Der Markt für Trompeten-Marken folgt keiner einfachen Zweiteilung in Einsteiger und Profi. Bach, Getzen und Yamaha bieten unter demselben Markennamen sowohl Schulinstrumente als auch Profimodelle an, wenn auch mit ganz unterschiedlicher Firmengeschichte: von der US-amerikanischen Traditionsmarke bis zum japanischen Großkonzern. Schilke aus Chicago baut dagegen ausschließlich handgefertigte Custom-Trompeten für Berufsmusiker und führt keine Einsteigerserie. Jupiter aus Taiwan wiederum konzentriert sich auf Einsteiger- und Schulinstrumente und überlässt das Profisegment der hauseigenen Schwestermarke XO.
Wie ist der Markt für Trompeten-Marken aufgeteilt?
Fünf Marken zeigen drei unterschiedliche Geschäftsmodelle. Drei der hier vorgestellten Hersteller, Bach, Getzen und Yamaha, decken die komplette Spanne vom Schulinstrument bis zum Profimodell unter einem einzigen Markennamen ab. Schilke bildet dazu den Gegenpol als reiner Custom-Hersteller ohne Einsteigerlinie, jede Trompete verlässt die Werkstatt in Chicago handgefertigt und nach Kundenwunsch. Jupiter trennt die beiden Segmente organisatorisch: Die Marke selbst bleibt auf Einsteiger und Schulen ausgerichtet, während der taiwanische Mutterkonzern KHS das Profisegment über die eigene Marke XO bedient.
Welche Eckdaten haben die bekanntesten Trompeten-Marken?
Die folgende Tabelle fasst Herkunftsland und die tatsächliche Positionierung jeder Marke zusammen, Gründungsjahre und Hintergründe stehen in den Abschnitten weiter unten.
| Marke | Herkunftsland | Positionierung |
|---|---|---|
| Bach (Vincent Bach) | USA | Einsteigerserie TR300 bis Profireihe Stradivarius |
| Getzen | USA | Einsteigerserie 300/400 bis Profireihe Eterna |
| Yamaha | Japan | Durchgängige Spanne vom Schulinstrument bis zur Custom-Serie |
| Schilke | USA | Ausschließlich handgefertigte Custom-Trompeten für Profis |
| Jupiter | Taiwan | Einsteiger- und Schulinstrumente, Profisegment über Schwestermarke XO |
Welche Marken decken Einsteiger und Profis unter demselben Namen ab?
Vincent Bach, ein aus Österreich eingewanderter Trompeter, gründete sein Unternehmen 1918 in New York zunächst als Mundstückwerkstatt. Ab Mitte der 1920er Jahre baute er unter dem Namen Stradivarius eigene Trompeten, 1961 verkaufte er die Firma an die Selmer Company, die heute als Conn-Selmer in Elkhart, Indiana, produziert. Das Sortiment reicht bis heute von der Einsteigerserie TR300 bis zur Stradivarius-Baureihe, die im Orchester- und Jazzbereich als Bezugsgröße gilt.
Getzen entstand 1939 in Elkhorn, Wisconsin, zunächst als Reparaturwerkstatt der Familie Getzen und baute ab 1947 eigene Trompeten und Kornetts. Das Unternehmen ist bis heute in Familienbesitz, seit 2013 führen die Urenkel des Gründers T. J. Getzen die Geschäfte. Neben der seit den frühen 1960er Jahren gebauten Profireihe Eterna zählt die Einsteigerserie 300/400 zum Sortiment, zusätzlich baut Getzen Kornetts und Flügelhörner.
Yamaha brachte 1966 mit dem Modell YTR-1 seine erste Trompete auf den Markt, deutlich später als die beiden US-Traditionsmarken. Innerhalb weniger Jahre ergänzte der japanische Konzern eine eigene Profi-Baureihe und ab 1970 die hochwertige Custom-Serie und deckt seither mit gestuften Modellreihen vom Schulinstrument bis zum Profi-Custom-Modell die komplette Spanne unter dem Namen Yamaha ab. Als einer der größten Instrumentenhersteller der Welt fertigt Yamaha diese Spanne in deutlich größeren Stückzahlen als die beiden kleineren US-Marken.
Welche US-amerikanische Marke baut ausschließlich Custom-Trompeten für Profis?
Der Trompeter Renold Schilke spielte von 1937 bis 1951 im Chicago Symphony Orchestra und gründete 1956 in Chicago sein eigenes Unternehmen. Bis heute fertigt Schilke am Standort Melrose Park bei Chicago jede Trompete von Hand und nach Kundenspezifikation, das Sortiment aus Custom-, Handcraft- und Soloiste-Baureihen richtet sich ausschließlich an fortgeschrittene Spieler und Berufsmusiker. Eine eigene Einsteigerserie führt die Marke nicht.
Welche Marke konzentriert sich auf Einsteiger- und Schulinstrumente?
Jupiter ist eine Marke des taiwanischen Unternehmens KHS, das 1930 unter dem Namen Wan Wu gegründet und 1945 in KHS umbenannt wurde; die Marke Jupiter selbst kam 1980 hinzu. Jupiter-Trompeten richten sich mit robuster Verarbeitung und günstigeren Preisen an Schulen und Einsteiger, ein eigenes Profisegment führt die Marke nicht. Für Berufsmusiker bietet derselbe Konzern stattdessen die eigenständige Marke XO an, die technisch auf das Profisegment zugeschnitten ist.
Dieselbe Preisklasse bedeutet nicht dieselbe Firmenstruktur. Bach, Getzen und Yamaha bauen Einsteiger- und Profimodelle unter einem Namen, Schilke beschränkt sich ganz auf handgefertigte Custom-Trompeten, und Jupiter überlässt das Profisegment einer eigenen Schwestermarke desselben Konzerns.
Wer die Bauteile hinter den einzelnen Baureihen noch nicht kennt, findet die Grundlagen im Artikel zur Trompete; wie der Ansatz für alle hier vorgestellten Marken gleichermaßen trainiert wird, zeigt der Artikel zum Trompete lernen.
Häufige Fragen zu Trompeten-Marken
Welche Trompeten-Marke baut nur Profi-Instrumente?
Schilke aus Chicago baut als einzige der hier vorgestellten Trompeten-Marken ausschließlich Profi- und Custom-Instrumente. Der ehemalige Chicago-Symphony-Trompeter Renold Schilke gründete das Unternehmen 1956, jede Trompete entsteht bis heute handgefertigt und nach Kundenspezifikation. Eine Einsteigerserie führt die Marke nicht.
Was unterscheidet Jupiter von Yamaha bei Trompeten?
Jupiter aus Taiwan konzentriert sich auf Einsteiger- und Schulinstrumente und überlässt das Profisegment der Schwestermarke XO desselben Mutterkonzerns KHS. Yamaha aus Japan deckt dagegen mit einer einzigen Modellreihe vom Schulinstrument bis zur Profi-Custom-Serie die komplette Spanne unter dem eigenen Markennamen ab.
Seit wann gibt es die Marke Bach bei Trompeten?
Die Marke Bach geht auf den 1918 in New York gegründeten Mundstückbetrieb des Trompeters Vincent Bach zurück, der ab Mitte der 1920er Jahre eigene Trompeten unter dem Namen Stradivarius baute. 1961 verkaufte Bach sein Unternehmen an die Selmer Company, die heute als Conn-Selmer in Elkhart, Indiana, produziert und weiterhin sowohl die Einsteigerserie TR300 als auch die Stradivarius-Profireihe anbietet.
Ist Getzen noch ein Familienunternehmen?
Getzen ist bis heute ein Familienunternehmen. Die 1939 in Elkhorn, Wisconsin, gegründete Trompetenmanufaktur führen seit 2013 die Urenkel des Gründers T. J. Getzen, mit der Einsteigerserie 300/400 und der seit den frühen 1960er Jahren gebauten Profireihe Eterna im Sortiment.




