Trompeten-Marken

4 Min. Lesezeit
Nahaufnahme eines Ventils mit Perlmuttknopf auf einer Trompete in warmem Licht. Foto: Pictureman2014 / Pixabay.
Nahaufnahme eines Ventils mit Perlmuttknopf auf einer Trompete in warmem Licht. Foto: Pictureman2014 / Pixabay.

Zusammenfassung

Der Markt für Trompeten-Marken teilt sich nicht in eine klare Einsteiger- und Profi-Hälfte, sondern in unterschiedliche Firmenmodelle. Bach, Getzen und Yamaha bieten unter demselben Markennamen sowohl Schulinstrumente als auch Profimodelle an, Bach seit den 1920er Jahren mit der Baureihe Stradivarius, Getzen seit den frühen 1960er Jahren mit der Baureihe Eterna. Schilke aus Chicago baut dagegen ausschließlich handgefertigte Custom-Trompeten für Profis und führt keine Einsteigerserie. Jupiter aus Taiwan konzentriert sich auf Einsteiger- und Schulinstrumente und überlässt das Profisegment der hauseigenen Schwestermarke XO. Dieser Überblick nennt zu jeder Marke Herkunftsland, Gründungsjahr und die tatsächliche Positionierung, ohne eine Rangfolge aufzustellen.

Der Markt für Trompeten-Marken folgt keiner einfachen Zweiteilung in Einsteiger und Profi. Bach, Getzen und Yamaha bieten unter demselben Markennamen sowohl Schulinstrumente als auch Profimodelle an, wenn auch mit ganz unterschiedlicher Firmengeschichte: von der US-amerikanischen Traditionsmarke bis zum japanischen Großkonzern. Schilke aus Chicago baut dagegen ausschließlich handgefertigte Custom-Trompeten für Berufsmusiker und führt keine Einsteigerserie. Jupiter aus Taiwan wiederum konzentriert sich auf Einsteiger- und Schulinstrumente und überlässt das Profisegment der hauseigenen Schwestermarke XO.

5vorgestellte Marken
1918älteste Marke im Überblick
3Ursprungsländer: USA, Japan, Taiwan
0Rangliste oder Testsieger

Wie ist der Markt für Trompeten-Marken aufgeteilt?

Fünf Marken zeigen drei unterschiedliche Geschäftsmodelle. Drei der hier vorgestellten Hersteller, Bach, Getzen und Yamaha, decken die komplette Spanne vom Schulinstrument bis zum Profimodell unter einem einzigen Markennamen ab. Schilke bildet dazu den Gegenpol als reiner Custom-Hersteller ohne Einsteigerlinie, jede Trompete verlässt die Werkstatt in Chicago handgefertigt und nach Kundenwunsch. Jupiter trennt die beiden Segmente organisatorisch: Die Marke selbst bleibt auf Einsteiger und Schulen ausgerichtet, während der taiwanische Mutterkonzern KHS das Profisegment über die eigene Marke XO bedient.

Welche Eckdaten haben die bekanntesten Trompeten-Marken?

Die folgende Tabelle fasst Herkunftsland und die tatsächliche Positionierung jeder Marke zusammen, Gründungsjahre und Hintergründe stehen in den Abschnitten weiter unten.

MarkeHerkunftslandPositionierung
Bach (Vincent Bach)USAEinsteigerserie TR300 bis Profireihe Stradivarius
GetzenUSAEinsteigerserie 300/400 bis Profireihe Eterna
YamahaJapanDurchgängige Spanne vom Schulinstrument bis zur Custom-Serie
SchilkeUSAAusschließlich handgefertigte Custom-Trompeten für Profis
JupiterTaiwanEinsteiger- und Schulinstrumente, Profisegment über Schwestermarke XO

Welche Marken decken Einsteiger und Profis unter demselben Namen ab?

Vincent Bach, ein aus Österreich eingewanderter Trompeter, gründete sein Unternehmen 1918 in New York zunächst als Mundstückwerkstatt. Ab Mitte der 1920er Jahre baute er unter dem Namen Stradivarius eigene Trompeten, 1961 verkaufte er die Firma an die Selmer Company, die heute als Conn-Selmer in Elkhart, Indiana, produziert. Das Sortiment reicht bis heute von der Einsteigerserie TR300 bis zur Stradivarius-Baureihe, die im Orchester- und Jazzbereich als Bezugsgröße gilt.

Getzen entstand 1939 in Elkhorn, Wisconsin, zunächst als Reparaturwerkstatt der Familie Getzen und baute ab 1947 eigene Trompeten und Kornetts. Das Unternehmen ist bis heute in Familienbesitz, seit 2013 führen die Urenkel des Gründers T. J. Getzen die Geschäfte. Neben der seit den frühen 1960er Jahren gebauten Profireihe Eterna zählt die Einsteigerserie 300/400 zum Sortiment, zusätzlich baut Getzen Kornetts und Flügelhörner.

Yamaha brachte 1966 mit dem Modell YTR-1 seine erste Trompete auf den Markt, deutlich später als die beiden US-Traditionsmarken. Innerhalb weniger Jahre ergänzte der japanische Konzern eine eigene Profi-Baureihe und ab 1970 die hochwertige Custom-Serie und deckt seither mit gestuften Modellreihen vom Schulinstrument bis zum Profi-Custom-Modell die komplette Spanne unter dem Namen Yamaha ab. Als einer der größten Instrumentenhersteller der Welt fertigt Yamaha diese Spanne in deutlich größeren Stückzahlen als die beiden kleineren US-Marken.

Welche US-amerikanische Marke baut ausschließlich Custom-Trompeten für Profis?

Der Trompeter Renold Schilke spielte von 1937 bis 1951 im Chicago Symphony Orchestra und gründete 1956 in Chicago sein eigenes Unternehmen. Bis heute fertigt Schilke am Standort Melrose Park bei Chicago jede Trompete von Hand und nach Kundenspezifikation, das Sortiment aus Custom-, Handcraft- und Soloiste-Baureihen richtet sich ausschließlich an fortgeschrittene Spieler und Berufsmusiker. Eine eigene Einsteigerserie führt die Marke nicht.

Welche Marke konzentriert sich auf Einsteiger- und Schulinstrumente?

Jupiter ist eine Marke des taiwanischen Unternehmens KHS, das 1930 unter dem Namen Wan Wu gegründet und 1945 in KHS umbenannt wurde; die Marke Jupiter selbst kam 1980 hinzu. Jupiter-Trompeten richten sich mit robuster Verarbeitung und günstigeren Preisen an Schulen und Einsteiger, ein eigenes Profisegment führt die Marke nicht. Für Berufsmusiker bietet derselbe Konzern stattdessen die eigenständige Marke XO an, die technisch auf das Profisegment zugeschnitten ist.

Dieselbe Preisklasse bedeutet nicht dieselbe Firmenstruktur. Bach, Getzen und Yamaha bauen Einsteiger- und Profimodelle unter einem Namen, Schilke beschränkt sich ganz auf handgefertigte Custom-Trompeten, und Jupiter überlässt das Profisegment einer eigenen Schwestermarke desselben Konzerns.

Wer die Bauteile hinter den einzelnen Baureihen noch nicht kennt, findet die Grundlagen im Artikel zur Trompete; wie der Ansatz für alle hier vorgestellten Marken gleichermaßen trainiert wird, zeigt der Artikel zum Trompete lernen.

Häufige Fragen zu Trompeten-Marken

Welche Trompeten-Marke baut nur Profi-Instrumente?

Schilke aus Chicago baut als einzige der hier vorgestellten Trompeten-Marken ausschließlich Profi- und Custom-Instrumente. Der ehemalige Chicago-Symphony-Trompeter Renold Schilke gründete das Unternehmen 1956, jede Trompete entsteht bis heute handgefertigt und nach Kundenspezifikation. Eine Einsteigerserie führt die Marke nicht.

Was unterscheidet Jupiter von Yamaha bei Trompeten?

Jupiter aus Taiwan konzentriert sich auf Einsteiger- und Schulinstrumente und überlässt das Profisegment der Schwestermarke XO desselben Mutterkonzerns KHS. Yamaha aus Japan deckt dagegen mit einer einzigen Modellreihe vom Schulinstrument bis zur Profi-Custom-Serie die komplette Spanne unter dem eigenen Markennamen ab.

Seit wann gibt es die Marke Bach bei Trompeten?

Die Marke Bach geht auf den 1918 in New York gegründeten Mundstückbetrieb des Trompeters Vincent Bach zurück, der ab Mitte der 1920er Jahre eigene Trompeten unter dem Namen Stradivarius baute. 1961 verkaufte Bach sein Unternehmen an die Selmer Company, die heute als Conn-Selmer in Elkhart, Indiana, produziert und weiterhin sowohl die Einsteigerserie TR300 als auch die Stradivarius-Profireihe anbietet.

Ist Getzen noch ein Familienunternehmen?

Getzen ist bis heute ein Familienunternehmen. Die 1939 in Elkhorn, Wisconsin, gegründete Trompetenmanufaktur führen seit 2013 die Urenkel des Gründers T. J. Getzen, mit der Einsteigerserie 300/400 und der seit den frühen 1960er Jahren gebauten Profireihe Eterna im Sortiment.

Weitere Artikel in Blasinstrumente

Trompeten-Pflege

Trompeten-Pflege

Eine Trompete braucht nach jedem Spielen wenige Minuten Pflege: Kondenswasser aus dem Atem sammelt sich in den Zügen und läuft über eine Wasserklappe ab. Dazu kommen regelmäßiges Ölen der drei Ventile und das Fetten oder Ölen der Züge, damit sich Ventile und Stimmung leicht bewegen lassen. Ein gelegentliches Bad in lauwarmem Seifenwasser mit einer Reinigungsschlange entfernt Ablagerungen aus dem Rohrinneren. Ausgeleierte Ventilkorken, Beulen im Rohr und klemmende Ventile gehören dagegen in eine Fachwerkstatt.

Trompeten-Zubehör

Trompeten-Zubehör

Trompetenzubehör umfasst Mundstück, Dämpfer, Ventilöl, Zugfett und Zugöl sowie Koffer oder Gigbag und Notenständer. Das Mundstück bestimmt mit Kesseltiefe und Randbreite Ansprache und Klangfarbe, Dämpfer wie Straight, Cup, Harmon oder Bucket verändern Klangfarbe und Lautstärke im Schallbecher. Ventilöl hält die drei Pumpventile leichtgängig, Zugfett und Zugöl halten Stimmzug und Ventilzüge beweglich für die Feinstimmung. Koffer oder Gigbag schützen beim Transport, ein Notenständer erleichtert Übung und Unterricht.

Tuba

Tuba

Die Tuba ist das tiefste Blechblasinstrument des Orchesters. Ihr weites, überwiegend konisches Rohr misst je nach Bauform zwischen rund 3,6 und 5,4 Metern und gibt ihr einen runden, grundtönigen Klang. Gebräuchlich sind vier Stimmungen: F und Es für die Basstuba, C und B für die Kontrabasstuba. Vier bis sechs Ventile korrigieren die Intonation in der Tiefe und erweitern den Umfang bis an den Grundton heran.

Vuvuzela

Vuvuzela

Die Vuvuzela, auch bekannt als Lepatata, ist ein etwa 65 Zentimeter langes Kunststoffhorn , das eine laute monotone Note erzeugt. Einige Modelle werden in zwei Teilen hergestellt, um die Lagerung zu erleichtern - dieses Design erlaubt dann auch Tonhöhenvariationen. Verschiedene Arten von Vuvuzelas, die von unterschiedlichen Produzenten hergestellt werden, können mitunter stark abweichende Intensitäts- und Frequenzausgänge erzeugen. Die Intensität dieser Ausgänge hängt von der Blastechnik und dem ausgeübten Druck ab.