser Vorort Mantes-la-Ville, ausschließlich Profi-Instrumente; das ab 1954 gebaute Modell Mark VI gilt bis heute als klanglicher Bezugspunkt vieler Jazzmusiker.
Buffet Crampon entstand bereits 1825 als Klarinettenmanufaktur von Denis Buffet-Auger in Paris und baute ab 1866 auch Saxophone, zunächst unter der Marke Evette & Schaeffer für den Einsteiger- und Mittelklassebereich. Erst 2013 brachte das ebenfalls in Mantes-la-Ville ansässige Unternehmen mit der Senzo-Baureihe wieder ein eigenes Profisaxophon auf den Markt. Das Kerngeschäft von Buffet Crampon bleibt bis heute die Klarinette, bei der die Marke Weltmarktführer ist.
Welche japanischen Marken bauen Saxophone?
Yamaha stellte seine ersten Saxophone, die Modelle YAS-1 und YTS-1, 1969 vor, mehr als achtzig Jahre nach der Gründung des Gesamtkonzerns. Das heutige Sortiment reicht vom Einsteigermodell YAS-26 über die Mittelklasse-Serie 480 bis zu den Profi-Baureihen YAS-62/YTS-62 sowie Custom EX und Custom Z und deckt damit als einzige der fünf vorgestellten Marken die komplette Spanne unter einem Namen ab.
Yanagisawa geht auf eine 1894 gegründete Reparaturwerkstatt für importierte Holzblasinstrumente zurück; das erste eigene Saxophon, ein Tenormodell der T-3-Reihe, baute die Firma 1954. Die Marke gilt seither vor allem als Spezialist für Profi-Saxophone der 900er-Baureihen und ergänzt diese um eine kleinere, weniger bekannte Mittelklasse-Serie für den Übergang vom Schul- zum Profiinstrument.
Welche Marke konzentriert sich auf Einsteiger- und Schulinstrumente?
Jupiter ist eine Marke des taiwanischen Unternehmens KHS, das 1930 unter dem Namen Wan Wu gegründet und 1945 in KHS umbenannt wurde. Ab 1957 baute die Firma eigene Blasinstrumente, 1980 folgte die Markeneinführung von Jupiter für eine komplette Blas- und Schlaginstrumentenlinie. Jupiter-Saxophone werden überwiegend in Taiwan und China gefertigt und richten sich mit robuster Verarbeitung und niedrigeren Preisen vor allem an Schulen und Einsteiger, ohne ein eigenes Profisegment wie Selmer Paris oder Yanagisawa.
Dieselbe Marke deckt nicht überall dieselbe Spanne ab. Selmer Paris baut ausschließlich für Profis, Yamaha deckt als einzige Marke Einsteiger bis Profi durchgängig ab, Yanagisawa bleibt trotz kleinerer Mittelklasse-Serie vor allem Profispezialist, und Buffet Crampon kam erst über den Umweg der Einsteigerschiene zu einem eigenen Profimodell.
Wer die Bauteile hinter den einzelnen Baureihen noch nicht kennt, findet die Grundlagen im Artikel zum Saxophon; für die am häufigsten gewählte Einstiegsgröße hilft der Artikel zum Altsaxophon.
Häufige Fragen zu Saxophon-Marken
Welche Saxophon-Marke gilt als prägend für den Jazz?
Selmer Paris aus Frankreich gilt als die Saxophon-Marke, die den Klangstandard des Jazz am stärksten geprägt hat. Das ab 1954 gebaute Modell Mark VI spielten zahlreiche einflussreiche Jazzmusiker, und Selmer Paris baut bis heute ausschließlich Profi-Instrumente ohne eigene Einsteigerlinie.
Was unterscheidet Yamaha von Yanagisawa bei Saxophonen?
Yamaha deckt mit seinem Sortiment durchgängig die Spanne vom Einsteigermodell YAS-26 bis zu den Profi-Baureihen Custom EX und Custom Z ab. Yanagisawa dagegen baut seit der Gründung 1894 als Werkstatt und dem ersten eigenen Saxophon 1954 überwiegend Profi-Instrumente und ergänzt diese nur um eine kleinere Mittelklasse-Serie.
Baut Buffet Crampon auch Profi-Saxophone?
Buffet Crampon baut seit 2013 mit der Senzo-Baureihe wieder eigene Profi-Saxophone. Zuvor konzentrierte sich das seit 1825 bestehende französische Unternehmen, dessen Kerngeschäft die Klarinette ist, bei Saxophonen vor allem auf den Einsteiger- und Mittelklassebereich.
Für wen eignen sich Jupiter-Saxophone?
Jupiter-Saxophone eignen sich vor allem für Einsteiger und Schulen. Die 1980 eingeführte Marke des taiwanischen Unternehmens KHS baut robuste, günstigere Instrumente im Einsteiger- und Mittelklassesegment und führt kein eigenes Profisegment wie Selmer Paris oder Yanagisawa.




