Sitar

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Bild: Mehfooz Aleem / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Die Sitar ist eine gezupfte Langhalslaute (Chordophon) und das bekannteste Instrument der nordindischen Hindustani-Klassik. Sie entwickelte sich vermutlich ab dem 13./14. Jahrhundert aus persisch-zentralasiatischen Lauteninstrumenten, die mit dem Sultanat von Delhi nach Indien kamen, und erhielt ihre heutige Form maßgeblich im 18. Jahrhundert.

Die Sitar ist eine gezupfte Langhalslaute (Chordophon) und das bekannteste Instrument der nordindischen Hindustani-Klassik. Sie entwickelte sich vermutlich ab dem 13./14. Jahrhundert aus persisch-zentralasiatischen Lauteninstrumenten, die mit dem Sultanat von Delhi nach Indien kamen, und erhielt ihre heutige Form maßgeblich im 18. Jahrhundert. Charakteristisch ist ihr aufwendiger Saitenapparat: Neben den eigentlichen Spielsaiten besitzt die Sitar bis zu einem Dutzend zusätzlicher Resonanzsaiten, die nicht gegriffen, sondern nur mitschwingen, das klangliche Markenzeichen des Instruments, das in vereinfachenden Darstellungen häufig völlig unerwähnt bleibt.

Wie klingt die Sitar?

Der Klang der Sitar ist reich, schimmernd und von einem charakteristischen, leicht schnarrenden Summen begleitet, das durch die breite, flache Auflage der Bünde entsteht. Sein eigentliches Markenzeichen ist jedoch die dichte Nachhallwolke der Resonanzsaiten: Sobald eine Spielsaite angerissen wird, schwingen die darunterliegenden, auf die Töne des jeweiligen Raga gestimmten Resonanzsaiten sympathetisch mit und erzeugen so den schwebenden, unverkennbaren Sitar-Klang. Weder Metall- noch angebliche Bambussaiten bestimmen diesen Klang, sämtliche Saiten der Sitar sind aus Metall. Der namengebende "Jawari"-Effekt, jenes charakteristische Schnarren, entsteht durch den flach geschliffenen, leicht gewölbten Knochen- oder Hornsteg (ebenfalls Jawari genannt), über den die Spielsaiten laufen und der eigens von spezialisierten Instrumentenbauern nachgeschliffen werden muss, um den gewünschten Klang zu erhalten.

Woraus besteht die Sitar?

Der Resonanzkörper (Tumba) besteht traditionell aus einem ausgehöhlten Flaschenkürbis, an dem ein langer, hohler Holzhals (Dandi) befestigt ist; viele Instrumente tragen einen zweiten, kleineren Kürbisresonator nahe dem oberen Halsende zur zusätzlichen Klangverstärkung. Insgesamt sind 18 bis 21 Saiten aufgezogen: sechs bis sieben Metallsaiten dienen dem eigentlichen Spiel (darunter meist eine oder mehrere Bordunsaiten, Chikari genannt), während elf bis dreizehn dünnere Resonanzsaiten (Taraf) unterhalb der beweglichen, gebogenen Metallbünde (Parda) verlaufen und vor jedem Auftritt neu auf die Töne des zu spielenden Raga gestimmt werden. Diese beweglichen Bünde erlauben es, die Bundlage exakt an unterschiedliche Ragas anzupassen, ein Merkmal, das die Sitar von westlichen Bundinstrumenten mit fester Bundlage unterscheidet.

Wie spielt man die Sitar?

Gespielt wird die Sitar im Sitzen, wobei der Korpus auf dem rechten Fuß des im Schneidersitz sitzenden Musikers ruht und der lange Hals schräg nach oben zeigt. Angeschlagen werden die Saiten mit einem drahtförmigen Metallplektrum (Mizrab), das über den Zeigefinger der rechten Hand gestülpt wird, ein Bogen oder ein Streichen der Saiten, wie bei Streichinstrumenten, kommt nicht zum Einsatz. Mit der linken Hand drückt der Spieler die Saiten nicht nur auf die Bünde, sondern zieht sie zusätzlich seitlich über das Griffbrett (Meend), wodurch sich einzelne Töne um mehrere Halb- oder sogar Ganztöne nach oben biegen lassen, ohne die Bundposition zu wechseln, diese charakteristische Gleittechnik ist für den vokalen, singenden Ausdruck der Sitar-Musik unverzichtbar. Akkorde im westlichen Sinn werden dabei nicht gespielt; die Sitar ist ein einstimmiges Melodieinstrument, dessen Harmonik allein durch Bordun- und Resonanzsaiten entsteht.

Typische Musikstile mit der Sitar

Die Sitar ist das zentrale Soloinstrument der nordindischen Hindustani-Klassik und eng mit dem Ragasystem verbunden, innerhalb dessen Musiker über feste melodische und rhythmische Grundgerüste improvisieren, meist begleitet von der Tabla. Zwei große Spielschulen (Gharanas) prägten das 20. Jahrhundert: die eher perkussiv-virtuose Maihar-Gharana um Ravi Shankar und die stärker an der Gesangstechnik (Gayaki Ang) orientierte Imdadkhani-Gharana um Vilayat Khan und dessen Bruder Imrat Khan. Ab den 1960er-Jahren wurde die Sitar durch George Harrisons Sitar-Studium bei Ravi Shankar und ihren Einsatz in Beatles-Songs auch in der westlichen Popmusik bekannt und prägte dort kurzzeitig einen ganzen Raga-Rock-Trend.

Bekannte Lieder mit der Sitar

1. George Harrison, "Norwegian Wood (This Bird Has Flown)" (The Beatles, 1965): der erste bekannte Einsatz einer Sitar in einem westlichen Popsong, gespielt von Harrison nach ersten Unterweisungen durch Ravi Shankar. 2. George Harrison, "Within You Without You" (Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, 1967): ein noch konsequenter von indischer Klassik geprägtes Stück mit Sitar, Tabla und Dilruba. 3. Ravi Shankar (1920-2012): Aufnahmen wie seine Interpretationen von Raga Jog oder sein Auftritt beim Concert for Bangladesh (1971) machten ihn zum weltweit bekanntesten Sitar-Virtuosen. 4. Vilayat Khan (1928-2004): geschätzt für seinen an die menschliche Stimme angelehnten Sitar-Stil (Gayaki Ang), unter anderem in seinen Einspielungen von Raga Yaman. 5. Anoushka Shankar: Tochter und Schülerin Ravi Shankars, die als heute international bekannteste Sitaristin die klassische Tradition mit zeitgenössischen Einflüssen verbindet. 6. Nikhil Banerjee (1931-1986): gilt neben Ravi Shankar und Vilayat Khan als einer der drei prägendsten Sitar-Meister der Nachkriegszeit und wird von vielen Kennern der Hindustani-Klassik für seine besonders intensive, meditative Raga-Interpretation geschätzt.

Häufige Fragen zur Sitar

Ist die Sitar eine indische Laute?

Ja, die Sitar ist eine indische Langhalslaute, ein sogenanntes Chordophon mit gezupften Saiten über einem langen Holzhals. Sie gilt als die bekannteste und international meistgespielte Laute der nordindischen Hindustani-Klassik.

Wie viele Saiten hat eine Sitar?

Eine Sitar trägt insgesamt 18 bis 21 Saiten. Sechs bis sieben Metallsaiten dienen dem eigentlichen Spiel, während elf bis dreizehn dünnere Resonanzsaiten unterhalb der beweglichen Metallbünde liegen und beim Anschlagen der Spielsaiten sympathetisch mitschwingen.

Was kostet eine Sitar für Anfänger?

Eine neue Einsteiger-Sitar kostet meist zwischen 400 und 450 Euro. Gebrauchte Instrumente aus zweiter Hand finden sich am Markt teils schon ab rund 300 Euro, professionelle Konzert-Sitars renommierter Bauer liegen dagegen deutlich höher.

Wie schwer ist es, Sitar zu lernen?

Die Sitar gilt als eines der anspruchsvollsten Instrumente überhaupt. Schwierig sind vor allem die Gleittechnik Meend, bei der Saiten seitlich über das Griffbrett gezogen werden, und das Stimmen der vielen Resonanzsaiten auf den jeweiligen Raga vor jedem Spiel.

Welches indische Instrument hat bis zu 21 Saiten?

Das indische Instrument mit bis zu 21 Saiten ist die Sitar, die bekannteste Langhalslaute der nordindischen Hindustani-Klassik. Ihr charakteristischer Klang entsteht durch die vielen Resonanzsaiten, die unterhalb der Spielsaiten mitschwingen.

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