Sigma ist eine Gitarrenmarke, die C.F. Martin & Co. 1970 als preisgünstigere Zweitlinie gründete, um den damals aufkommenden günstigen japanischen Kopien der eigenen Modelle etwas entgegenzusetzen. Martin ließ die Instrumente dafür in Fernost bauen und stellte die Marke 2007 ein, um sich stattdessen auf eine eigene Einsteigerserie zu konzentrieren. 2011 kaufte die Münchner AMI Musical Instruments GmbH die Namensrechte und führt Sigma seither als eigenständige Marke mit Fertigung in China weiter. Mit dem heutigen Martin-Konzern verbindet Sigma nur noch die gemeinsame Geschichte, keine gemeinsame Produktion.
Was ist die Gitarrenmarke Sigma?
Sigma ist eine Marke für Westerngitarren im günstigen bis mittleren Preissegment, die heute von der deutschen AMI Musical Instruments GmbH aus München betrieben wird. Der Name stammt aus der Zeit, als Sigma eine ausgelagerte Zweitlinie von C.F. Martin & Co. war und Martin-Modelle zu einem niedrigeren Preis nachbaute. Diese Verbindung zu Martin endete 2007, als der US-Konzern die Marke aufgab. AMI erwarb die Namensrechte 2011 und baut seither eigenständige Instrumente unter dem Namen Sigma, ohne Beteiligung von Martin an Entwicklung oder Fertigung.
| Merkmal | Sigma Westerngitarre |
|---|---|
| Gründung | 1970 durch C.F. Martin & Co. als Zweitlinie |
| Fertigung früher | Japan (1970 bis 1983), danach Südkorea, Taiwan und Indonesien |
| Einstellung durch Martin | 2007 |
| Heutiger Eigentümer | AMI Musical Instruments GmbH, München (seit 2011) |
| Fertigung heute | China |
| Verbindung zu Martin heute | keine gemeinsame Fertigung, nur namensgeschichtlicher Bezug |
| Markenname in den USA | Kindred Guitars, wegen verfallener US-Markenrechte an Sigma |
Wie entstand Sigma als Zweitlinie von Martin?
Sigma entstand 1970, weil japanische Hersteller in den späten 1960er Jahren günstige Kopien bekannter US-Gitarren auf den Markt brachten und den etablierten Herstellern damit Marktanteile abnahmen. C.F. Martin & Co. reagierte nicht mit einer Klage, sondern mit einer eigenen günstigen Zweitlinie: Sigma-Gitarren übernahmen Formen und Konstruktionsmerkmale der Martin-Modelle, wurden aber in Fernost gefertigt statt im Stammwerk in Nazareth, Pennsylvania. Von 1970 bis 1983 lief die Fertigung in Japan, danach wechselte sie nach Südkorea und Taiwan und in den 1990er Jahren weiter nach Indonesien.
Warum stellte Martin die Marke Sigma 2007 ein?
Martin stellte Sigma 2007 ein, weil der Konzern die Aufgabe der günstigen Alternative fortan selbst übernehmen wollte, mit einer eigenen Einsteigerserie unter dem Namen Martin X Series. Eine ausgelagerte Zweitmarke war dafür nicht mehr nötig, zumal Fertigung im Ausland inzwischen auch unter dem eigenen Markennamen möglich war. Für Sigma bedeutete das Ende bei Martin gleichzeitig das Ende jeder Verbindung zur ursprünglichen Konstruktionsvorlage.
Wie kam es 2011 zum Neustart unter AMI?
Die Münchner AMI Musical Instruments GmbH kaufte 2011 die Namensrechte an Sigma von Martin und baute die Marke unter der Leitung ihres Gründers Günther Lutz neu auf. AMI war zu diesem Zeitpunkt schon seit 1984 als Großhändler für Musikinstrumente tätig und über viele Jahre der deutsche Vertriebspartner von Martin Guitars, ehe diese Aufgabe 2021 an ein niederländisches Unternehmen überging. Seit dem Neustart lässt AMI die Instrumente in China fertigen und entwickelt die Modelle unabhängig von Martin. Eine Ausnahme bildet der US-Markt: Weil Martin die dortigen Markenrechte am Namen Sigma vor dem Verkauf an AMI verfallen ließ und die St. Louis Music aus Missouri sie sich sicherte, vertreibt AMI dieselben Instrumente in den USA unter dem Namen Kindred Guitars.
AMI war jahrzehntelang selbst der deutsche Vertriebspartner von Martin Guitars, bevor das Unternehmen 2011 die Marke Sigma neu aufbaute. Die beiden Marken sind seither eigenständige Unternehmen ohne gemeinsame Entwicklung oder Fertigung.
Welche Bauform prägte Sigma historisch?
Sigma baute historisch vor allem Kopien der Dreadnought-Form von Martin, jener großkorpusigen Bauweise mit geraden Zargen und breiten Schultern, die den Klangcharakter zahlreicher Westerngitarren bis heute prägt. Wer Aufbau und Klangeigenschaften dieser Form im Detail nachlesen will, findet die Einzelheiten im Artikel zur Dreadnought-Westerngitarre. Die heutige AMI-Fertigung führt diese Formensprache fort und ergänzt sie um weitere Corpusgrößen im selben preisgünstigen Segment.
Für wen eignet sich eine Sigma Westerngitarre?
Eine Sigma Westerngitarre eignet sich für Spieler, die eine an Martin angelehnte Formensprache suchen, ohne den Preis eines in den USA gefertigten Instruments zu zahlen. Wer sich allgemein über Bauformen, Hölzer und Preisklassen bei diesem Gitarrentyp informieren möchte, findet den Überblick im Grundlagenartikel zur Westerngitarre. Wer stattdessen ein Instrument aus der aktuellen US-Fertigung des ursprünglichen Mutterkonzerns sucht, informiert sich im Artikel zur Martin Westerngitarre.




