Dulcimer

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Bild: Picture Partners / Shutterstock.com
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Zusammenfassung

Dulcimer ist im Englischen der Sammelname für zwei grundverschiedene Instrumente: den Appalachian Dulcimer, eine gezupfte Kastenzither aus den Appalachen der USA, und den Hammered Dulcimer, ein mit zwei Schlägeln angeschlagenes Hackbrett europäischer Herkunft. Beide Namen gehen auf das lateinisch-griechische Dulce Melos, süßer Klang, zurück, ohne dass die Instrumente miteinander verwandt sind. Der Appalachian Dulcimer entstand im 19. Jahrhundert aus deutschen und schottisch-irischen Kastenzithern, der Hammered Dulcimer reicht als europäisches Hackbrett bis ins Spätmittelalter zurück. Welches Instrument gemeint ist, entscheidet allein der Zusammenhang.

Dulcimer ist im Englischen ein Sammelbegriff für zwei grundverschiedene Instrumente, die nur den Namen und eine gemeinsame Wortherkunft teilen. Der Appalachian Dulcimer, auch Mountain Dulcimer genannt, ist eine gebundete Kastenzither aus den Appalachen der USA, die auf dem Schoß liegend gezupft oder gestrichen wird. Der Hammered Dulcimer dagegen ist ein Hackbrett: Zwei Schlägel schlagen seine Saiten an, die über einen trapezförmigen Resonanzkasten gespannt sind. Beide Namen gehen auf das lateinisch-griechische Dulce Melos, süßer Klang, zurück, ohne dass die Instrumente im Bau oder in der Spielweise miteinander verwandt sind. Welches der beiden Instrumente gemeint ist, entscheidet allein der Zusammenhang, in dem das Wort Dulcimer steht.

2völlig verschiedene Instrumente
3 bis 4Saiten beim Appalachian Dulcimer
2Schlägel beim Hammered Dulcimer
19. Jh.Entstehung des Appalachian Dulcimer

Woher kommt der Name Dulcimer?

Der Name Dulcimer geht auf das lateinische dulcis, süß, und das griechische melos, Klang, zurück. Im Spätmittelalter verschmolzen beide Wörter zur Bezeichnung Dulce Melos für ein mit Schlägeln angeschlagenes Hackbrett, das in Mitteleuropa verbreitet war. In Frankreich wurde daraus Doulcemèr, im Englischen blieb der Name als Dulcimer beziehungsweise, wo eine genauere Angabe nötig war, als Hammered Dulcimer erhalten. Dort bezeichnete das Wort über Jahrhunderte ausschließlich dieses geschlagene Hackbrett.

Das amerikanische Instrument aus den Appalachen entstand im 19. Jahrhundert vollkommen unabhängig von diesem Hackbrett, aus deutschen und schottisch-irischen Kastenzithern wie dem Scheitholt. Es wird gezupft statt geschlagen und besitzt ein durchgehendes, gebundenes Griffbrett, das dem Hackbrett fehlt. Trotzdem übernahmen englischsprachige Siedler in den Appalachen für ihr neues Instrument denselben Namen. Seither steht ein einziges englisches Wort für zwei Instrumente ohne bauliche Verwandtschaft.

Was unterscheidet Appalachian Dulcimer und Hammered Dulcimer?

Drei Merkmale trennen die beiden Instrumente sicher: die Spielweise, die Saitenzahl und die Körperform. Die folgende Tabelle stellt die Werte gegenüber.

MerkmalAppalachian DulcimerHammered Dulcimer
Familiegebundete Kastenzither, ZupfinstrumentHackbrett, geschlagene Zither
Saitenzahl3 bis 4mehrere Dutzend, in Chören zu 2 bis 5
Spielweisegezupft oder gestrichen, mit Fingern, Plektrum oder Notermit zwei Schlägeln angeschlagen
Griffbrettdurchgehend, diatonisch bundiertkein Griffbrett, keine Bünde
Körperformlänglich, sanduhr- oder tropfenförmigtrapezförmig
Spielhaltungliegend auf dem Schoßauf einem Ständer oder Tisch
HerkunftAppalachen (USA), 19. JahrhundertEuropa und Naher Osten, Spätmittelalter
Verwandte InstrumenteScheitholt, Epinette des VosgesHackbrett, Cimbalom, Santur

Zupft die Hand die Saiten, ist der Appalachian Dulcimer gemeint, schlagen zwei Schlägel darauf, ist es der Hammered Dulcimer. Diese eine Frage nach der Spielweise klärt die Verwechslung schneller als jedes andere Merkmal.

Appalachian Dulcimer liegt auf dem Schoß 3 bis 4 Saiten, durchgehendes Griffbrett wird gezupft oder gestrichen Hammered Dulcimer steht auf Ständer oder Tisch mehrere Dutzend Saiten, kein Griffbrett wird mit zwei Schlägeln angeschlagen
Der Appalachian Dulcimer liegt auf dem Schoß und wird über ein gebundenes Griffbrett gezupft, der Hammered Dulcimer steht auf einem Ständer und wird mit zwei Schlägeln angeschlagen.

Wie ist der Appalachian Dulcimer gebaut und wie klingt er?

Der Korpus des Appalachian Dulcimer ist länglich und meist sanduhr- oder tropfenförmig, gefertigt aus Ahorn, Walnuss, Fichte oder Kiefer. Über die gesamte Länge des Korpus verläuft ein schmales Griffbrett mit diatonischen Bünden, die einer Dur-Tonleiter statt der chromatischen Teilung von Gitarre folgen. Drei oder vier Stahlsaiten laufen darüber, meist stimmt der Spieler sie auf eine offene Stimmung wie DAD, bei der schon die leeren Saiten einen Akkord ergeben.

Beim Spielen liegt das Instrument quer auf dem Schoß. Die linke Hand greift traditionell nur die dem Spieler nächste Saite, oft mit einem kleinen Holzstab, dem Noter, während die rechte Hand mit einem Plektrum oder den Fingern über alle Saiten streicht. Die nicht gegriffenen Saiten klingen dabei als Bordun durch. Aus dieser Bauweise ergibt sich ein warmer, leiser und leicht schwebender Klang, der sich für getragene Balladen eignet und traditionell nicht für schnelle, virtuose Passagen genutzt wird. Der vollständige Aufbau und die Spielweise stehen im Artikel zum Appalachischen Hackbrett, wie das Instrument im deutschen Sprachgebrauch trotz seiner gezupften Saiten häufig heißt.

Wie funktioniert der Hammered Dulcimer?

Der Hammered Dulcimer besitzt einen trapezförmigen Resonanzkasten, über den mehrere Dutzend Saiten laufen, für jeden Ton meist zwei bis fünf im Chor. Zwei oder mehr Stege teilen die Saiten in Gruppen und legen fest, welcher Ton an welcher Stelle liegt, ein Griffbrett und Bünde besitzt das Instrument nicht. Der Spieler hält in jeder Hand einen dünnen Schlägel und schlägt damit direkt auf die Saiten, was einen hellen, perkussiven Ton ergibt, der schnell verklingt.

Diese Bauweise teilt der Hammered Dulcimer mit einer ganzen Gruppe verwandter Instrumente aus Europa und dem Nahen Osten, die sich vor allem in Größe, Stimmung und Herkunft unterscheiden: dem alpenländischen Hackbrett und dem ungarischen Cimbalom. Alle Instrumente dieser Familie werden angeschlagen, keines davon gezupft, das unterscheidet sie grundsätzlich vom Appalachian Dulcimer.

Welches Instrument ist gemeint, wenn nur Dulcimer draufsteht?

Ein Blick auf den Zusammenhang klärt die meisten Fälle. In amerikanischen Folk-Kreisen, auf Notenblättern für Appalachen-Balladen und in Anleitungen für Anfänger meint das unspezifizierte Wort Dulcimer fast immer den Appalachian Dulcimer, weil dieser dort das gebräuchlichere Instrument ist. Ist dagegen von einem trapezförmigen Instrument mit Schlägeln die Rede, von Santur-Musik oder von einem Konzertinstrument mit Pedal, ist der Hammered Dulcimer gemeint, auch wenn der Zusatz Hammered fehlt. Im deutschen Sprachgebrauch fällt die Zuordnung leichter, weil der Hammered Dulcimer meist unter seinem deutschen oder aus dem jeweiligen Herkunftsland übernommenen Namen auftritt, etwa Hackbrett oder Cimbalom, während das englische Wort Dulcimer im Deutschen fast ausschließlich für das amerikanische Instrument aus den Appalachen steht.

Häufige Fragen zum Dulcimer

Was ist ein Dulcimer?

Ein Dulcimer ist im Englischen der Sammelname für zwei unterschiedliche Saiteninstrumente: den Appalachian Dulcimer, eine gezupfte Kastenzither aus den Appalachen der USA, und den Hammered Dulcimer, ein mit zwei Schlägeln angeschlagenes Hackbrett europäischer Herkunft. Beide teilen sich nur den Namen, der auf das lateinisch-griechische Dulce Melos, süßer Klang, zurückgeht.

Was ist der Unterschied zwischen Appalachian Dulcimer und Hammered Dulcimer?

Der Appalachian Dulcimer ist eine gebundete Kastenzither mit drei oder vier Saiten, die auf dem Schoß liegend gezupft oder gestrichen wird. Der Hammered Dulcimer ist ein trapezförmiges Hackbrett mit deutlich mehr Saiten, das auf einem Ständer steht und mit zwei Schlägeln angeschlagen wird. Die beiden Instrumente sind bis auf den Namen nicht miteinander verwandt.

Wird ein Dulcimer gezupft oder geschlagen?

Das hängt davon ab, welches der beiden Dulcimer-Instrumente gemeint ist. Der Appalachian Dulcimer wird gezupft oder mit einem Plektrum gestrichen, der Hammered Dulcimer wird mit zwei Schlägeln angeschlagen. Ohne diese Unterscheidung lässt sich die Frage nicht eindeutig beantworten.

Woher kommt das Wort Dulcimer?

Das Wort Dulcimer geht auf das lateinische dulcis, süß, und das griechische melos, Klang, zurück, die im Spätmittelalter zur Bezeichnung Dulce Melos für ein europäisches Hackbrett verschmolzen. Der Appalachian Dulcimer entstand Jahrhunderte später unabhängig davon in den USA, übernahm aber denselben englischen Namen, obwohl er baulich nicht mit dem Hackbrett verwandt ist.

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