Die Ukulele ist ein Mitglied der Gitarrenfamilie innerhalb der Saiteninstrumente. Im Allgemeinen zeichnet sie sich durch vier Nylon- oder Darmsaiten aus. Die Saiten können auch gepaart werden, so dass das Instrument dann insgesamt fünf, sechs oder acht Saiten hat.
Die Ukulele entstand im 19. Jahrhundert auf Hawaii aus kleinen, gitarrenartigen Instrumenten, die portugiesische Einwanderer vor allem aus Madeira mitbrachten. Zu diesen Vorbildern zählen die viersaitige Braguinha, auch Machete genannt, und der fünfsaitige Rajão, beide eng verwandt mit dem portugiesischen Cavaquinho. Die Ukulele gewann große Popularität in den Vereinigten Staaten während des frühen 20. Jahrhunderts und verbreitete sich von dort aus international. Der Klang und die Lautstärke des Instruments variieren je nach Größe und Ausführung.
Die Ukulele hat vier Saiten und kommt in vier Größen
Eine Ukulele ist ein Zupfinstrument mit vier Saiten, einem achtförmigen Holzkorpus und einer kurzen Mensur, also einer kurzen schwingenden Saitenlänge zwischen Sattel und Steg. Die vier gängigen Größen heißen Sopran, Konzert, Tenor und Bariton.
- Ukulelen gehören zur Familie der Saiteninstrumente, in der Hornbostel-Sachs-Systematik zu den zusammengesetzten Chordophonen (321.322).
- Ukulelen gibt es in der Regel in vier Größen: Sopran, Konzert, Tenor und Bariton.
- Die Herkunft liegt auf Hawaii, wo portugiesische Einwanderer ab 1879 die ersten Ukulelen bauten.
- Sopran, Konzert und Tenor sind meist auf g-c-e-a gestimmt, die Bariton-Ukulele auf d-g-h-e.
- Das traditionelle Holz ist Koa, eine Akazienart, die nur auf Hawaii wächst.
Welche Größen hat eine Ukulele?
Eine Ukulele gibt es in vier gängigen Größen. Die Sopran-Ukulele ist etwa 53 Zentimeter lang, die Konzert-Ukulele etwa 58, die Tenor-Ukulele etwa 66 und die Bariton-Ukulele etwa 74 bis 77 Zentimeter. Mit der Größe wächst die Mensur von etwa 33 auf etwa 48 Zentimeter, und der Klang wird voller und tiefer.
| Größe | Gesamtlänge | Mensur | Übliche Stimmung | Entstehung |
|---|---|---|---|---|
| Sopran | ca. 53 cm | ca. 33 cm | g-c-e-a | ursprüngliche Größe |
| Konzert | ca. 58 cm | ca. 38 cm | g-c-e-a | 1920er-Jahre |
| Tenor | ca. 66 cm | ca. 43 cm | g-c-e-a, oft auch mit tiefer g-Saite | kurz nach der Konzertgröße |
| Bariton | ca. 74 cm | ca. 48 cm | d-g-h-e | 1940er-Jahre |
Die Maße schwanken je nach Hersteller um einige Zentimeter. Die deutschsprachige Wikipedia nennt etwa für die Sopran-Ukulele 35 Zentimeter Mensur und 54 Zentimeter Gesamtlänge. Kleiner als die Sopran-Ukulele ist nur die seltene Sopranino-Ukulele mit rund 41 Zentimetern. Wer eine Ukulele kaufen möchte, entscheidet deshalb zuerst über die Größe, denn sie bestimmt Bundabstand und Klang.
Wie wird eine Ukulele gestimmt?
Eine Sopran-, Konzert- oder Tenor-Ukulele wird meist auf g-c-e-a gestimmt, von der obersten zur untersten Saite gezählt. Die g-Saite klingt dabei eine Oktave höher als erwartet und damit höher als die c- und die e-Saite. Diese rückläufige Stimmung gibt der Ukulele ihren typischen hellen Klang.
Im englischsprachigen Raum merken sich Spieler die vier Töne mit dem Merksatz "My dog has fleas". In Europa ist neben der C-Stimmung auch die einen Ganzton höhere D-Stimmung a-d-fis-h verbreitet, die in den USA Anfang des 20. Jahrhunderts üblich war. Tenor-Ukulelen werden oft mit tiefer g-Saite gespielt. Die Bariton-Ukulele ist auf d-g-h-e gestimmt und entspricht damit den vier hohen Saiten einer Gitarre, weshalb Gitarristen ihre Griffe dort wiederfinden.
Die Ukulele entstand ab 1879 auf Hawaii
Ende August 1879 legte das Schiff Ravenscrag mit Einwanderern aus Madeira im Hafen von Honolulu an. Unter ihnen waren die Tischler Manuel Nunes, Augusto Dias und José do Espírito Santo, die als die ersten Ukulelenbauer gelten. Sie bauten die mitgebrachten Instrumente aus Madeira nach, und fast alle frühen Ukulelen bestanden vollständig aus Koa-Holz.
Die Ukulele wird gemeinhin mit der typischen Musik aus Hawaii in Verbindung gebracht, der Name bedeutet grob übersetzt springender Floh, möglicherweise wegen der Bewegung der Finger des Spielers. Die Legende führt die Bezeichnung auf den Spitznamen des Engländers Edward William Purvis zurück, eines der Offiziere von König Kalākaua, wegen seiner geringen Größe, seiner unruhigen Art und seines spielerischen Könnens. Ein frühes Zeugnis für das Wort Ukulele findet sich in dem 1907 veröffentlichten Katalog der Crosby Brown Collection of Musical Instruments of All Nations des Metropolitan Museum of Art. Der Katalog beschreibt zwei Ukulelen aus Hawaii: eine, die in ihrer Größe einer modernen Sopran-Ukulele ähnlich ist, und eine, die einem Tenorinstrument ähnelt.
Einer der wichtigsten Faktoren bei der Etablierung der Ukulele in der hawaiianischen Musik und Kultur war die leidenschaftliche Unterstützung und Förderung des Instruments durch König Kalākaua. Als Kunstmäzen hat er sie in Aufführungen bei königlichen Versammlungen integriert.
Auf dem amerikanischen Festland wurde die Ukulele 1915 bekannt. Auf der Panama-Pacific International Exposition in San Francisco spielte im hawaiianischen Pavillon ein Ensemble mit Gitarre und Ukulele, und in den folgenden Jahren griffen Songschreiber und Varieté-Künstler das Instrument auf. Nach einer ruhigeren Zeit ab den 1960er-Jahren machten der hawaiianische Sänger Israel Kamakawiwoʻole mit seiner Aufnahme von "Over the Rainbow" aus dem Jahr 1993 und der Ukulelist Jake Shimabukuro mit Videos auf YouTube die Ukulele wieder weltweit bekannt.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1879 | Die Ravenscrag bringt Einwanderer aus Madeira nach Honolulu, darunter die ersten Ukulelenbauer. |
| 1907 | Ein Katalog des Metropolitan Museum of Art beschreibt zwei Ukulelen aus Hawaii. |
| 1915 | Die Panama-Pacific International Exposition in San Francisco macht die Ukulele in den USA populär. |
| 1920er-Jahre | Die Konzert-Ukulele entsteht, kurz darauf die Tenor-Ukulele. |
| 1940er-Jahre | Die Bariton-Ukulele entsteht. |
| 1993 | Israel Kamakawiwoʻole nimmt seine Ukulele-Fassung von "Over the Rainbow" auf. |
Ukulelen bestehen meist aus Holz und haben einen achtförmigen Korpus
Aus welchem Holz wird eine Ukulele gebaut?
Ukulelen werden in der Regel aus Holz hergestellt, obwohl neuere Varianten teilweise oder ganz aus Kunststoff oder anderen Materialien bestehen. Billigere Ukulelen werden in der Regel aus Sperrholz oder Laminat hergestellt, in einigen Fällen mit einem Resonanzboden aus Tonholz wie Fichte. Teurere Ukulelen werden aus massivem Hartholz wie Mahagoni hergestellt. Das traditionell bevorzugte Holz für Ukulelen ist Akazie, genauer Koa (Acacia koa), eine Akazienart, die nur auf Hawaii wächst und für ihre goldbraune Maserung bekannt ist.
Welche Form hat eine Ukulele?
Typischerweise haben Ukulelen einen achtförmigen Körper, welcher dem einer kleinen akustischen Gitarre ähnelt. Daneben gibt es ovale Ukulelen, die wegen ihrer Form Pineapple heißen, also Ananas, und die der hawaiianische Hersteller Kamaka entwickelt hat. Die Saiten waren ursprünglich aus Katgut, also aus Darm. Bei modernen Ukulelen werden oft Saiten aus Nylon-Polymeren verwendet, aber auch Fluorcarbon und mit Aluminium umsponnene Saiten.
Taropatch-Ukulelen haben sechs oder acht Saiten
Instrumente mit 6 oder 8 Saiten in vier Gängen werden oft als Taropatches oder Taropatch-Ukulelen bezeichnet. Früher waren sie in einer Konzertgröße üblich, heute ist die Tenorgröße bei sechssaitigen Taropatch-Ukulelen verbreiteter. Die sechssaitige, viergängige Version wird teilweise als Lili'u bezeichnet, obwohl dieser Name auch für die achtsaitige Version gilt. Eine javanische Ukulele hat dagegen traditionell nur drei Saiten.
Wie klingt eine Ukulele?
Eine Ukulele klingt hell und leicht, weil ihre vierte Saite höher gestimmt ist als die beiden mittleren Saiten. Kleine Sopran-Ukulelen klingen am hellsten, größere Konzert- und Tenor-Ukulelen voller und lauter. Die Bariton-Ukulele verliert mit ihrer durchgehend ansteigenden Stimmung den typischen Ukulelenklang und klingt eher wie eine kleine Gitarre.
Häufige Fragen zur Ukulele
Wie viele Saiten hat eine Ukulele?
Eine Ukulele hat in der Regel vier Saiten aus Nylon oder anderen Kunststoffen. Taropatch-Ukulelen verdoppeln einzelne Saiten und haben dann sechs oder acht Saiten, die aber weiterhin in vier Gängen gestimmt werden.
Was bedeutet das Wort Ukulele?
Das hawaiianische Wort Ukulele bedeutet grob übersetzt springender oder hüpfender Floh. Die Bezeichnung spielt vermutlich auf die schnellen Bewegungen der Finger über das Griffbrett an. Eine Legende führt den Namen auf den Spitznamen des Engländers Edward William Purvis zurück, eines Offiziers von König Kalākaua.
Woher kommt die Ukulele?
Die Ukulele kommt aus Hawaii, geht aber auf kleine Saiteninstrumente aus Portugal zurück. Portugiesische Einwanderer aus Madeira, die 1879 in Honolulu ankamen, bauten dort nach dem Vorbild von Braguinha und Rajão die ersten Ukulelen, meist aus hawaiianischem Koa-Holz.
Welche Ukulele-Größe ist die kleinste?
Die kleinste der vier gängigen Ukulele-Größen ist die Sopran-Ukulele mit etwa 53 Zentimetern Gesamtlänge und etwa 33 Zentimetern Mensur. Noch kleiner ist die seltene Sopranino-Ukulele mit rund 41 Zentimetern Gesamtlänge.
Was kostet eine Ukulele?
Eine einfache Sopran-Ukulele kostet beim Musikhaus Thomann ab 19,90 Euro, eine Konzert-Ukulele ab 22,90 Euro, gemessen am 13. September 2026. Die Sopran-Ukulele Kala KA-15S kostet dort 99 Euro, die Konzert-Ukulele Kala KA-CG mit Mahagonikorpus 169 Euro.
Quellen
- Ukulele, Wikipedia (englisch), abgerufen am 13. September 2026
- Ukulele, Wikipedia, abgerufen am 13. September 2026
- The Birth of the Ukulele, Sandor Nagyszalanczy, Ukulele Magazine, Mai 2015, abgerufen am 13. September 2026
- Sopran-Ukulelen im Sortiment, Thomann, Preise abgerufen am 13. September 2026
- Konzert-Ukulelen im Sortiment, Thomann, Preise abgerufen am 13. September 2026
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